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Frankfurt: Pflanzen und Bänke auf dem Oeder Weg

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Die Schranke hindert Autofahrer:innen daran, aus der City in den Oeder Weg zu fahren. Foto: Renate Hoyer
Die Schranke hindert Autofahrer:innen daran, aus der City in den Oeder Weg zu fahren. © Renate Hoyer

Der Magistrat gibt Mittel für die Umgestaltung des Oeder Wegs zur fahrradfreundlichen Nebenstraße frei. Anwohner:innen beschweren sich über mehr Verkehr in der Finkenhofstraße.

Für die Umgestaltung des Oeder Wegs zur fahrradfreundlichen Nebenstraße hat der Magistrat 1,3 Millionen Euro bewilligt. Das Geld sei für Sitzmöglichkeiten und Begrünung, etwa Pflanzkübel, vorgesehen, teilte der Magistrat mit. Die Außengastronomie soll mehr Raum bekommen. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

Zuletzt wurden auf dem Oeder Weg rote Radwege markiert, am Eschenheimer Tor hält eine Schranke Autos davon ab, aus der Innenstadt kommend in den Oeder Weg zu fahren. Eine weitere sogenannte Diagonalsperre für Autos aus nördlicher Richtung soll in den Osterferien an der Kreuzung von Holzhausenstraße und Oeder Weg errichtet werden. Damit soll der Durchgangsverkehr weiter reduziert werden.

Finkenhofstraße nicht für Durchgangsverkehr ausgelegt

Grundsätzlich sollen laut Magistrat alle Maßnahmen dazu beitragen, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen mehr Raum zur Verfügung zu stellen und die Einkaufsstraße im Nordend attraktiver zu machen.

Bei Gewerbetreibenden ist die Umgestaltung des Oeder Wegs umstritten, weil etwa 70 Parkplätze wegfallen. „Das Projekt Oeder Weg wird neben guten Verbesserungen für den Radverkehr für alle Verweilenden im Viertel die städtebauliche Qualität deutlich erhöhen“, sagte indes Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Der Oeder Weg ist die erste von elf Straßen im Stadtgebiet, die zur fahrradfreundlichen Nebenstraße umgestaltet werden soll. Als Nächstes sind der Grüneburgweg, die Robert-Mayer-Straße und der Kettenhofweg an der Reihe.

Anwohner:innen der Finkenhofstraße haben sich unterdessen im Ortsbeirat 3 (Nordend) über eine Zunahme des Durchgangsverkehrs beklagt. Auch Andrea Pilz, die für die Linke im Ortsbeirat sitzt und in der Finkenhofstraße wohnt, hat das schon schmerzhaft erfahren. Ein SUV hatte sie nach eigenen Angaben im Vorbeifahren gestreift. Der Ortsbeirat forderte daraufhin Taten zum Gegensteuern.

Laut einer aktuellen Verkehrszählung nutzen etwa 20 Prozent der Verkehrsteilnehmer:innen, die vorher von der Innenstadt kommend am Metropolis geradeaus in den Oeder Weg gefahren sind, jetzt die Finkenhofstraße. Nach Auffassung des Magistrats ist die schmale Anwohnerstraße aufgrund ihres Querschnittes für größere Verkehrsmengen auf Dauer nicht ausgelegt.

Eine Drehung der Einbahnstraßenregelung in der Finkenhofstraße soll laut Magistrat zumindest kurzfristig nicht angeordnet werden. Der Magistrat will abwarten, bis die Diagonalsperre an der Kreuzung Holzhausenstraße/Oeder Weg fertig ist. Erst danach könne beurteilt werden, wie sich die Verkehrsströme verteilen und ob sich durch die beiden Sperren Wechselwirkungen ergäben.

Autofahrer:innen aus dem Süden beziehungsweise aus dem Westen mit Ziel Oeder Weg sollen laut Magistrat möglichst über die Holzhausenstraße ihr Ziel erreichen. Diese sei als Grundnetzstraße für größere Verkehrsmengen ausgelegt; auch die Buslinie 36 fahre dort entlang. Mit Einschränkungen lasse sich der Verkehr auch durch die Wolfsgang-straße zum Oeder Weg führen. Die Wolfsgangstraße sei zwar auch Tempo-30-Zone, aber deutlich breiter als die Finkenhofstraße.

Autofahrer:innen aus dem Norden können nach Ansicht des Magistrats über die Eckenheimer Landstraße und die Glauburgstraße das Quartier erreichen. Aus den östlichen Stadtgebieten könnte der Oeder Weg über die Glauburgstraße und die Eschenheimer Anlage angefahren werden. Der südliche Oeder Weg ist wegen der Zufahrtssperre am Metropolis nur über die Eschenheimer Anlage zu erreichen.

Eventuell muss auch nochmals die Situation in der Heinestraße auf den Prüfstand – Anwohner:innen hatten den Wunsch nach einer Sackgasse geäußert.

Wissen wollte der Ortsbeirat zudem, ob eine Fahrradstraße in West-Ost-Richtung möglich sei. Der Magistrat hält die Achse Holzhausenstraße – Nordendstraße für eine wichtige West-Ost-Verbindung für den Radverkehr. Die Nordendstraße soll demnächst saniert werden. Ergänzend sei auch die Verbindung Grüneburgweg, Fichardstraße, Hermannstraße und Koselstraße möglich.

Seit der fahrradfreundlichen Umgestaltung des Oeder Wegs klagen Anwohner:innen der Finkenhofstraße über deutlich mehr Durchgangsverkehr. Die kleine Seitenstraße ist dafür nicht ausgelegt.
Seit der fahrradfreundlichen Umgestaltung des Oeder Wegs klagen Anwohner:innen der Finkenhofstraße über deutlich mehr Durchgangsverkehr. Die kleine Seitenstraße ist dafür nicht ausgelegt. © Enrico Sauda

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