+
Bevor Juliane Ranck (links) und Laura Setzer, die Gründerinnen der GemüseheldInnen, die ersten Beet anlegten, musste sie Müll entsorgen und aufräumen.

Nordend

Frankfurt-Nordend: Lernen wie das Obst wächst

  • schließen

Der Ortsbeirat kann sich das Gartenprojekt GemüseheldInnen dauerhaft auf dem Areal des Innovationsquartiers vorstellen. Denkbar sind künftig Kooperationen mit Schulen.

Das geplante Neubaugebiet Günthersburghöfe nördlich des Günthersburgparks kann nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Ortsbeirat 3 auch weniger dicht bebaut werden als bislang geplant. Michael Mirsch sagt, dass er sich in dem umstrittenen Quartier auch nur 1000 statt der derzeit vorgesehenen 1500 Wohnungen vorstellen könne, „wenn sich dort eine andere Stimmung entwickelt“.

Die Entwicklung sah Mirsch nach der Präsentation der GemüseheldInnen in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats – und bekam Applaus für seine Aussage. Die Gruppe betreibt auf dem Areal des geplanten Innovationsquartiers ein „Urban Farming“-Projekt. Unter dem Motto „Frankfurt essbar machen“ bauen sie gemeinschaftlich Obst und Gemüse an (die FR berichtete).

Auch bei anderen Vertretern des Ortsbeirats kam das Projekt gut an, das Juliane Ranck und Laura Setzer vor einem Jahr ins Leben gerufen haben. Zwar könne die Bebauung nicht mehr verhindert werden, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Dennoch sei es ein wichtiges Zeichen, „das Menschen etwas tun können für den Klimaschutz“. Da die GemüseheldInnen von der Stadt Frankfurt brachliegende Gärten zur Verfügung gestellt bekommen, hofft Elke Windemuth (Linke), dass die Stadt den Bebauungsplan verändert.

Als gutes Beispiel lobte SPD-Chef Rüdiger Koch das Gartenprojekt, das nach dem Konzept der Permakultur arbeitet, einer Kombination aus alten und innovativen Methoden. „Mit der Landwirtschaft kann es so nicht weitergehen.“ Koch regt an, dass die Gruppe künftig die im Neubaugebiet geplante Gartenwildnis bewirtschaften könne. Der Vorschlag kam bei den GemüseheldInnen gut an. Dort könne ein Permakulturgarten als Lernort für alle entstehen, sagt Mitstreiterin Chris Kircher. Denkbar sei auch eine Kooperation mit der für das Baugebiet vorgesehenen Grundschule, ergänzt Claudia Ehrhardt von der CDU. Die Kinder könnten dort über Nahrungsmittel und deren Anbau lernen.

Das Interesse der Bürger an dem Projekt sei bereits sehr groß, sagt Juliane Ranck. Mehr als 100 Menschen zwischen 14 und 60 Jahren beteiligten sich inzwischen. Beete gebe es in zehn Gärten, „aber es könnten ruhig noch mehr werden“. Der Gruppe ist bewusst, dass sie das Areal voraussichtlich nicht dauerhaft nutzen können, „dabei ist es viel zu wertvoll, um es zu bebauen“. Sie schlägt vor, stattdessen einen öffentlichen Permakulturgarten mit Schulgarten, Ateliers und Fortbildungszentrum zu verwirklichen. Eine Bebauung könne es auf dem bereits versiegelten Bereichen geben.

Gemeinsames Gärtnernfindet auf dem Areal der GemüseheldInnen am Schlinkenweg sonntags von 14 bis 17 Uhr statt. Kontakt: www.gemueseheldinnen-frankfurt.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare