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Ehrenamtliche der Malteser picknicken im Günthersburgpark mit Geflüchteten: „Handkäs mit Musik“ verortet der Afgahne Javeed Bandarkhel (links) derzeit noch in der Alten Oper.

Frankfurt-Nordend

Malteser laden zum gemeinsamen Frühstück mit Geflüchteten im Frankfurter Günthersburgpark

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Malteser laden zum Picknick mit Integrationslotsen und Geflüchteten im Günthersburgpark. Die Nachfrage nach den ehrenamtlichen Betreuern ist groß.

Prinzipiell lief die Integration bislang prima, aber ein bisschen Luft nach oben ist ja immer. Den „Handkäs mit Musik“ verortet der 32 Jahre alte Javeed Bandarkhel derzeit noch in der Alten Oper. Und im Waldstadion war er in der vergangenen Saison kein einziges Mal. Dafür hat er bereits ein Frankfurter Lieblingsmuseum: das Senckenberg. Oder, wie Bandarkhel es formuliert: „das mit den Knochen an der Bockenheimer Warte“. Man kann dem aus Afghanistan Geflüchteten da aber keinen Vorwurf machen. Es liegt wohl eher daran, dass seine beiden „Tandempartner“ Kristin Eibisch (34) und Stefan Olsson (37) dem Fußball und Ebbelwei weniger gewogen sind als dem Museumsufer.

Am Samstag haben sich einige der rund 130 ehrenamtlichen Malteser Integrationslotsen und der mehr als 300 von ihnen betreuten Flüchtlingen zum „Picknick zum Tag der offenen Gesellschaft“ im Günthersburgpark getroffen. Seit 2016 bieten die Malteser sogenannte Tandems an: Frankfurter unterstützen Geflüchtete bei alltäglichen Dingen, helfen ihnen etwa bei Behördengängen oder Bewerbungen oder zeigen ihnen einfach nur die Stadt. Im Gegenzug, so sagen die Malteser, „profitieren die Frankfurter von interkulturellen Erfahrungen“ – oder wie an diesem Tag von internationalen Spezereien.

Javeed Bandarkhel ist im Jahr 2016 nach Deutschland und - nach einem kurzen Zwischenstopp in Darmstadt – nach Frankfurt gekommen. Und weil seine Lotsen mit ihm noch nie in einer traditionellen Ebbelweikneipe waren, hält er die Stadt am Main noch immer für eine gastfreundliche. Was ja nicht schlecht sein muss.

Sowohl Eibisch als auch Olsson stehen mitten im Berufsleben, für eine Betreuung oder Vorbereitung etwa bei dem Bewerben um einen Ausbildungsplatz fehlt ihnen schlicht die Zeit. Das sei aber halb so wild: „Wir treffen uns halt abends.“ Als berufstätige Integrationslotsen hätten die Malteser ihnen mit Bandarkhel jemand an die Hand gegeben, der nicht allzu betreuungsintensiv ist: „Er war vorher schon ganz gut vernetzt.“ Da gäbe es auch ganz andere Fälle - aber es gebe eben auch andere Ehrenamtliche, die weit mehr Zeit hätten.

Die Tandems, sagt Tanja Lenert von den Maltesern, sei ein voller Erfolg. Auch die Quote von Flüchtlingen, die mit Hilfe der Lotsen einen Ausbildungsplatz bekommen hätten, könne sich sehen lassen. Aber der Bedarf sei riesig, und noch übersteige die Nachfrage nach Tandems das Angebot bei weitem.

Dabei könne fast wirklich jeder Integrationslotse werden, bereits ab einem Zeitkontingent von ein, zwei Stunden die Woche könne man dabeisein. Die Malteser ließen da auch keinen im Regen stehen: zwei hauptamtliche Koordinatoren stehen den Lotsen zur Seite, es gibt ein Vorbereitungsseminar. Weitere Infos unter der Telefonnummer 9 42 10 50 oder integrationshilfe-frankfurt@malteser.org.

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