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Simon Berberich und Katrin Bokelmann unterwegs.

Nordend

Frankfurter Taunusklub: Damit der Weg nicht verloren geht

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Katrin Bokelmann und Simon Berberich sind für die Wegmarkierung beim Frankfurter Taunusklub zuständig.

Es war bei einer Winterwanderung in Thüringen, als Katrin Bokelmann und Simon Berberich der Weg verloren ging. Schnee bedeckte den Boden, und Markierungen an Bäumen oder anderen Stellen im Sichtfeld gab es nicht. „Da haben wir uns gefragt, wer dafür eigentlich zuständig ist?“, erzählt Berberich.

Heute, einige Jahre später, gehört das Paar aus Mühlheim am Main selbst zu denen, die auf ehrenamtlicher Basis dafür sorgen, dass Spaziergänger sich nicht verirren und auf dem ursprünglich gewählten Pfad dort ankommen, wo sie hin wollen. Seit März 2018 leiten die 40-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Lebensgefährte die Abteilung Wegmarkierung beim Frankfurter Stammklub des Taunusklub an der Eckenheimer Landstraße.

Eingetreten waren sie 2014. Anfangs waren es zwei Abschnitte, für deren Auszeichnung sie zuständig waren; mittlerweile sind es fünf. „Man kann auch tauschen“, sagt Berberich, damit es auf Dauer nicht langweilig wird. Denn die Verantwortlichkeit beinhaltet, dass man die Strecken ein- oder zweimal im Jahr in wechselnder Richtung abgeht und überprüft, ob die Zeichen noch da und gut sichtbar sind. Kuriose Beobachtungen bleiben dabei nicht aus. So wurde einmal eines der Symbole offenbar mit einem Luftgewehr zerschossen, andere Schilder, überwiegend auf Fernwanderwegen, verschwinden, weil die Ausflügler sie als Souvenir mitnehmen. Die Wegmarkierer tragen deshalb in ihren Rucksäcken stets Ersatz und Werkzeug mit sich.

Die Chemikerin und der Biochemiker, die sich während des Studiums in Hannover kennenlernten, merkten bei ihrem Engagement schnell, dass es im organisatorischen Bereich noch Luft nach oben gab. So fingen sie mit Beginn ihrer Tätigkeit als Führungskräfte an zu ermitteln, wer für welche Abschnitte zuständig und überhaupt noch aktiv war. „Viel Recherche“ sei dafür nötig gewesen, sagt Berberich.

Zudem heuerten sie mit Aufrufen in der Zeitung Nachwuchs an und verjüngten so auch das mittlerweile auf knapp 40 Leute im Stammklub angewachsene Team, das sich um etwa ein Viertel der 100 Wege kümmert, für die der Taunusklub insgesamt zuständig ist. Um „das System am Laufen zu halten“, schufen die beiden Abteilungsleiter weitere Strukturen. So sind Nutzer der Wege gebeten, sich über die Internet-Seite taunusklub- stammklub.de zu melden, wenn ihnen auf ihrer Strecke Beeinträchtigungen wie zugewachsene, beschädigte oder fehlende Markierungen auffallen.

Der Aufwand, den die beiden betreiben, hat seit ihrem Klub-Eintritt deutlich zugenommen. „Aber es macht Spaß, Teil davon zu sein. Man lernt viele interessante Leute kennen“, sagt Bokelmann. Für die eigenen Touren nehmen sie sich weiterhin regelmäßig Zeit. Schließlich ist Wandern bei vielerlei Stress ein geeigneter Ausgleich.

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