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Kein Gymnasium in der Grünen Lunge

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Von: Boris Schlepper

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Eine Mehrheit des Ortsbeirats 3 will in der sogenannten Grünen Lunge kein sechszügiges Gymnasium.
Eine Mehrheit des Ortsbeirats 3 will in der sogenannten Grünen Lunge kein sechszügiges Gymnasium. © Michael Schick

Eine Mehrheit des Ortsbeirats 3 will am Günthersburgpark nur eine kleine gymnasiale Oberstufe für die nahen Integrierten Gesamtschulen. Für ein Gymnasium sei der Standort im Baugebiet Günthersburghöfe ungeeignet.

Der Ortsbeirat 3 hat sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen, dass das geplante Gymnasium Ost nördlich des Günthersburgparks entsteht. Die Fraktionen von SPD, Grünen und Volt sprachen sich in der jüngsten Sitzung am Donnerstag mit einem Antrag der Sozialdemokraten dafür aus, prüfen zu lassen, ob an dem potenziellen Standort an der Dortelweiler Straße nicht alternativ eine kleinere, gymnasiale Oberstufe Platz finden könnte.

Das geplante Gymnasium Ost solle sechszügig werden und bis zu 2000 Schülerinnen und Schüler aufnehmen, erläuterte SPD-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Koch. Das wäre zu viel für das Areal, das in dem Baugebiet Günthersburghöfe liegt. Die Schule wäre „ein solches Monstrum, daneben kann sich keine grüne Lunge behaupten“. Sinnvoll sei deshalb ein Kompromiss.

Für eine gymnasiale Oberstufe werde nur ein „überschaubares Gebäude“ benötigt, sagte der SPD-Chef. Zudem gebe es in den drei nahen Integrierten Gesamtschulen (IGS) einen großen Bedarf. Die Schüler:innen der IGS Nordend, Friedrich-Ebert und Herder müssten derzeit bis nach Bockenheim in die Max-Beckmann-Schule fahren. Auch sei der Standort für ein Gymnasium am Günthersburgpark ungünstig, so Koch. Der eigentliche Bedarf bestehe im Ostend, „da muss etwas Neues gefunden werden“. Eventuell müssten neue Wege gedacht und etwa vorhandene Gebäude aufgestockt werden, wenn sich keine geeigneten Flächen finden lassen.

Die Grünen teilten die Ansicht der SPD. Das Grundstück am Günthersburgpark eigne sich nicht, um den Bedarf für ein großes Gymnasium zu decken, sagte Christian Bischoff. Auch fehle dort etwa ein Zugang zum ÖPNV.

Die Fraktionsvorsitzende der CDU, Claudia Ehrhardt, stimmte gegen die Vorlage der SPD. Man müsse an dem gefundenen Standort festhalten. Auch lehnte sie es ab, dass über die Schulform diskutiert werde. Martina van Holst (Linke) bedauerte es, dass das Soziale dem Klimawandel gegenüberstehe, „das ist eine verflixte Entscheidung“. Künftig müsse langfristiger geplant werden, um solche Situationen zu verhindern. Die Nähe zur grünen Lunge könne jedoch vor allem für jüngere Schüler:innen von Vorteil sein, weshalb sie den Bau eines Gymnasiums bevorzuge.

Im Nordend wechsele einer Datenerhebung zufolge mehr als jedes zweite Kind auf ein Gymnasium, sagte Marco Findeisen (FDP). Demnach sei es falsch, diesen stattdessen eine IGS vorzusetzen. In einer eigenen Vorlage hatten die Liberalen sich für den baldigen sechszügigen Ausbau der Friedrich-Ebert-Schule in Seckbach und den Bau des Gymnasiums an den Günthersburghöfen ausgesprochen. Die Stadt solle prüfen, ob dort auch die Schüler:innen der drei integrierten Gesamtschulen unterrichtet werden könnten. Linke und CDU unterstützten den Antrag, der keine Mehrheit fand.

Manfred Zieran von Ökolinx lehnte es ab, dass überhaupt eine Schule auf dem Areal errichtet wird. Er sei nicht gegen ein Gymnasium oder eine Oberstufe, „aber hier geht es um die Frischluftschneise“. Die Klimakatastrophe habe Vorrang. Sinnvoller sei es, die Fläche zu entsiegeln.

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