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Heimat für Grünspecht und Gartenrotschwanz im Nordend

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Von: Matthias Bittner

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Zwei Grünspechte.
Zwei Grünspechte. © Privat

Parks und Grünflächen im Stadtteil bieten seltenen Arten einen Lebensraum. Schutzkonzept schreibt dem Nordend eine große Bedeutung zu.

Das Arten- und Biotopschutzkonzept (ABSK) der Stadt Frankfurt schreibt dem Nordend eine große Bedeutung zu. Große Teile des Hauptfriedhofs und der beiden jüdischen Friedhöfe gehören zum Stadtteil und bilden mit 75 Hektar zusammen die größte zusammenhängende Freifläche in Frankfurt. Auch der Günthersburgpark, der Wasserpark und der Holzhausenpark mit ihrem zum Teil sehr altem Baumbestand bieten Tieren einen wichtigen Lebensraum.

Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, und Thomas Hartmanshenn, Abteilungsleiter Umweltvorsoge im Umweltamt, stellten in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) am Donnerstagabend die Grundzüge des ABSK vor, um dann die Besonderheiten des Nordends näher zu erläutern. 1300 Seiten stark ist das Konzept, das im September 2021 im Ausschuss für Klima- und Umweltausschuss vorgestellt wurde und 2023 im Stadtparlament verabschiedet werden soll.

Zunächst sei analysiert worden, welche Tiere, Pflanzen und Pilze es in Frankfurt gebe und welche für den Artenschutz relevant seien. Außerdem wurde die Qualität der Flächen untersucht und in Kategorien eingeteilt. Laut Rothenburger ist ein Fünftel der Fläche Frankfurts qualitativ wertvoll für die biologische Vielfalt. Anschließend wurden sechs Ziele formuliert: Erhalt und Optimierung von Lebensräumen, deren Entwicklung und Wiederherstellung, Neuschaffung von Lebensräumen, Erhalt und Förderung von Arten, Förderung von Arten sowie Prozessschutz – also Verzicht auf Nutzung, etwa von Waldflächen.

Für Stadtplaner:innen habe das AKSB einen immensen Mehrwert, erklärte Rothenburger. Denn auf dessen Grundlage könnten Flächen und dort beabsichtigte Projekte relativ schnell und unkompliziert bewertet werden.

Unantastbar sind im dicht besiedelten Nordend natürlich die Parks. Von hoher Bedeutung seien laut Hartmanshenn vor allem der Hauptfriedhof, der südliche Teil des Günthersburgparks und der Wasserpark. Wegen des alten Baumbestandes könne hier von waldartigem Charakter gesprochen werden. Seltene Tiere seien hier heimisch. Kleiner und großer Abendsegler, eine Fledermausart, etwa lebten im Günthersburgpark. Eine große Kolonie von Gartenrotschwanz und Grünspecht sei dort zudem ansässig. Im Wasser- und Günthersburgpark seien Mittelspecht und Waldlaubsänger, die normalerweise eher Waldgebiete bevorzugten, heimisch. Wichtige Lebensräume böten auch Günthersburgallee, Holzhausen- sowie Bethmannpark.

Aufgezeigt werden im ABSK laut Hartmanshenn auch vorhandene Defizite. Zum Beispiel, dass die Friedberger Landstraße eine Barriere und Trennlinie darstellt. Gabriele Trah, Fraktionsvorsitzende der Grünen, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine grüne Brücke als Verbindung zwischen Hauptfriedhof und Wasserpark eine Lösung wäre.

Damit der Lebensraum für die seltenen Arten erhalten bleibt oder gar verbessert werde, werden in dem Konzept Handlungsanweisungen gegeben. Unter anderem sollen absterbende Bäume nachgepflanzt oder aber Nistplätze an Hausfassaden, Kirchen oder Schulen geschaffen werden. Natürlich könne jeder und jede Einzelne, etwa durch Hinterhofbepflanzung oder Blumen auf dem Balkon, einen Beitrag leisten, um Insekten Lebensraum zu bieten.

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