Ehrenamt

Geld für Vereine in Frankfurt-Nord

  • vonSabrina Butz
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Stadtteilgremium unterstützt durch Corona in Not geratene Ehrenamtliche.

Schon in der Sitzung im Mai hatte der Ortsbeirat 9 auf Vorschlag der CDU-Fraktionen beschlossen, sein Budget im Jahr 2020 freizugeben, um Vereine und andere lokale Institutionen, die durch die Corona-Krise in finanzielle Not geraten sind, einmalig mit jeweils maximal 3000 Euro zu unterstützen. In der Juni-Sitzung sorgte diese Freigabe aber für einige Diskussionen.

Nach Besprechungen innerhalb der verschiedenen Fraktionen wurde festgelegt, vorerst nur die Gruppen zu unterstützen, die in der Sitzung begründet haben, für was sie das Geld benötigen – Unterstützungen für andere Vereine sind aber auch in Zukunft noch möglich.

So bekommt nun das Kooperationsprojekt „Schüler helfen Schüler in Corona-Zeiten“ Geld, um Materialien zu besorgen. Organisator Philip aus der Oberstufe der Wöhlerschule am Dornbusch erzählte den Stadtteilpolitikern vom Erfolg des Projekts, das ehrenamtlich Nachhilfe an der benachbarten Heinrich-Seliger-Grundschule anbietet. Auch eine Vertreterin des Schulelternbeirats der Wöhlerschule lobte das Projekt: „Eine finanzielle Unterstützung wäre wichtig und sehr sinnvoll.“

Dasselbe gelte für den Fußballverein Concordia Eschersheim, der viele soziale Projekte zu Integration und Inklusion betreibe. Auch dieser bekommt Geld vom Ortsbeirat, genau wie der SV Blau-Gelb Frankfurt und der TV Eschersheim.

Ingrid Häußler (FDP) äußerte sich besorgt, dass Steuergelder mit der Gießkanne verteilt würden, das könne sie nicht unterstützen. Lothar Stapf und Christiane Loizides (beide CDU), machten deutlich, dass es aber gerade um eine „einmalige, unkonventionelle und schnelle“ Lösung gehen solle.

Auch Marcel Peters von den Grünen bezeichnete die Förderung als „kleines Konjunkturpaket“. „Wir haben so viel Geld und gießen eine Bronzeplatte nach der anderen“ – da sei es sehr sinnvoll, das Budget nun einmalig für Vereinigungen in der Krise zu öffnen. Genau wie Sylvia Kunze (SPD) betonte auch Peters, dass eine kurze Begründung, für was das Geld notwendig sei, verlangt werden müsse.

Bevor die Beträge ausgezahlt werden können, ist noch ein entsprechender Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nötig, wo die SPD vor ihrer Zustimmung zum Vorschlag der CDU wohl noch einheitlichere Kriterien für alle Stadtteilgremien klarstellen will. Denn bislang darf das Budget der Ortsbeiräte, 50 Cent pro Jahr und Bürger im Ortsbezirk, vor allem für Verschönerungsmaßnahmen verwendet werden.

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