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Der Hauptfriedhof, nicht immer ein Ort der Stille und Besinnung.

Nordend

Leseecke für Hauptfriedhof

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Die Ortsbeiräte 3 und 10 finanzieren einen Bücherschrank auf dem Öko-Feld an der Gießener. Nicht allen Stadtteilpolitikern gefällt die Idee.

Der Lesepark im Hauptfriedhof nimmt Form an. Die Stadt hat den Vorstoß der CDU, Grünen und SPD im Römer begrüßt, eine Ecke mit Sitzen und Bücherschrank einzurichten. Nun sendet auch der Ortsbeirat 3 ein positives Signal. Das Gremium stimmt den Ansinnen zu und erklärt sich bereit, ein Drittel der Kosten für den Bücherschrank zu übernehmen.

Als Standort kristallisiert sich das „Öko-Feld“, heraus, eine Wiese im Gewann 17, an der Gießener Straße. Andere Möglichkeiten hat der Ortsbeirat 3 geprüft, aber verworfen. Etwa den Haupteingang – zu weitläufig, da entstehe keine gemütliche Ecke. Oder das Alte Tor – zu eng, zu wenig einladend.

Das Öko-Feld ist auch Favorit, weil der 3er an der Stelle aus der Verantwortung rückt. Das geben die Mitglieder offen zu. Das Stück an der Gießener gehört zu Eckenheim, ist darum Einflussbereich des Ortsbeirats 10. Der ganz begeistert von dem Vorhaben ist. Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) hat bei einer Begehung gesagt, der 10er werde den Bücherschrank finanzieren. Das öffentliche Möbel kostet mit Aufbau rund 7000 Euro. Die Patenschaften könnten die beiden Blumenläden übernehmen.

Der Ortsbeirat 3 spart also Geld und rückt aus der Schusslinie. Nicht allen gefällt die Idee, den Freizeitwert des Friedhofs auszubauen. „Für uns ist das ein besonderer Ort“, sagt Claudia Ehrhardt (CDU). „Wir wollen gar nicht anfangen, den mit anderen Dingen zu überfrachten.“ Der Weg von einem Bücherschrank zu einem Skaterpark sei nicht allzu weit.

Ohnehin vom Tisch ist die Idee, in der Leseecke Liegestühle aufzustellen. Das hätte sogar die Grünen zu sehr ans Freibad erinnert. Statt dessen sollen die typischen Frankfurter Bänke den Lesenden Sitzmöglichkeit bieten. Noch nicht aufgegeben haben die Grünen die Idee, Bäume und Sträucher des Friedhofs mit Infotafeln zu versehen.

Das geistert schon seit einiger Zeit unter dem Titel „Kräuterlehrpfad“ durch die städtischen Gremien. Den Begriff findet Michael Mirsch von den Nordend-Grünen aber irreführend. Es gehe darum, an besonderen Gehölzen Tafeln anzubringen, um mehr nicht. Das habe es bereits gegeben, die alten Tafeln seien aber witterungsbedingt verschwunden. Das bringe vielleicht Menschen auf den Friedhof, aber nicht sonderlich viel Unruhe findet auch Seniorenbeirat Pieter Zandee. Schlimmer sei, dass der Hessische Rundfunk kürzlich eine Tatort-Folge dort gedreht habe. sky

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