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Klos am Merianplatz sollen auch nachts öffnen

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Von: Boris Schlepper

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Derzeit sind die Toiletten im ehemaligen Merianbad auf dem Merianplatz nur schlecht zu erkennen. Sie sollen durchgehend geöffnet werden und besser gekennzeichnet werden.
Derzeit sind die Toiletten im ehemaligen Merianbad auf dem Merianplatz nur schlecht zu erkennen. Sie sollen durchgehend geöffnet werden und besser gekennzeichnet werden. © Monika Müller

Der Ortsbeirat 3 will Toiletten im ehemaligen Merianbad rund um die Uhr zugänglich machen. Die Interessengemeinschaft Untere Berger Straße befürchtet dagegen, dass Feiernde das als EInladung verstehen.

Die Toiletten im ehemaligen Merianbad am Merianplatz sollen künftig auch nachts öffentlich zugänglich sein. Dafür hat sich der Ortsbeirat 3 (Nordend) vor Kurzem erneut einstimmig einem Antrag der Linken folgend ausgesprochen. Zudem sollen die WCs deutlich erkennbar ausgeschildert werden, dass es sich um öffentliche Toiletten handelt.

Derzeit sind die sanitären Einrichtungen – Duschen und Toiletten – auf der Rückseite des Gebäude unweit des Spielplatzes nur während der Öffnungszeiten des Restaurants „Kupferstecher“ von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Die Schlüssel für die unscheinbaren Metalltüren werden von den beiden Pächtern des Lokals verwahrt. Mit der Eigentümerin hat die Stadt eine entsprechende Regelung getroffen, dass die Gastronomen sich um die Anlage kümmern und sauberhalten.

„Da es immer wieder zu Beschwerden rund um die Feiern im Nordend kommt, aber auch Kinder, ältere Menschen und obdachlose Menschen dringend eine öffentliche Toilette in diesem Bereich benötigen, muss schnell eine Lösung gefunden werden“, begründet Antragstellerin Martina van Holst, Fraktionssprecherin der Linken ihren Vorstoß. „Eine Möglichkeit wäre, einen einfachen Riegel von innen anzubringen, sodass die öffentliche Toilette während der Nachtzeiten offenbleiben kann.“ Sollte sich die Situation nach einer Testphase von sechs Monaten als nicht haltbar erweisen, müssten andere Alternativen geprüft werden.

Drazan Susak, der zusammen mit Tomislav Matkovic die Gaststätte im ehemaligen Merianbad betreibt, hat keine Einwände. „Da spricht nichts gegen.“ Allerdings müsste vorab geklärt werden, wer für potenzielle Vandalismus-Schäden sowie für die zusätzlichen Strom-, Wasser- und Reinigungskosten aufkomme. Bislang sei ihm der Vorschlag noch nicht unterbreitet worden, „mit uns hat niemand geredet“.

Dabei ist es nicht der erste Antrag der Linken zu dem Thema. Bereits Ende vergangenen Jahres hat der Ortsbeirat eine fast gleichlautende Vorlage auf den Weg gebracht. „Bislang hat die Stadt aber noch nichts unternommen“, erklärt van Holst den erneuten Vorstoß. Auch das stadtweite Toilettenkonzept, an dem die Frankfurter Verwaltung sei langem arbeite, sei dem Stadtteilgremium nie vorgestellt worden.

Kaweh Nemati, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Untere Berger Straße, hält nichts davon, die Toiletten auch nachts zu öffnen. Theoretisch begrüße er es zwar, wenn man sich in den späten Abendstunden nach ein paar Gläsern Bier oder Apfelwein erleichtern könne. Doch befürchtet er, dass es von den Menschen, die derzeit am Merianplatz oft bis in die frühen Morgenstunden lautstark feierten, als Einladung verstanden werden könnte. Auch rechnet Nemati damit, dass die Toiletten, wenn sie unkontrolliert zugänglich sind, derart verdreckt werden, dass am nächsten Tag keiner mehr Lust haben werde, diese zu reinigen: „Das wäre eine Zumutung für die Leute, die dort saubermachen.“

Um die Menschen davon abzuhalten, am Merianplatz lange und laut zu feiern, müssten andere Lösungen her, ist Nemati überzeugt. Auch zusätzliche Mülleimer und Dixi-Toiletten, wie sie etwa freitags am Friedberger Platz und am Luisenplatz aufgestellt werden, hält er nur für ein Resignieren der Stadt, der es nicht gelinge, Ruhe für die Anwohnenden zu schaffen. Sinnvoller sei dagegen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab Mitternacht, für das sich jedoch zunächst die Landesregierung aussprechen müsste. Dieses könne dann sicher dafür sorgen, dass es auf den Plätzen im Nordend nicht bis in die Morgenstunden Lärm und auch weniger Müll und Scherben gebe.

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