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Seniorenwohnen in der Schwarzburg- Ecke Spohrstraße im Nordend.

Nordend

Der Glaube entscheidet

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Das St. Katharinen- und Weißfrauenstift baut derzeit ein Wohnheim an der Schwarzburg-/Ecke Spohrstraße. In dem Komplex entstehen 31 Wohnungen, einziehen dürfen nur Seniorinnen.

Ein neues Wohnhaus für Seniorinnen baut der St. Katharinen- und Weißfrauenstift an der Schwarzburg- /Ecke Spohrstraße. Bis Herbst kommenden Jahres soll das Gebäude bezugsfertig sein. Insgesamt 31 Zwei-Zimmer-Wohnungen sind geplant. Derzeit wird die Bodenplatte betoniert.

Wohnen sollen in dem Neubau vor allem sogenannte Stiftsfrauen, sagt Ursula Poletti, Direktorin der Stiftung. Das sind alleinstehende Frauen ab 60 Jahren, die bedürftig und christlichen Glaubens sind und seit wenigstens einem Jahr in Frankfurt leben. Einzelne Wohnungen sollen aber auch an Seniorinnen vergeben werden, die eine normale Rente beziehen. „Wir wollen eine gute Durchmischung“, sagt Poletti. Alle Wohnungen werden barrierefrei und mit Hausnotruf, Balkon und Einbauküche ausgestattet. Im Erdgeschoss soll eine Gemeinschaftsfläche entstehen. Dort sind zwei Versammlungsräume und eine große Küche geplant, wo die Bewohnerinnen Feste feiern und gemeinsam kochen können. Denkbar sei auch, dass etwa Vereine aus dem Stadtteil die Räume nutzen, so die Direktorin. Doch sei dies nur nach individueller Absprache möglich.

Wie hoch die Miete für die Wohnungen ausfallen wird, konnte Poletti nicht sagen. Sie sollen jedoch „erheblich günstiger werden als auf dem freien Markt“. Die Nachfrage sei groß. Die Stiftung habe bereits eine Warteliste. Je nachdem, wer in das Haus einzieht, stünden zwei Konzepte zur Wahl: So sei etwa betreutes oder nachbarschaftliches Wohnen möglich – „je nachdem, wie aktiv die Frauen sind und sein wollen“. Dementsprechend werde ein Raum für einen Altenbetreuer oder Sozialarbeiter eingeplant.

Der St. Katharinen- und Weißfrauenstift hat auf dem Grundstück bereits eine Anlage betrieben, die inzwischen abgerissen worden ist. Bis Mitte 2015 lebten in dem Eckhaus 48 Frauen. Nachdem die Seniorinnen in die Anlage der Stiftung in der Bleichstraße umgezogen sind, wurde die Liegenschaft temporär als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Eine Sanierung des 70er-Jahre Baus wäre zu teuer gewesen, sagt Poletti. Auch habe der Zuschnitt der Wohnungen, Einzimmerappartements mit Alkoven, nicht mehr den Standards entsprochen. „Wir wollen würdige Wohnungen schaffen.“

Das nächste Wohnhaus im Nordend ist bereits in Planung. Der St. Katharinen- und Weißfrauenstift möchte seine ehemalige Zentrale an der Eschenheimer Anlage umbauen. Im September wurde die Verwaltung in die Altstadt verlegt (die FR berichtete).

Wohnanlagen für Senioren

Der St. Katharinen- und Weißfrauenstift ist rund 790 Jahre alt und gehört zu den ältesten Stiftungen Frankfurts. Er zahlt an 1400 sogenannte Stiftsfrauen über 60 Jahren eine Jahresrente.

In fünf Stadtteilen besitzt die Stiftung Wohnanlagen. In Heddernheim, Sossenheim, der Innenstadt, Niederursel und Oberrad gibt es insgesamt 209 Wohnungen für Seniorinnen.

Die Verwaltung in der Braubachstraße ist telefonisch unter 15 68 02-0, via E-Mail unter info@stkathweis.de zu erreichen. (bos)

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