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Die neunten Klassen zeigten großes handwerkliches Geschick.
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Die neunten Klassen zeigten großes handwerkliches Geschick.

Nordend

Frankfurt-Nordend: Holz-Skulpturen im Günthersburgpark ausgestellt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Schülerinnen und Schüler der Integrierte Gesamtschule Nordend zeigen ihre Holz-Skulpturen in einer Wanderausstellung. Im Herbst soll das Projekt weitergehen - mit Ton statt Holz.

Als seien sie aus dem Holz gewachsen, stehen die Figuren da. Sechs Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Nordend haben die hölzernen Kunstwerke in den letzten Monaten erschaffen. Am Donnerstag zeigen sie im unteren Teil des Günthersburgparks kurzzeitig ihre Werke. So wird der Park zur improvisierten Ausstellungsfläche für die Finissage des 13. „Schulkünstlerprojektes“ der IGS, die direkt an die Grünanlage grenzt. Unter Bäumen sind die Holz-Skulpturen ausgestellt. Die Lindenholzbalken sind hochkant aufgestellt und ähneln den Werken von Künstler Stephan Balkenhol. An der oberen Spitze können auf Augenhöhe Comic-Charaktere, wie Marge Simpson, sowie Phantasie-Figuren, wie ein Huhn und ein lesender Mann, betrachtet werden.

Zu Beginn konnten sich die 15-Jährigen kaum vorstellen, was sie aus dem Holz formen würden. „Am Anfang wurde nur gesägt, ich konnte keine Figur erahnen und habe nicht daran geglaubt, dass das dabei raus kommt“, berichtet Harvir, und zeigt seinen „lesenden Mann“ mit üppigen Rundungen, dem er coronakonform eine Mund-Nasenbedeckung aus Stoff aufgesetzt hat.

„Schulkünstlerin“ Kristin Lohmann, die am Donnerstag verabschiedet wird, hat das Projekt dieses Mal geleitet. Nachdem sich die Neuntklässler:innen im letzten Herbst erstmals mit der gelernten Holzbildhauerin getroffen hatten, gestaltete sich ihr gemeinsames Vorhaben durch die Covid-19-Pandemie äußerst schwierig. „Trotz erschwerter Bedingungen bei wirklich harter Arbeit waren alle hoch konzentriert dabei“, sagt Lohmann. Die kleine Holz-Werkstatt der Schule musste permanent durchlüftet sein, was besonders an kalten Tagen eine Herausforderung gewesen sei. Warm eingepackt standen die Jugendlichen dann vor ihren Kunstwerken, mit Maske und Abstand zueinander. Es durfte auch nur ein Drittel der sonst üblichen Zahl an Schüler:innen mitmachen.

Ein Modell aus Ton, „zur Orientierung“, wie Lohmann berichtet, musste coronabedingt zu Hause angefertigt werden. An den schweren Tonklumpen, den sie schleppen musste, erinnert sich Mathilda noch. Sie hat die Comic-Figur „Hilda“ sehr detailgetreu nachgebildet. Im Anschluss arbeiteten die Jugendlichen in der Schule mit Handsäge, Schnitzeisen, Holzklüpfel und Stechbeitel aus den Lindenholz-Balken, die Lohmann mit einem Bekannten in einem nordhessischen Wald geschlagen hatte, Stück für Stück die Eigenheiten ihrer Skulpturen heraus. „Jedes Eisen musste einzeln desinfiziert werden“, berichtet die 44-Jährige. Zum Abschluss bemalten die Nachwuchs-Künstler:innen ihre Werke mit Aquarellfarbe.

Kunstlehrerin Laura Villalba Weinberg und Kulturprojekt-Leiterin Anneli Reichel sind froh, dass das alljährliche Kunstprojekt, das von der 1822-Stiftung und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen mit 3000 Euro gefördert wird, trotz Corona über die Bühne gehen konnte. „Es ist ein unglaubliches Glück, dass in Zeiten der Pandemie live so etwas erarbeitet werden konnte“, sagt Reichel. „Total viel Selbstbewusstsein, handwerkliches Können und Berufsorientierung“, würden die Jugendlichen mitnehmen, so Villalba Weinberg.

Nach den Herbstferien soll es eine Fortsetzung mit dem Werkstoff Ton in der neuen Töpferei der Schule geben. Die beiden Lehrerinnen würden sich indes freuen, wenn die Holz-Skulpturen als „Wanderausstellung“ auch an weiteren Orten gezeigt werden könnten. Interessierte, die die Kunstwerke ausstellen möchten, könnten sich bei der IGS Nordend melden.

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