Die erste Einschulungsfeier der Merianschule während der Sanierung fand auf dem Abenteuerspielplatz Günthersburg statt.
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Die erste Einschulungsfeier der Merianschule während der Sanierung fand auf dem Abenteuerspielplatz Günthersburg statt.

Frankfurt-Nordend

Frankfurt-Nordend: Eine Küche ohne Decke und Fenster

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die Sanierung der Merianschule schreitet nur in sehr kleinen Schritten voran. Eltern und Lehrer drängen auf einen Umzug zurück ins alte Schulgebäude an der Burgstraße.

Die neuen Küchenmöbel sind bereits da. Eigentlich könnte sich Rektorin Brigitte Schulz freuen, dass die Sanierung der Merianschule voranschreitet. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn die Möbel stehen verpackt in der neuen Küche im Schulgebäude an der Burgstraße im Nordend, deren Decke noch immer nicht fertiggestellt ist und die keine richtigen Fenster hat. „Darf das wahr sein?“, ärgert sich Schulz.

Die Schulleiterin befürchtet, dass die Sanierung des Gebäudes nicht rechtzeitig abgeschlossen wird und Lehrer sowie Grundschüler nicht wie geplant im August die Containeranlage am Günthersburgpark verlassen können. Dort ist die Grundschule seit 2016 ausgelagert. Das Kollegium und Eltern hatten deshalb erst vor kurzem Alarm geschlagen (die FR berichtete). Die Schulgemeinde möchte wieder in das alte Schulgebäude zurückziehen, um ihr neues Ganztagskonzept umzusetzen - in den Containern auf dem ehemaligen Gelände des Grünflächenamts ist das nicht möglich.

Rektorin Schulz wünscht sich, dass die Stadt Frankfurt endlich alle Hebel in Bewegung setzt, damit sich die Sanierung des Schulgebäudes nicht weiter verzögert. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2018 vorgesehen. Schon mehrfach habe sie die Schulgemeinde vertröstet und beruhigt, nicht auf die Barrikaden zu gehen. „Ein weiteres Mal werden die Mütter und Väter das nicht hinnehmen.“

Bei einer Baustellenbesichtigung vor kurzem habe sie jedoch den Eindruck gehabt, dass nicht wirklich Interesse daran besteht, „die Baustelle bis zu den Sommerferien zu Ende zu bringen“, sagt Rektorin Schulz. Mitunter seien Handwerksbetriebe nur mit einer Person vor Ort, wodurch sich alle anderen Arbeiten verschöben. „Die Decken etwa könnten fertig sein, wenn die Lampen hängen würden.“

Auch die Container der Bauarbeiter an der Burgstraße stünden seit längerem fast leer und könnten entfernt werden, damit der Hof gepflastert werden kann. Das Grünflächenamt habe mitgeteilt, dass die Arbeiten erst starten, wenn die gesamte Fläche frei ist. Schulz fordert ein Umdenken. Die Stadt müsse „kreativ werden“. Denkbar ist für sie, dass die Schule umzieht, auch wenn etwa der Hof noch nicht fertig ist. Notfalls müsse dann ein Teil der Burgstraße gesperrt und temporär als Pausenhof genutzt werden. Am Geld dürfe es nicht scheitern. Schließlich koste auch die Auslagerung viel.

Kurzfristige Lösung

Nach wie vor plane die Stadt, dass der Umzug in den Sommerferien stattfinden kann, sagt der Sprecher des Baudezernats Günter Murr. „Wir setzen alles daran, dass es funktioniert.“ Es werde nicht daran scheitern, sollte etwa die Außenanlage nicht fertig werden. Da der Fassadenfirma gekündigt worden sei, werde derzeit versucht, „kurzfristig eine Lösung mit einem anderen Unternehmen“ zu finden.

Brigitte Schulz ist irritiert, dass nach mehr als vier Wochen seit der Kündigung die Arbeiten an der Fassade noch nicht wieder aufgenommen worden sind. Sollten sie sich weiter verzögern, „werden wir möglicherweise auch in den Weihnachtsferien noch nicht umziehen“.

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