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Der Magistrat will die Häuser am Rand des Bethmannparks im Erbbaurecht vergeben. Foto: Christoph Boeckheler
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Der Magistrat will die Häuser am Rand des Bethmannparks im Erbbaurecht vergeben.

Nordend

Konzerte im Bethmannschen Gartenhaus

Der Ortsbeirat will das historisches Ensemble am Friedberger Tor zum kulturellen Treffpunkt entwickeln. Der derzeitige Mieter hat für eines der Gebäude ähnliche Pläne.

Das Bethmannsche Gartenhaus in Frankfurt liegt hinter Büschen und Bäumen verborgen. Trotz der prominenten Lage am Friedberger Tor ist das denkmalgeschützte Ensemble kaum zu erkennen. Die Stadt Frankfurt hat den einstigen Landsitz der Familie Bethmann seit Jahren an Privatunternehmen vermietet. Das will der Ortsbeirat 3 ändern. Die Stadtteilpolitiker möchten prüfen lassen, ob die Häuser nicht öffentlich genutzt werden können.

Derzeit beabsichtigt der Magistrat, das an den Bethmannpark angrenzende Areal an der Friedberger Landstraße mit dem klassizistischen Ensemble aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für 40 Jahre im Erbbaurecht zu vergeben, sagt Günter Murr vom Amt für Bau und Immobilien. Durch eine langfristige Lösung könnte der Nutzer oder die Nutzerin besser planen und in den Erhalt des Gebäudes investieren.

Noch bevor der Vertrag unterschrieben wird, will der Ortsbeirat wissen, ob in den historischen Räumen nicht auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte stattfinden können, sagt Willi Preßmar (Grüne), der die Idee zu dem Vorstoß hatte. Werde das Gebäude in Erbpacht vergeben, „ist es weg“. Das wäre schade, findet das Stadtteilgremium. Es hat einen gemeinsamen Antrag von Grünen, CDU und SPD auf den Weg gebracht, der eine Machbarkeitsstudie für die städtische Immobilie fordert.

In jüngerer Zeit gebe es eine höhere Aufmerksamkeit für historische Orte und ein gewachsenes Interesse, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sagt Preßmar. Schön wäre es deshalb, das Ensemble, zu dem bis zu ihrer Zerstörung 1944 die Villa Ariadne gehörte, in der Napoleon Bonaparte geschlafen hat, der Bürgerschaft zugänglich zu machen. Die Frage der Wirtschaftlichkeit dürfe nicht an erster Stelle stehen.

Für die Stadt wäre es kein Risiko zu prüfen, ob in den Häusern in Zukunft eine öffentliche Nutzung möglich ist, sagt Preßmar. Ihm schwebt keine kurzfristige Änderung vor, sondern ein Zeitraum von zehn Jahren. Außer Platz für Kultur sei ein Café denkbar, „das gibt es im Bethmannpark bislang nicht“. Möglich seien unter Umständen auch einige wenige Wohnungen. Dafür müsste man die Bausubstanz und das Innere kennen.

Mieter plant Veranstaltungsort

Matthias Edelmann weiß, wie es in den historischen Gebäuden aussieht. Seit zehn Jahren nutzt sein Beratungsunternehmen namens Lurse die Räume. Neben der Frankfurter Filiale der deutschlandweit agierenden Firma gebe es noch zwei Untermieter, sagt der Geschäftsführer. Lurse wolle das Angebot der Stadt annehmen, die Liegenschaft im Erbbaurecht zu übernehmen. Dann würde die Firma die Gebäude zeitnah sanieren.

Eines der Dächer etwa sei kaputt, es gebe Risse in den Wänden. Edelmann rechnet mit Kosten von bis zu 400 000 Euro. Lurse wolle das Bethmannsche Gartenhaus nicht nur als Büro nutzen, so der Geschäftsführer. Seine Firma habe geplant, dort nach der Sanierung einen ähnlichen Veranstaltungsort zu schaffen, wie sie ihn bereits mit dem „Kulturgut Winkhausen“ in Nordrhein-Westfalen unterhält.

In einem der Gebäude am Bethmannpark könne ein rund 300 Quadratmeter großer Raum geschaffen werden, sagt Edelmann. Dort und im Garten könnten Lesungen, Vernissagen und Konzerte stattfinden. Jungen Künstler:innen könnte so eine Plattform geboten werden. Der Keller könnte als Proberaum für Bands genutzt werden. Denkbar sei auch, in dem Haus eine Kinderbetreuung einzurichten, die nicht nur für den Nachwuchs der Lurse-Mitarbeiter:innen offen ist.

Ein fertiges Konzept gebe es noch nicht, sagt Edelmann. Gerne wolle er dieses mit dem Ortsbeirat weiterentwickeln. „Wir wollen uns nicht abschotten.“

Der Ortsbeirat 3 tagt am Donnerstag, 18. Februar, 19.30 Uhr, im Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24.

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