Die Stadt hat in dem 16 Hektar großen Areal, auf dem das Innovationsquartier entstehen soll, 38 erhaltenswerte Bäume ausgemacht. Die BI sagt, dass es wesentlich mehr sind. Foto: Peter Jülich
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Die Stadt hat in dem 16 Hektar großen Areal, auf dem das Innovationsquartier entstehen soll, 38 erhaltenswerte Bäume ausgemacht. Die BI sagt, dass es wesentlich mehr sind. Foto: Peter Jülich

Nordend

Innovationsquartier im Frankfurter Nordend soll tausende Bäume gefährden

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ widerspricht Stadt. Im geplanten Innovationsquartier seien keineswegs nur einige wenige Bäume erhaltenswert.

Durch das Bauvorhaben Innovationsquartier sind tausende von Bäumen gefährdet. Das sagt die Bürgerinitiative Grüne Lunge, die das Neubaugebiet ablehnt. Sie befürchtet einen erheblichen ökologischen Schaden, wenn das Areal bebaut wird – und widerspricht damit einer Mitteilung der Stadt Frankfurt. In der hatte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) informiert, dass von den dort 38 als wertvoll eingestuften Bäume nur sieben gefällt werden müssten.

Durch die geplanten Günthersburghöfe werde ein „wertvolles, intaktes und gesundes Areal mit tausenden Bäumen zerstört“, heißt es in der Gegenrede der BI. Die Stadt beschönige die ökologischen Folgen des Projekts. „Die Zerstörung des Lebensraums für Tiere und Pflanzen wird heruntergespielt.“

Nach Ansicht der Bürgerinitiative stehen auf dem 16 Hektar großen Gebiet bis zu 3000 Bäumen. Allein auf Luftaufnahmen seien 450 hochgewachsene, wertvolle Exemplare zu sehen. Viele davon seien alte Obstsorten, die vom Aussterben bedroht sind. Sie bildeten „einen Genpool, der unbedingt erhaltenswert ist“. Auch gebe es viel Höhlenbäume, die unzähligen Tieren wie Fledermäusen und Wildbienen als Lebensraum dienten. „Der Anteil an alten Bäumen ist also ein unbedingtes Qualitätsmerkmal“, schreibt die BI.

Die Initiative kritisiert, dass die Kommune eine „höchst oberflächliche Einschätzung“ durchgeführt habe. Dabei seien nur „die von den Wegen aus sichtbaren Bäume“ berücksichtigt, die in den Gärten dagegen nicht erfasst worden – dort stünde aber der Großteil. Die „realitätsferne Erfassung“ dürfe nicht die Grundlage für stadtplanerische Entscheidungen sein. bos

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