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Laubbäume für den Oeder Weg

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Insgesamt 46 der rostroten Pflanzkübel werden auf dem Oeder Weg aufgestellt.
Insgesamt 46 der rostroten Pflanzkübel werden auf dem Oeder Weg aufgestellt. © Christoph Boeckheler

Die Stadt stellt bis Ende des Jahres große Pflanz- und Blumenkübel in der Einkaufsstraße auf, um diese aufzuwerten. Gastronomen und Gewerbetreibende kritisieren die Aktion.

Der Oeder Weg soll bunter werden. Die Stadt hat am gestrigen Montag die ersten großen Metallkübel aufgestellt, mit der die Einkaufsmeile im Rahmen der Umgestaltung hin zu einer fahrradfreundlichen Nebenstraße aufgewertet werden soll. Sie werden bepflanzt - ebenso wie weitere Stadtmöbel, die voraussichtlich im Laufe der Woche folgen. Die meisten Arbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Insgesamt 46 der zwei mal zwei Meter großen und etwa hüfthohen Metallkonstruktionen werden in den nächsten Tagen aufgestellt, sagt Holger Müller vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) vor Ort.

Platziert werden die rostroten Kübel auf fast sämtlichen mit einem großen X markierten Flächen am Straßenrand. Sie sollen vor allem die Flächen der Außengastronomie einrahmen. Möglichst zeitnah werden die Stahlkübel mit Erde gefüllt und bepflanzt.

Vorgesehen seien verschiedene Laubbäume und eine Unterpflanzung. Die Stadt habe eigens einen Landschaftsgärtner beauftragt, der je nach Standort schaue, welche Pflanzen passen, erläutert Müller. Das Unternehmen sei auch beauftragt, sich in den kommenden Jahren um die Kübel und den Inhalt zu kümmern. Es werden nicht die einzigen Bepflanzungen sein. Weitere große, bunte Blumentöpfe sollen im Laufe der Woche folgen.

Geplant seien zudem, insgesamt fünf sogenannte Parklets auf dem Oeder Weg aufzustellen, sagt der ASE-Mitarbeiter. Die hölzernenen, etwa sechs Meter langen Stadtmöbel werden begrünt und sollen den Menschen als Orte dienen, wo sie sich ohne Konsumzwang niederlassen können. Die ersten drei, türkisfarben, werden noch dieses Jahr geliefert, die anderen beiden erst 2023, so Müller. Geplant sei auch weiteres Sitzmobiliar wie Drehsessel und Bänke sowie Spieltische, etwa in Höhe des Eiscafés am Mittelweg.

Mit der Aktion vervollständigt die Stadt die temporäre Umgestaltung des Oeder Wegs in eine fahrradfreundliche Nebenstraße. Vor etwa einem halben Jahr hat die Kommune die Straße in diesem Rahmen in einem ersten Schritt bereits verkehrsberuhigt – mit Markierungen, Sperren für den motorisierten Verkehr und zusätzlichen Flächen für die Außengastronomie am Straßenrand sowie Fahrradbügeln.

Bei vielen Gewerbetreibenden kommt das Projekt nicht gut an. Da es weniger Auto-Parkplätze gibt und die Zufahrt zur Straße schwieriger ist, sei die Zahl der Kundschaft rückläufig. Auch der zweite Schritt kommt wenig gut an. „Klobig und klotzig“ seien die Pflanzkübel, die die Stadt hat aufstellen lassen, kritisiert Manuela Herrmann vom Elektrofachhandel Klobetanz. Auch das Rostrot sei „nicht schön, die hätte man doch lackieren können“. Dass direkt vor dem Laden einer der Quader abgestellt wird, davon habe sie nichts gewusst, „das hätte man uns doch mal sagen können“. Auch den Standort hält sie für unglücklich, da dieser zu nah an einem Fußgängerüberweg liege, „der verdeckt den Zebrastreifen“, an dem es schon häufig zu gefährlichen Situationen komme.

Wenig begeistert ist auch Nestor Domanis von der Café-Bar Kuku Vaia am unteren Oeder Weg. Direkt neben seinen drei Stehtischen hat die Stadt einen der Pflanzkübel abgestellt. Die leere Konstruktion sehe aus wie ein Schwimmbad, sagt er. Sei viel zu hoch und groß. Da sie die Fläche zum benachbarten Lokal belege, fehle jetzt ein Fluchtweg und die Möglichkeit, den Laden zu beliefern. Eine Kundin kritisiert, die Kübel seien hässlich.

Die Stadt habe diese bewusst aus dem wetterfesten Baustahl anfertigen lassen, erläutert Holger Müller vom ASE. Das Material sei nicht einfach gerostet, sondern habe eine Patina. Auch sei das Material wesentlich nachhaltiger als etwa Konstruktionen aus Plastik, Holz oder Beton. Zudem seien sie beweglich. Sollte das Projekt sich in der Testphase nicht bewähren, könnten sie jederzeit wieder entfernt werden.

Bäume und kleinere Pflanzen sollen zeitnah folgen.
Bäume und kleinere Pflanzen sollen zeitnah folgen. © Christoph Boeckheler

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