Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Bunker am Frankfurter Glauburgplatz wird für den geplanten Abriss mit Metallwänden eingehaust. Foto: Monika Müller
+
Der Bunker am Frankfurter Glauburgplatz wird für den geplanten Abriss mit Metallwänden eingehaust.

Nordend

Frankfurt-Nordend: Tage des Glauburg-Bunkers sind gezählt

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
    schließen

Im Spätsommer soll der Betonkoloss an der Schwarzburgstraße im Nordend abgerissen werden. Die Bürgerinitiative befürchtet nach wie vor viel Lärm und Dreck.

Frankfurt - Für den Glauburgbunker im Nordend geht es zu Ende - Stück für Stück verschwindet das massive Bauwerk hinter einem Metallgerüst, das derzeit rings um den Betonkoloss aufgestellt wird. Zehn Meter hohe Wände, die die Anwohner:innen vor Lärm und Schmutz bewahren sollen. Lediglich die obersten Aufbauten ragen noch hervor.

Doch nicht mehr lange, sagt Sebastian Fellner vom Kommunikationsunternehmen des Bauherrn, der Delom GmbH. Der Investor will den Bunker am Glauburgplatz in Frankfurt abreißen und dort Wohnungen errichten. In den kommenden Wochen werde auch die Spitze des Gebäudes eingerüstet und mit einem Schallschutz versehen, so Fellner. An der Ecke Schwarzburg-/Lortzingerstraße werde ein Rolltor montiert, über das die Baustelle angefahren wird.

Frankfurt: Glauburgbunker im Nordend soll abgerissen werden

Die silberne Schutzwand bietet laut Fellner einen noch besseren Schutz als die ursprünglich vorgesehene Variante. Sie solle auch verhindern, dass etwa Gesteinsbrocken auf die Straße oder den angrenzenden Spielplatz am Glauburgplatz fallen. Positiv sei auch, „dass man von außen überhaupt nichts sieht“.

Der Bauherr rechne damit, dass in den nächsten Wochen mit dem eigentlichen Abbruch des Glauburgbunkers begonnen werden soll, sobald der Bunker komplett eingehaust ist. Einen genauen Zeitplan könne er nicht nennen, so Fellner, „wir wollen aber noch im Spätsommer beginnen“. Die Anwohnerinnen und Anwohner sollen rechtzeitig informiert werden. Ursprünglich sollte es im Frühjahr losgehen. Dass sich die Arbeiten verzögern, liege an der Weltkriegsbombe, die im Mai bei Vorarbeiten gefunden wurde und kontrolliert gesprengt werden musste.

Frankfurt: Initiative lehnt Abriss des Glauburgbunkers ab

Aus Sicht der Bauaufsicht laufe der geplante Abriss des Glauburgbunkers gut, sagt der stellvertretende Leiter der Bauaufsicht, Markus Radermacher. „Das sind sehr umfangreiche Maßnahmen“, die der Bauherr umsetze. Es handele sich jedoch auch um ein sensibles Umfeld, da der Bunker nicht nur mitten in einem Wohngebiet liege, sondern auch ein Kindergarten, eine Schule und ein Spielplatz angrenzten. Mit dem Investor sei die Behörde im regelmäßigen Austausch, so Radermacher. Erst vor kurzem hätten sich Mitarbeiter:innen die Metallwand angeschaut. Diese sei „mindestens gleichwertig“ wie der ursprünglich geplante Schutz aus Seecontainern, die rund um den Bunker hätten aufgestellt werden sollen. Wegen Leitungen im Erdreich hatte der Bauherr eine Alternative suchen müssen.

Die Bürgerinitiative Glauburgbunker, die den Abriss ablehnt, bedauert, dass in den Sommerfeiern nicht mehr geschehen ist. Vor allem für die angrenzende Schwarzburgschule sei es ärgerlich, wenn Krach der Baustelle etwa Anfang kommender Woche die Einschulungsfeier auf dem Hof störe. Nach wie vor sei die Grundschule nicht mit Lüftern ausgestattet, die das Öffnen der Fenster neben der Großbaustelle überflüssig machten. Auch sei fraglich, was die Lärmschutzwände brächten, da sie nur zehn Meter hoch reichten. Nach wie vor poche die BI darauf, die Ergebnisse der geplanten Lärmmessungen regelmäßig vorgelegt zu bekommen.

Frankfurt Nordend: Kinderzentrum liegt direkt neben Glauburgbunker

Die Mädchen und Jungen des Kinderzentrums Schwarzburgstraße, die nur wenige Meter vom Bunker entfernt liegt, hatten Glück. Anfang Juni wurden sie für wenigstens sechs Monate in die Pavillonanlage am Günthersburgpark ausgelagert. In dieser Zeit werden die Versorgungsleitungen ausgetauscht, sagt Nicole Möhrmann, Referentin des Bildungsdezernats. „In gleichem Zuge werden die Sanitäranlagen, Heizkörper, Boden- und Wandbeläge erneuert.“

Alle Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Einen ursächlicher Zusammenhang mit dem Bunkerabriss gebe es nicht, sagt Möhrmann. „Die Auslagerung ist erforderlich, da die Sanierung nicht im laufenden Betrieb erfolgen kann.“ (Boris Schlepper)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare