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Ulrike Grzimek (CDU), hat zweieinhalb Jahre lang als Kinderbeauftragte im Nordend gewirkt.

Nordend

Kinderbeauftragte tritt zurück

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Ulrike Grzimek zieht nach München und präsentiert zugleich einen potenziellen Nachfolger.

Kinderbeauftragte Ulrike Grzimek tritt zurück. Beruflich verschlägt es die 45-Jährige mit ihrer Familie, einem Mann und drei Kindern, nach München. „Es ist ein trauriger Abend“, sagt sie am Donnerstag, als sie sich vom Ortsbeirat 3 verabschiedet.

Seit November 2016 hat die Juristin, Referatsleiterin im hessischen Sozialministerium und CDU-Frau ihr Amt ausgeübt. Stets war ihr wichtig, die Kinder am politischen Geschehen in der Stadt zu beteiligen. „Das Nordend ist ein Motor für die Kinderrechte in der Stadt“, sagt sie.

Nun nutzt sie die Gelegenheit, einen potenziellen Nachfolger zu präsentieren: Lorenz Gempper. Der 45-jährige Fotograf ist kein Unbekannter. Seit „vier, fünf Jahren“ ist der Vater zweier Kinder aktiv im Schulelternbeirat. Sein Einsatz für mehr Sauberkeit in Schultoiletten hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Für die Elterninitiative der Holzhausenschule (die vorübergehend auf den Campus Westend zieht) hat er kürzlich die Ortsbeiräte in Nord- und Westend besucht, um für einen sichereren Schulweg zu werben. Als Kinderbeauftragter würde er sich auch einsetzen, Jugendliche besser einzubinden. „Ein Kinderbeauftragter ist auch Jugendbeauftragter“, findet er. Gerade im Nordend gebe es zu wenig Angebote. Auch platzbedingt.

Der Ortsbeirat hat recht verhalten auf den Vorstoß reagiert. Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) dankt der scheidenden Kinderbeauftragten Grzimek für „ihre aktive und verdienstvolle Arbeit“. Über die Nachfolge wollen die Beiräte aber in Ruhe nachdenken. Für gewöhnlich nominiert der Ortsbeirat seine Kinderbeauftragten selbst. Gempper möge daher in der Sitzung am 22. August noch einmal vorbei schauen. Die Fraktionen hätten so Zeit nachzudenken, ob sie lieber einen eigenen Kandidaten wollen, sagt Guder.

Ulrike Grzimek platziert derweil noch einen Appell. Sie lobt das aktuelle Stück des Papageno-Musiktheaters „Die Kinder der Toten Stadt“, ein Musikdrama gegen das Vergessen, das sich mit dem Schicksal der Kinder im Konzentrationslager Theresienstadt befasst. Landesregierung und ihr Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker (CDU) sollen sich dafür einsetzen, dass das Stück an die Schulen komme, fordert sie. „Damit mehr Kinder davon profitieren.“ 

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