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Barbara Weichler, Geschäftsführerin von Junularo, steht an der Tür zum Tanzraum. Auch dafür muss Platz im möglichen neuen Domizil sein.

Nordend

Mafalda Frankfurt sucht neue Räume

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Das Kulturzentrum für Mädchen, Mafalda, kann doch nicht an den Merianplatz ziehen. 

Das Mädchenkulturzentrum Mafalda bangt um seine Zukunft. Der Eigentümer hat der Einrichtung in der Gaußstraße gekündigt. Bis Mitte September könne man noch bleiben. Das Gebäude im Hinterhof soll im kommenden Jahr abgerissen werden und einem Neubau mit Mietwohnungen Platz machen. Betroffen ist auch eine Kita des Caritasverbands Frankfurt. Jetzt sucht der Mädchentreff des Trägervereins Junularo händeringend nach einer neuen Bleibe.

Bis vor zwei Wochen habe Mafalda die Aussicht gehabt, in ein neues Domizil am Merianplatz wechseln zu können, sagt Leiterin Meike Helmbrecht. „Das ist nun aus baurechtlichen Gründen geplatzt. Beim aktuellen Immobilienmarkt bedeute das für uns eine Katastrophe.“ Nach einer Alternative sei nicht gesucht worden. „Jetzt wird die Zeit eng.“ Finde sich in den kommenden Monaten nichts, stünden die Mädchen und Pädagogen demnächst auf der Straße. Das wäre auch für die feministische Mädchenarbeit der Stadt Frankfurt dramatisch, so Helmbrecht. Stadtweit gebe es nur vier Einrichtungen für Mädchen.

Bereits Ende vergangenen Jahres sei die Kündigung eingetroffen, berichtet Junularo-Geschäftsführerin Barbara Weichler. Eigentlich habe sie gedacht, dass sie mit dem Mädchenkulturzentrum nicht mehr umziehen müsse. Es ist bereits der vierte Wechsel, der ansteht. Anfangs war die Einrichtung im Haus der Volksarbeit an der Eschenheimer Anlage. Danach folgten Stationen in der Zeißel- und der Eichwaldstraße, bevor das Zentrum 2014 schließlich in der Gaußstraße 12 landete.

Um eine neue Bleibe zu finden, möchten das Mafalda-Team, die Mädchen und Junularo alle Kräfte mobilisieren, sagt Weichler. Sie habe bereits bei der Frauen- und der Sozialdezernentin angefragt. „Überall erfahren wir Betroffenheit und Unterstützung und erleben die Anerkennung, die das Mafalda in der Stadtgesellschaft genießt.“ Doch über eine geeignete Bleibe verfüge die Stadt derzeit nicht. In den kommenden Tagen wollen die Mädchen selbstgemachte Plakate mit ihrem Anliegen in den Geschäften im Stadtteil aushängen.

Benötigt werde eine Liegenschaft mit 150 bis 200 Quadratmetern mit zwei großen Räumen und einem Büro, sagt die Geschäftsführerin. „Wenn etwas umgebaut werden muss, kein Problem. Damit haben wir Erfahrung.“ Gesucht wird im Nordend, Bornheim und im Ostend. „Mafalda arbeitet eng mit vielen Schulen im Umkreis.“ Die meisten Mädchen kämen aus dem Stadtteil. Notfalls sei auch eine temporäre Lösung denkbar. Damit sie mehr Zeit zum Suchen haben, wolle sie den Vermieter bitten, ob sie nicht wenigstens bis zum Jahresende bleiben können – wie auch die Kita der Caritas.

Das sei möglich, sagt der Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden will, auf Anfrage der FR. In den kommenden Tagen werde das Zentrum eine schriftliche Bestätigung erhalten. Der Wunsch, dass das Gebäude einmal abgerissen wird und dort Wohnungen entstehen, sei von Anfang an kommuniziert worden. Sobald die Liegenschaft leer steht, soll sie im kommenden Jahr abgerissen werden. Stattdessen werde bis 2021 ein neues Wohnhaus in dem Hinterhof mit insgesamt 14 Mietwohnungen entstehen.

Betroffen von dem Umbau ist auch die Kindertagesstätte „Wurzelkinder“ der Caritas. Ende November werde die U3-Einrichtung, in der 20 Mädchen und Jungen untergebracht sind, schließen, sagt Caritas-Sprecher Timm Kauhausen auf Anfrage. Da der Verband nur einen befristeten Mietvertrag habe, sei schon lange bekannt gewesen, dass das Gebäude Ende des Jahres geräumt werden muss. Die Eltern seien bereits 2018 informiert worden. Die meisten Kinder kämen in anderen Caritas-Einrichtungen unter. Auch das Personal wechsle in andere Kindertagesstätten, so Timm Kauhausen. Da die Liegenschaft erst im Dezember geräumt werden müsse, könne bis zum Schluss der Normalbetrieb aufrechterhalten werden.

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