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Der Luisenplatz muss abends geräumt werden, fordert die Nachbarschaft. Der Lärm und die Belastung überschreite, „was eine tolerante Stadtbevölkerung ertragen kann“, klagt eine Anwohnerin. Foto: Peter Jülich
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Der Luisenplatz muss abends geräumt werden, fordert die Nachbarschaft. Der Lärm und die Belastung überschreite, „was eine tolerante Stadtbevölkerung ertragen kann“, klagt eine Anwohnerin.

Nordend

Frankfurt: Partys am Luisenplatz eskalieren

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Die Nachbarschaft berichtet im Ortsbeirat über Attacken von Feiernden. Eine Bürgerinitiative fordert einheitliche Regeln für die Quartiersplätze im Nordend in Frankfurt.

Frankfurt - Anwohnerinnen und Anwohner am Luisenplatz haben die Nase voll. Seit Jahren schon klagen sie darüber, dass vor ihren Türen fast jeden Freitagabend Hunderte bis in die frühen Morgenstunden laut feiern. Doch von der Politik komme keine Hilfe, kritisierten Mitglieder der Bürgerinitiative Luisenplatz in der Sitzung des Ortsbeirats 3 am Donnerstagabend. Sie haben mehr als 225 Unterschriften gesammelt, um zu zeigen, dass sich nicht nur einige wenige gestört fühlten.

Die Situation sei „nicht mehr steuerbar“, sagte Anwohnerin Silke Jungfleisch. Deshalb habe die Initiative zwei Forderungen. Einerseits müsse es eine einheitliche Regelung für die Plätze im Quartier geben, nach denen der Friedberger, der Luisen-, der Merian- und der Matthias-Beltz-Platz abends gegen 22 oder 23 Uhr „geräumt oder gesperrt“ werden, damit sich die Partygänger nicht weiterhin einfach zum nächsten Areal aufmachten. Auch wollen die Anwohner:innen ein Ende des Kompetenzgerangels, wer für die Flächen zuständig sei. Beschwere man sich bei einer Instanz, werde man immer weiter verwiesen, schimpfte eine Anwohnerin.

Frankfurt: Lösung für Partys am Luisenplatz gesucht

Sie wollten die Party nicht gänzlich verbieten oder die Plätze sperren, sagte Jungfleisch. Doch müsse eine Lösung her, möglichst noch 2021. Die bisherigen Bemühungen reichten nicht aus. Der Lärm und die Belastung überschreite, „was eine tolerante Stadtbevölkerung ertragen kann“, sagte eine Anliegerin. Einige Nachbarn seien bereits weggezogen, andere hätten resigniert. Viele trauten sich nicht mehr, den Platz zu überqueren, da die Menge aggressiver werden würden.

Ein Taxifahrer, der in der Gegend wohne, sei angegriffen worden, als er durch das Partyvolk auf der Straße gefahren sei, berichtet die Anwohnerin. Ihm sei die Heckklappe aufgerissen worden. Am schlimmsten habe er es jedoch empfunden, dass ihm die Polizei angepflaumt habe, er hätte doch sehen müssen, dass er dort nicht fahren könne. „Die Politik muss endlich Farbe bekennen, dass das so nicht weitergehen kann“, forderte die Frau.

Frankfurt:m Partys am Luisenplatz laufen aus dem Ruder

Anwohner Uli Dankemeyer berichtete, dass seiner Frau eine Pizza ins Gesicht geworfen worden sei, als sie abends ihr Haus betreten wollten. Vor der Türe hätten mehrere essende Frauen gehockt, die sie nicht vorbei gelassen hätten. „Chillt doch mal!“, hätten die Frauen gesagt. Nachdem er mehrfach gefordert hatte, eintreten zu dürfen, sei es zu Handgreiflichkeiten und dem Wurf gekommen. „Wir haben uns dann ins Haus geflüchtet.“

Die Party am Luisenplatz laufe aus dem Ruder, bestätigt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne), doch habe der Ortsbeirat „keine Mittel, einzugreifen“. Geplant sei ein Gespräch mit der neuen Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP). Diese wolle die Initiative einladen, um zu überlegen, wie man 2022 vorgehen könne.

Die Initiative unterstütze die Bemühungen des Ortsbeirats, lobte Guder das Engagement. Das Gremium habe bereits an etlichen Stellschrauben gedreht und etwa eine gleichzeitige Räumung der Plätze und eine Verlagerung der Partys in weniger dicht bewohnte Quartiere gefordert. Auch hat das Stadtteilparlament Flyer drucken lassen und diese eigenhändig verteilt. Darauf wird um mehr Rücksicht geworben. Am Donnerstag hat das Gremium einen SPD-Antrag verabschiedet. Darin wird angeregt, sich mit anderen Großstädten auszutauschen. (Boris Schlepper)

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