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Doris Lerche, Madeleine Beiner und Paula Abtt-Herberg (v.l.n.r.) in der Denkbar.

Frankfurt-Nordend

Mehr Kultur fürs Frankfurter Nordend

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Die Betreiberinnen der Denkbar an der Spohrstraße sind auf Sponsorensuche. Als nächstes wollen sie ein Lese-Café für Familien etablieren.

„Die Denkbar ist so etwas wie Wohnzimmer, Büro und Veranstaltungsort für mich“, sagt Doris Lerche und schiebt Aktenordner und Papiere zusammen. Arbeit gibt es genug: Zur Planung und Ausarbeitung des Kulturprogramms gehört auch das Akquirieren von Fördergeldern. „Wir wollen die Künstler und Referenten angemessen honorieren“, sagt Paula Abtt-Herberg.

Fördergelder zu beantragen beansprucht viel Zeit. „Schön wäre es, eine Stiftung zu finden, die uns langfristig unterstützt“, wünscht sich Abtt-Herberg. Sie hat sich eine Liste potentieller Förderer geschrieben, die sie nun abarbeitet. Die meisten Veranstaltungen werden auf Spendenbasis finanziert – und manchmal auch mit viel Idealismus, wenn die Mitglieder des Vereins fehlende Beträge vorstrecken oder ergänzen.

Die frühere Denkbar an der Schillerstraße musste 2004 schließen. Die neue haben Wilhelm Zimmermann und Christian Hellweg 2011 im Nordend ins Leben gerufen. Als einen Ort der kulturellen Vielfalt, der Begegnung und des Miteinanders.

„Wir sehen die Denkbar auch als kulturelles Zentrum für den Stadtteil“, sagt Doris Lerche. Tagsüber betreibt Madeleine Beiner seit 2018 die Räume als Kulturcafé. Der etablierte Brunch mit Live-Musik, sowie die „literarische Tortenschlacht“ jeden ersten Sonntag im Monat sollen demnächst mit einem Lesecafé-Nachmittag für Kinder und Familien ergänzt werden.

Neben musikalischen Events und Filmvorführungen gibt es abends vor allem feste Themen-Reihen: Hinter der Natur, Frankfurter Autoren, Streitkultur, vom Leben und Sterben, Orient-Occident, Lieben und lieben lassen, conditio humana und – seit Ende letzten Jahres – „Lebenslinien – Frankfurt fremd und vertraut. Migranten erzählen.“

Nachdem der nächste Termin Ende März abgesagt werden musste, geht es im September mit der Reihe weiter. Für diese Veranstaltungsreihe ist Paula Abtt-Herberg verantwortlich und schreibt aktuell einen Förderantrag an die Polytechnische Gesellschaft. „Das Programm muss bis April stehen und mit dem Antrag eingereicht werden“, erklärt sie. Im Juli wird darüber entschieden.

Die ehrenamtliche Programmgruppe plant und organisiert rund 260 Veranstaltungen im Jahr bei einer Förderung von knapp 6000 Euro. Die Haupteinnahmen kommen von privaten Spendern, zusätzlich gibt es Geld vom städtischen Kulturamt und von der Stiftung Citoyen für die Reihe „Streitkultur“.

Denkbar, Spohrstraße 46a, ganztags von Dienstag bis Freitag ab 9 Uhr und wochenends ab 10 Uhr geöffnet. Tel. 55 44 44. Web: s751953706.online.de

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