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Geburtstagssause für Kater Ferdinand im Holzhausenschlösschen

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Von: Matthias Bittner

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Auch Foxterrier Rudi kommt in den Geschichten seines Herrchens Clemens Greve vor. Links steht Franziska Vorhagen.
Auch Foxterrier Rudi kommt in den Geschichten seines Herrchens Clemens Greve vor. Links steht Franziska Vorhagen. © Bittner

Im Sitz der Frankfurter Bürgerstiftung zeigt eine Ausstellung Illustrationen der Schlosskatze. Mehr als 400 Geschichten mit ihr hat Geschäftsführer Clemens Greve bereits verfasst.

Schlosskater Ferdinand sitzt im Foyer des Holzhausenschlösschens neben seinem besten Freund, der U-Bahn-Maus Sidney. Die Maus hält eine Angel in den Händen. Damit will Sidney Fische im Schlossteich für seinen Freund fangen. „Ferdinand isst nämlich nur Fische“, erklärt Clemens Greve, Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung mit Sitz im Wasserschlösschen in der Justinianstraße 5.

Ferdinand und Sidney sowie Hund Rudi sind die Hauptfiguren der Geschichten. Mehr als 400 hat Greve in den vergangenen 25 Jahren verfasst. Sie handeln von zufälligen Begegnungen, spannenden Abenteuern, Ausflügen auf den Hauptfriedhof und in die Innenstadt, aber auch von Reisen in ferne Länder. Die Geschichten trägt er bei Veranstaltungen für Kinder im Schlösschen vor, etwa bei den regelmäßigen Kindersonntagen mit mehr als 100 Gästen oder den Märchenstunden mit Ferdinand.

Zu dessen Geburtstag gibt es jetzt eine Ausstellung mit dem Titel „Vom Träumen, Wünschen und Staunen“ im Schlösschen. Zu sehen sind ausgewählte Illustrationen, die Franziska Vorhagen zu Greves Geschichten gezeichnet hat. Sie kümmert sich bei der Stiftung, die an die 300 Konzerte, Lesungen oder Vorträge pro Jahr veranstaltet, um die Programmplanung und die Verträge mit Musikern und Autoren.

Ihre gestalterischen Fähigkeiten wurden eher zufällig entdeckt. Nämlich als es einen Engpass gab, weil die bekannte Kinderbuchillustratorin Katrin Engelking keine Zeit für die Gestaltung der zweiten CD mit dem Schlosskater hatte. „Ich habe es einfach mal ausprobiert“, erinnert sich Vorhagen. Greve war begeistert vom Ergebnis. Und so gestaltet sie nun seit fast zehn Jahren Plakate für Kinderfeste und illustriert die Geschichten. „Das spart uns viel Geld“, sagt Greve.

Auch die Illustrationen für den Geburtstagskalender mit Schlosskater Ferdinand und seinen Freunden stammen aus Vorhagens Feder. Eigentlich hätte das Werk längst offiziell vorgestellt werden sollen, doch dann kam Corona dazwischen. Das Besondere an dem Kalender: „Er ist zeitlos, er veraltet nicht und ist der Kalender fürs ganze Leben“, sagt Greve. Denn: Es sind nur die jeweiligen Zahlen eines Monats aufgeführt, auf die Wochentage sei verzichtet worden. So kann er Jahr für Jahr immer wieder als Gedächtnisstütze für Geburtstage von Mama, Papa, Kind sowie Freund:innen und Bekannten verwendet werden.

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Vom Träumen, Wünschen und Staunen“ zeigt Illustrationen von Franziska Vorhagen und Auszüge aus den „Geschichten vom Ferdinand“ von Clemens Greve. Sie ist noch bis zum 20. Juli 2023 zu sehen, im Foyer des Holzhausenschlösschen in der Justinianstraße 5. Betrachtet werden können die Werke immer während der Veranstaltungen oder nach Vereinbarung montags bis donnerstags 10 bis 13 Uhr unter Telefon 55 77 91 oder per Mail an info@frankfurter-buergerstiftung.de.

Die Frankfurter Bürgerstiftung mit Sitz im Holzhausenschlösschen wurde 1989 gegründet. Sie hat sich dere Tradition des bürgerschaftlichen Engagements in Frankfurt verschrieben. Ihr Motto lautet: Anpacken, was machbar ist und hilft!

Mit über 300 Veranstaltungen pro Jahr leistet sie einen Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben in der Stadt. Der Schwerpunkt liegt auf Konzerten, Kinder- und Jugendveranstaltungen sowie Lesereihen und Vorträgen. Auch auf den Feldern Feldern Soziales, Bildungsprojekte und Naturschutz ist sie aktiv, genau wie in der Flüchtlingshilfe oder bei der Erforschung der städtischen Geschichte und ihrer Persönlichkeiten

Mehr Infos , auch zur Ausstellung, gibt es unter www.frankfurter-buergerstiftung.de. Dort ist beispielsweise auch ein immerwährender Geburtstagskalender mit den Illustrationen zu erwerben. bö

Eines ist Greve wichtig bei seinen Erzählungen: Sie sollen keine niedlichen Tiergeschichten sein, sondern auch Botschaften vermitteln. Die doch ungewöhnliche Freundschaft von Ferdinand und Sidney lehrt beispielsweise: „Zwei, von denen man denkt, dass sie nicht miteinander können, sind ganz dicke Freunde und gehen durch Dick und Dünn.“

Ideen für seine Geschichten liefern ihm Beobachtungen, eigene Erlebnisse oder die jeweilige Jahreszeit. Beim vergangenen Kindersonntag präsentierte er deshalb eine Weihnachtsgeschichte: „Schlosskater Ferdinand und die Weisen aus dem Morgenland.“ Sie stellt auch die Frage, wer die Weisen sind: die Menschen oder vielleicht die Tiere?

Die Initialzündung zu den „Geschichten vom Ferdinand“ lieferte der glückliche Zufall. Als er eines Abends an seinem Schreibtisch am Computer arbeitete, forderte sein Kater Ferdinand mehr Aufmerksamkeit von ihm und setzte sich frech auf die Tastatur. Beiden zu Füßen unter dem Schreibtisch lag Greves damaliger Hund Lupo.

Greve hatte im September 1997 die Geschäftsführung der Frankfurter Bürgerstiftung übernommen. Damals sei ihm nahegelegt worden, ein Programm und Angebot für Kinder aufzubauen. Mit den Geschichten über Ferdinand war ein Anfang gemacht. Mittlerweile gibt es vielfältigste Angebote: vom Kinderchor über Lernen mit dem Schlosskater bis hin zu Kinderbibliothek und Schreibwerkstatt.

Die beiden Pappmachéfiguren von Ferdinand und Sidney hat übrigens Joachim Keilbach-Kiwak gestaltet. Die Geburtstagsausstellung kann noch bis Juli 2023 besichtigt werden. Außerdem gab es bis Heiligabend einen Adventskalender zu bestaunen. Vom 1. Dezember an öffnete sich jeden Tag eines der insgesamt 24 Fenster auf der Eingangsseite des Holzhausenschlösschens. Und weil Besucher und Besucherinnen ausdrücklich herzlich willkommen waren und einen Punsch bekamen, bezeichnet Greve das Schlösschen als „begehbaren Adventskalender“.

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