Schlichte Shirts und Pullis mit Logo gibt’s in der B-Ebene des Hauptbahnhofs.
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Schlichte Shirts und Pullis mit Logo gibt’s in der B-Ebene des Hauptbahnhofs.

Blick ins Nordend

Frankfurt: Vom Siebdruck für Freunde zum eigenen Laden

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Das Mode-Label BHFSVRTL verkauft lässige Streetwear. Gerade haben sie im Nordend ihren zweiten Shop eröffnet.

Ein bisschen Bahnhofsviertel gibt es jetzt auch im Nordend. Das gleichnamige Streetwear-Label hat im Juni seinen zweiten Laden auf der unteren Berger Straße eröffnet. Wo vorher die Deutsche Bahn residierte, kann man nun ihre angesagten Hoodies, Shirts und Pullover mit dem Logo BHFSVRTL oder der 069 erwerben. Außerdem Schals, Kappen und Taschen. Auch anderer Marken. Der erste Shop liegt natürlich im richtigen Kiez, seit mehr als einem Jahr sind sie in der B-Ebene des Hauptbahnhofs zu Hause. 2018 verkauften sie bereits in einem Pop-up-Store in der Moselstraße. Über ihren Onlineshop kann man von überall die Klamotten bestellen.

Inhaber und Gründer Steffen Kurtz entwirft alles selbst und designt die Logos. Der Name des Labels war eigentlich ein Zufall, erzählt der 34-Jährige. Er hatte für einen Freund Sticker designt, aber Bahnhofsviertel war zu lang. So ließ er einfach die Vokale weg. Die Abkürzung landete auch auf Shirts für seine Freunde. „Plötzlich wollte jeder so eins haben“, erinnert er sich. So druckte er im Siebdruckverfahren bei sich zu Hause, veröffentlichte unter dem Label Mixtapes und machte Partys. „Das Modeding hatte ich da noch nicht im Fokus.“ Aber so wurde die Marke bekannt.

Das Mode-Label BHFSVRTL verkauft lässige Streetwear.

Und sogar der US-amerikanische Rapper Travis Scott gab in einem der Shirts ein Konzert in der Stadt. Ein Freund, der dort arbeitete, hatte es ihm gegeben. „Das ist natürlich nicht die schlechteste Werbung“, sagt Kurtz. Ein Foto des Auftritts ziert nun wiederum ein Shirt der Marke. Mehr Reichweite haben auch Kollaborationen mit der Netflix-Serie „Skyliners“ gebracht, die in Frankfurt spielt. Auch bei einem Event am Flughafen gab es die T-Shirts und Nackenhörnchen. „Das war natürlich etwas Außergewöhnliches“, sagt Kurtz.

„Wir sind kein Fashion-, sondern ein Lifestyle-Label“, das ist dem Wirtschaftsingenieur wichtig. Es sei zudem nicht einfach, Glaubwürdigkeit aufzubauen. Nicht nur für ein Jahr erfolgreich zu sein, sondern längerfristig. „Das zu schaffen war unser tägliches Geschäft in den letzten Jahren und ist uns gelungen.“ Und das funktionierte auch als Quereinsteiger.

Schuhe gefällig?

Die Zielgruppe liegt so zwischen 20 und 35 Jahren. Natürlich trügen auch Frauen die T-Shirts, die seien unisex, sagt Kurtz, dann eben im angesagten Boyfriend-Style, also ein bisschen zu groß. Die T-Shirts kosten im Schnitt 35 Euro, Pullis gibt es zwischen 50 und 80 Euro und Kappen für 20 Euro. Ein Souvenirshop wollen sie auf keinen Fall sein. Obwohl die Marke durchaus über die Grenzen der Stadt gekauft und getragen wird. Nicht nur von Exilfrankfurtern.

Wegen der Corona-Krise wird es in dem neuen Shop erst mal nur ihre eigenen Marken geben, irgendwann sollen auch andere wie New Balance oder Carhartt dazukommen. Verzögerungen in der Produktion gab es auch bei der eigenen Ware, die in Asien produziert wird. Immerhin hat der Onlineshop weiter Geld eingebracht hat. „Aber die Leute mögen es schon gerne, in die Läden zu kommen“, sagt Kurtz.

Dem Bahnhofsviertel den Rücken kehren, das wolle man nicht, schließlich hatte die Namenswahl auch einen Grund. Auch wenn Probleme weiterhin bestehen, findet Kurtz es immer noch das spannendste Viertel der Stadt. Ab kommender Woche hat auch der Laden im Hauptbahnhof wieder geöffnet.

Der Section Store, Berger Straße 31–33, ist montags bis samstags von 12 bis 19 Uhr geöffnet, Telefon 760 251 02. Der Laden in der B-Ebene des Hauptbahnhofs wird zunächst montags bis samstags von 14 bis 19 Uhr öffnen, Telefon 24450930. Weitere Informationen gibt es unter www.bhfsvrtl.de.

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