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Auf dem Weg an die Spitze.

Nordend

Das Kreuz auf der Frankfurter Lutherkirche ist zurück

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Die Halterung auf der Turmspitze der Lutherkirche  im Frankfurter Nordend musste erneuert werden. Rechtzeitig vor Ostern bringen Arbeiter das Symbol der Christenheit wieder auf dem Turm an.

Sorgfältig befestigen die Arbeiter Gurte an dem goldenen Kreuz, das gerade noch auf einem Anhänger lag. Ein riesiger Kran hievt am Freitag das 700 Kilogramm schwere Symbol samt einer Kugel auf den Turm der Lutherkirche. Bevor es losging mussten noch einige Autos abgeschleppt und fehlende Schrauben besorgt werden. Die Kinder des Gemeindekindergarten verfolgen das Spektakel und auch Passanten beobachten die Arbeiten. Ende November war das 6,45 hohe und 2,79 Meter breite Kreuz abmontiert worden, die metallene Halterung musste erneuert werden.

In dem Metallbaubetrieb Goldbach in Hanau wurde sie von Rost befreit und zur Verstärkung ein neues Innenrohr eingesetzt, sagt Chef Tobias Schrot. In 50 Meter Höhe wird er das Kreuz wieder verschweißen. Praktischerweise ist Schrot ebenfalls ausgebildeter Industriekletterer. Den Weg zum Turm muss er mit seinen Kollegen im Gegensatz zum Kreuz zu Fuß zurücklegen. Ausgerüstet mit diversen Haken und Werkzeugen, die sie um die Hüften tragen. Ein Teil ihres Werkzeuges hat der Kran allerdings schon nach oben gehievt.

Oben auf der Spitze wurde extra eine Plattform für die Arbeiter errichtet und alles abgedeckt, damit das Dach nicht beschädigt wird, sagt Claudia Zarbo, Bauleiterin vom Evangelischen Regionalverband. Der übernimmt die Kosten für die Sanierung und die Auf- und Abbauarbeiten. Wie hoch die sind, könne sie nicht sagen.

Statiker Michael Nieländer ist auch vor Ort: „Da sich an dem Rohr Wasser gestaut hatte, war es zu Korrosionsschäden gekommen“, erklärt er. Da es keine eindeutigen Angaben zum Material des Rohres gegeben habe, sei es schwer gewesen die Qualität zu bestimmen. „Das war uns zu heikel.“ Damit das Kreuz auch Böen standhält, habe man es sicherheitshalber abgebaut. Denn da oben könne es schon ganz schön windig werden.

Und schließlich steht das mit Blattgold verzierte Kreuz schon ein paar Jahre auf dem Turm der evangelischen Gemeinde, die ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Genauer gesagt seit 1963. Die Arbeiten am Neubau am Martin-Luther-Platz waren 1955 abgeschlossen. Das alte Gotteshaus im neugotischen Stil war im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen fast vollständig zerstört worden. Seit 2008 ist auch das Gemeindehaus an der Kirche ansässig.

Das Kreuz selbst ist nicht erneuert worden. Dabei trägt es einige Macken und Abschürfungen. Im Zuge einer Sanierung des Turms, die in den nächsten Jahren anstehe, soll auch das Wahrzeichen neu vergoldet werden, sagt Pfarrer Hans Reiner Haberstock. Haberstock freut sich, dass das Kreuz rechtzeitig vor Ostern wieder an seinem Platz ist. „Die Gemeindemitglieder, aber auch Anwohner, haben es sehr vermisst und fragten des öfteren, wann es wiederkomme.“ Endlich könne das Kreuz, das weithin zu sehen sei, wieder glänzen, besonders schön in der Morgen- und Abendsonne.

Das Konzert

Am Karfreitag werden um 18 Uhr in der Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 1, Musik und Texte zur Passion dargeboten, mit Orgelwerken von Johann Sebastian Bach, Johann Gottfried Walther und Georg Philipp Telemann. Der Eintritt ist frei.

Informationen gibt es unter www.luthergemeinde-frankfurt.de

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