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Zur Eröffnung am Montagabend war es voll im neuen Stadtteiltreff am Merianplatz. 

Nordend

Frankfurt-Nordend: Neuer Stadtteiltreff am Merianplatz

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Ortsbeirat eröffnet Versammlungsraum im ehemaligen Merianbad. Elf Jahre lang hat sich das Gremium dafür eingesetzt.

Elf Jahre hat es gedauert, bis der Ortsbeirat 3 das erreicht hat, was er sich gewünscht hat: einen Stadtteiltreff. Am Montagabend wurden die Räume im ehemaligen Merianbad eröffnet. „Manchmal braucht man eben einen langen Atem. Aber es gibt auch Phasen, da rechnet man gar nicht mehr damit, dass es etwas wird“, sagte Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) in ihrer Ansprache. Sie wünsche sich viele neugierige Bürger, die vorbeikämen und den 25 Quadratmeter großen Raum mit Leben füllten.

Dabei steht noch nicht fest, welche Gruppen, Vereine oder Initiativen aus dem Nordend den Treffpunkt nutzen können. Die Steuerungsgruppe – ihr gehört von jeder Fraktion im Ortsbeirat ein Vertreter an –, die darüber befindet, hat sich bislang nur darauf verständigt, dass außer Fraktionssitzungen keine politische Veranstaltungen erwünscht sind.

In der Anfangsphase soll der Raum für Sprechstunden der Sozial- und Stadtbezirksvorsteher, des Seniorenbeirates und der Kinderbeauftragten zur Verfügung stehen. Ein Mal im Monat will die Ortsvorsteherin Bürgern dort Rede und Antwort stehen. „Wir geben uns eine Übergangsfrist bis Ende des Jahres, innerhalb der sich alles klären und einspielen soll. Und gegebenenfalls müssen eben Stellschrauben nachjustiert werden“, sagt Willi Preßmar (Grüne), der der Steuerungsgruppe angehört.

Preßmar ist Stadtbezirksvorsteher und hat gestern eine erste Sprechstunde im Stadtteiltreff angeboten. Übermäßig beschäftigt war er nicht. Das Angebot müsse sich erst herumsprechen, meint er. Und: „Die Hemmschwelle reinzuschauen ist groß. Aber das gibt sich sicher noch.“

Dazu beitragen soll auch ein Schild am Eingang. Guder könnte sich darauf die Inschrift „Stadtteiltreff für das Nordend“ vorstellen. Außerdem soll ein Belegungsplan angebracht werden, in dem die Sprechstunden aufgelistet sind. Den Raum kann der Ortsbeirat mietfrei nutzen. Auch die Kosten für Heizung, Wasser oder Reinigung übernehmen Drazan Susak und Tomislav Matkovic, die das Restaurant Kupferstecher im ehemaligen Merianbad betreiben. Tische, Stühle und Küchenzeile haben sie ebenfalls besorgt. Der Schlüssel für den Treff ist an der Theke im Restaurant deponiert.

Die erste Initiative des Ortsbeirates für das Stadtteilbüro geht laut Guder auf Oktober 2008 zurück. Damals habe man den Magistrat aufgefordert, das Ortsbeirats-Budget aufzustocken, um einen Treff einrichten zu können. Das lehnte der Magistrat ab. Davon habe man sich nicht abschrecken lassen und 2014 einen weiteren Vorstoß gestartet. Drei Jahre später habe der Magistrat dann zugestimmt, bis zur Eröffnung habe es aber nochmals mehr als zwei Jahre gedauert, sagt Guder. Der neue Treff sei überfällig gewesen, weil es nach 1998, nach dem Aus des Volksbildungsheims im Oeder Weg, keine Versammlungsräume mehr im Nordend gegeben habe.

Kritik an den Strukturen des Treffs hatte die FDP im Ortsbeirat zuletzt geäußert. Sie plädierte für feste Strukturen und eine Satzung – allerdings vergeblich.

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