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Hoffen auf den Denkmalschutz

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Von: Sebastian Theuner

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Die oberen Günthersburgallee zwischen Hartmann-Ibach-Straße und Alleenring soll umgestaltet werden.
Die oberen Günthersburgallee zwischen Hartmann-Ibach-Straße und Alleenring soll umgestaltet werden. © Rolf Oeser

Anwohnende der Günthersburgallee lehnen Sportgeräte und urbanes Gärtnern ab. Sie möchten, dass der historische Charakter der Straße bei einer geplanten Umgestaltung erhalten bleibt.

Der Unmut beim jüngsten digitalen Treffen war groß: Die Aktionsgemeinschaft „Obere Günthersburgallee“ ist nicht einverstanden mit den Plänen des Ortsbeirats 3 zur Neugestaltung des einstigen Prachtboulevards. Diese sehen unter anderem Spiel- und Fitnessgeräte für die Grünanlage vor. Auf seiner Sitzung Ende Januar hatte sich das Gremium wiederholt für die Geräte ausgesprochen.

Anwohnende fürchten jedoch, dass der Denkmalschutz bei der Neugestaltung nicht ausreichend berücksichtigt wird. Spiel- und Fitnessgeräte brächten eine „Nutzungsänderung mit sich. Der historische Charakter würde verloren gehen“, sagt Hartmut Schroth von der Aktionsgemeinschaft. Dasselbe gelte für vorgesehene Bereiche zum gemeinschaftlichen Gärtnern: „Wir wollen nicht, dass die Allee in einen Schrebergarten verwandelt wird.“

Zwar soll der Denkmalschutz laut einem vom Ortsbeirat beschlossenen Antrag in die Planung einbezogen werden. Doch hierfür müsse das Grünflächenamt zunächst einen Bebauungsplan erstellen und dem Denkmalamt zur Prüfung vorlegen. Das sei bislang noch nicht geschehen, sagt Schroth. Er befürchtet, dass die Prüfung erst dann stattfinden könnte, wenn die Geräte schon stehen.

Bei einem Ortstermin Anfang des Jahres habe Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) angekündigt, Anwohnende in die Planungen einzubeziehen. „Ein runder Tisch ist jetzt aber wohl kein Thema mehr“, sagt Schroth mit Verweis auf den beschlossenen Antrag. „Erbost“ seien Mitglieder der Aktionsgemeinschaft über Aussagen in der Ortsbeiratsdebatte im Januar gewesen: So verortete Martina van Holst (Linke) beispielsweise die Kritik an Spiel- und Sportgeräten in einem „konservativen Klientel.“

Auch Familien würden der Aktionsgemeinschaft angehören, betont Schroth, man sei keineswegs gegen spielende Kinder. Er sei sicher, dass es für die Geräte alternative Standorte gebe – zum Beispiel im Günthersburgpark, der nach Norden erweitert werden soll. In der Ortsbeiratssitzung am 17. Februar wolle man erneut vorsprechen; darüber hinaus seien Gespräche mit dem Denkmalamt geplant: „Unsere Hoffnungen liegen darin, dass der Denkmalschutz eingebunden wird.“

Auch für die Instandsetzung des nördlichen Springbrunnens will sich die Aktionsgemeinschaft einsetzen. Hierfür seien jedoch Fördermittel nötig; beispielsweise vom Land Hessen, von Bürgerstiftungen, Firmen und Spender:innen.

Und auch der „politische Wille muss da sein“, um den Brunnen langfristig zu betreiben, sagt Schroth.

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