In der Bäckerei Zeit für Brot im FRankfurter Nordend verkaufen Influencer Tom Twers (nicht im Bild), Chany Dakota (2.v.l.), Moderator und DJ Felix Moese (hinten r.) Brot und sammeln  Bild: Monika Müller
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In der Bäckerei Zeit für Brot im Frankfurter Nordend verkaufen Influencer Tom Twers (nicht im Bild), Chany Dakota (2.v.l.), Moderator und DJ Felix Moese (hinten r.) Brot und sammeln Spenden.  

Nordend

Frankfurter Influencer sammeln Spenden beim Brötchenverkauf

  • vonSven Beck
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Frankfurter Promis stellen sich an die Ladentheke der Bäckerei „Zeit für Brot“ und sammeln für zwei karitative Projekte.

Trubel am Oeder Weg 15: Fotografen tummeln sich zwischen den Kunden am Tresen, und aus den Boxen der hell erleuchteten Bäckereifiliale „Zeit für Brot“ tönt laut Mariah Careys „All I Want for Christmas“. Hinter der Theke stehen am Samstag nicht die gewohnten Gesichter des Bäckerteams. Radiostar Felix Moese und die Influencer Chany Dakota, Tom Twers und Joely White springen ein. Der Gewinn dieser Charity-Aktion „Weihnachtsbäckerei“, die Moese zusammen mit Initiator Kerry Reddington bereits zum fünften Mal organisierte, soll gespendet werden.

Weihnachten ist Zeit zu geben. Das ist der Konsens bei den Youtubern, Instagrammern und anderweitigen Promis, die Moese jedes Jahr in die Bio-Backstube einlädt. Ziel ist mediale Aufmerksamkeit, mehr Kundschaft und dadurch mehr Profit, welcher schnell und direkt in den guten Zweck investiert werden soll: „Klar könnte ‚Zeit für Brot‘ auch ohne uns einen Tag im Jahr ihre Erlöse spenden.“, sagt Moese. „Aber wären dann so viele Leute da?“ Wahrscheinlich nicht: Die Nachricht ging durch zig Instagram-Stories, erreichte allein durch den Account Chany Dakotas fast 200 000 Follower. Die 23-Jährige hat mit Lip-Sync-Videos auf der App Tik-Tok anderthalb Millionen Fans. Erst vor Kurzem brachte sie ein Buch heraus, Lebenstipps zum Glücklichwerden: „Ich glaube ganz, ganz fest an Karma. Wer gibt, der bekommt auch wieder zurück.“, begründet sie ihr Mitmachen.

Auch die Beschenkten sind da: Christopher Loos, Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bunds (ABS), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die letzten Wünsche sterbender Kinder und Erwachsener zu erfüllen, und Felicitas Rathke, Schulleiterin der Meisterschule, einer Hauptschule in Sindlingen. Eine neue Reit-AG gibt Schülern dort die Möglichkeit, die therapeutische Wirkung von Pferden zu erfahren: „Es ist unglaublich anzusehen“, schwärmt Rathke, „wenn so ein großer junger Mann, oft sind das die Troublemaker, vor so einem Tier plötzlich ganz klein wird.“

Den ABS unterstützt Chany Dakota besonders gerne: Sie selbst hat schon mit einem todkranken Mädchen so den Tag verbracht: „Das war super schön und nur durch Charity-Events überhaupt möglich.“

Unter den Einkäufern sind einige, die im Netz davon Wind bekommen haben, es werden Fotos geschossen, Autogramme gegeben und Tik-Tok Lip-Sync-Clips gedreht. Ein Paar wird von dem Getümmel beim vormittäglichen Brötchenkauf überrascht, doch die etwas längere Schlange ist kein Grund, die Nerven zu verlieren: „Wenn ich meine Zimtschnecke kaufe und von dem Geld auch noch was Gutes getan wird, kann ich ruhig mal länger warten.“, meint ein Besucher.

Nach Stunden des Verkaufs soll der Gewinn nun so bald wie möglich seinen Zweck erfüllen. Die „Weihnachtsbäckerei“ kehrt dann im nächsten Jahr wieder zurück. Die Botschaft am Samstag ist aber auch: Es gibt immer Menschen, denen es nicht so gut geht, Charity ist Einstellungssache.

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