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Jörg Harraschain lebt nicht nur im Nordend, er hat auch viel für den Frankfurter Stadtteil getan.
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Jörg Harraschain lebt nicht nur im Nordend, er hat auch viel für den Frankfurter Stadtteil getan.

Nordend

„Ich kann andere ans Ruder lassen“

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Der ehemaliger Ortsvorsteher Jörg Harraschain sucht Leute mit Herz für den Frankfurter Stadtteil Nordend. Sie sollen seine Pflanzaktionen und Ausstellungen fortführen, die im Viertel unter dem Namen „Kunst im Nordend“ seit 17 Jahren Tradition haben.

Herr Harraschain, vor 17 Jahren hatten Sie die Idee zur Arbeitsgemeinschaft Kunst im Nordend, kurz KuNo. Jetzt suchen Sie Nachfolger und Nachfolgerinnen. Sind Ihnen die Ideen ausgegangen?

Nein, davon habe ich mehr als genug. Doch merke ich mit 78, dass ich nicht mehr alles machen kann. Ich brauche Leute, die einsteigen und das Projekt weiterführen und eventuell auch weiter entwickeln.

Sie wollten damals den Stadtteil mit Kunst, Kreativität und Kommunikation beleben – und Menschen zusammenbringen. Ist Ihr Konzept aufgegangen?

Ich denke ja. Wir haben verschiedene Foto-Ausstellungen auf öffentlichen Plätzen organisiert, in denen zum Beispiel das historische Nordend gezeigt wurde. Außerdem haben wir im Nordend mehrere Pflanzaktionen gestartet, etwa den Streifen am Matthias-Beltz-Platz begrünt und mit Blumen und Sträuchern verschönert. Auf dem Oeder Weg haben wir Hochbeete angelegt. Und, und und…

Zudem haben Sie eine große Sammlung von mehr als 1000 Fotografien aus dem Stadtteil angelegt. Welche Aufgaben warten auf Ihre Nachfolger:innen?

Wir brauchen vor allem junge Leute, die die Beete pflegen und die Pflanzen gießen, die bei Veranstaltungen beim Auf- und Abbau helfen, die mehr Systematik in die Dateien der Fotosammlung bringen, die die Homepage betreuen, die sich um Geld für Ausstellungen kümmern. Und natürlich brauchen wir auch Leute, die eigene Ideen haben und diese umsetzen wollen.

Zur Person

Jörg Harraschain (78), verheiratet, Vater einer Tochter, Diplom Volkswirt, lebt seit fünf Jahrzehnten im Frankfurter Stadtteil Nordend. Als Gymnasiallehrer arbeitete er mehr als 30 Jahre an der Heinrich-Böll-Schule im Rodgau. Er war sechs Jahre lang Ortsvorsteher und vertrat von 1986 bis 2009 die Grünen im Ortsbeirat 3 (Nordend).

Für sein Engagement bekam er den Stadtteilpreis Nordend des Ortsbeirats und die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt. Heute sammelt er alles zur Geschichte des östlichen Stadtteils. Harraschain sagt, er würde sich sehr freuen, wenn im Stadtteil ein Nordend-Fundus entstehen würde, in dem Dokumente, Artikel, Bilder, Fotos und ähnliches gesammelt werden. bos

Kontakt zu seinem Projekt KuNo über Harraschain: Telefon 59 58 58, E-Mail: joerg@harraschain.de

Suchen Sie neue Mitstreiter:innen oder eine Nachfolge?

Optimal wäre es, wenn eine(r) sagt, ,ich mache den Harraschain‘. Also jemand, dessen Herz ebenfalls fürs Nordend schlägt, der die Koordination und die Verantwortung für die Projekte übernimmt, der die Verbindung zu allen hält – und soziale Kompetenz hat. Da wir in allen Bereichen Leute suchen, bin ich dabei, kleine Arbeitsgruppen zu schaffen, die sich um die einzelnen Projekte kümmern.

Für Ihre Ausstellungen haben Sie eine besondere Konstruktion entworfen, um Bilder bei Wind und Wetter im öffentlichen Raum zeigen zu können. Auch um dieses Equipment müssten sich neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter kümmern, oder?

Natürlich, damit könnte man sogar ein ökologisch arbeitendes Unternehmen aufbauen und Geld verdienen, da es überall eingesetzt werden kann. Für die schweren Eisengestänge und Bilderrahmen wird ab Ende des Jahres außerdem ein neuer Raum mit mindestens 30 bis 40 Quadratmetern benötigt.

Und Sie könnten sich dann zur Ruhe setzen?

Ob ich mich zur Ruhe setzen kann – da habe ich so meine Zweifel. Anfangs würde ich sicher noch helfen und Ratschläge geben, aber ich kann in die zweite Reihe treten und andere ans Ruder lassen.

Interview: Boris Schlepper

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