Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In der Nacht zum 20. Mai hatte der Kampfmittelräumdienst eine 500-Kilo-Bombe am Glauburgbunker gesprengt, rund 25 000 Menschen mussten evakuiert werden. Am Tag danach war ein großer Krater zu sehen.
+
In der Nacht zum 20. Mai hatte der Kampfmittelräumdienst eine 500-Kilo-Bombe am Glauburgbunker gesprengt, rund 25 000 Menschen mussten evakuiert werden. Am Tag danach war ein großer Krater zu sehen.

Nordend

Frankfurt-Nordend: Angst vor weiteren Blindgängern

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
    schließen

Eine Bürgerinitiative will Gewissheit, dass sich am Glauburgbunker im Nordend keine weiteren Weltkriegsbomben verstecken. Sie fordert, beim Abriss auf Sprengstoff zu verzichten.

Anwohnerinnen und Anwohner am Glauburgbunker im Nordend sind besorgt. Vor einer Woche war bei Arbeiten am Glauburgplatz eine Weltkriegsbombe gefunden und kontrolliert gesprengt worden. Jetzt befürchten sie, dass sich die Detonation auf die Statik des Luftschutzbunkers und die angrenzenden Häuser ausgewirkt haben könnte. Die Bürgerinitiative Glauburgbunker, die den Bunkerabriss ablehnt, fordert nun zusätzliche Kontrollen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass sich auf dem angrenzenden Spielplatz und dem Hof der Schule keine weiteren Blindgänger befinden.

Die Stadt konnte sich am Dienstag nicht dazu äußern, ob etwa der Hof der Schwarzburgschule abgesucht wird. Der Leiter des Kampfmittelräumdienstes am Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, Dieter Schwetzler, sagt auf Anfrage, dass es unüblich sei, nach Bombenfunden die weitere Umgebung zu kontrollieren. Theoretisch könnten überall in Frankfurt noch alte Sprengkörper liegen, „dann müsste man die ganze Stadt räumen“. Am Glauburgbunker sei „alles richtig gemacht worden“. Vor den Arbeiten sei beim RP nachgefragt worden, ob eine Belastung vorliege. Da dies der Fall gewesen sei, habe der Bauherr, die Delom GmbH, eine Kampfmittelfirma beauftragt, die den Blindgänger gefunden habe.

Abriss Ende Juli

Der Glauburgbunker soll einem Wohngebäude weichen. Im Erdgeschoss ist Platz für eine soziale und kulturelle Nutzung geplant. Der eigentliche Abriss des massiven Betongebäudes soll am 26. Juli beginnen und bis Mitte Dezember abgeschlossen werden.

Am Glauburgplatz wird derzeit ein Fundament für einen Kran errichtet, der bis zur 23. Kalenderwoche aufgestellt werden soll. Dabei war am 19. Mai eine Bombe gefunden worden. Da der Zünder beschädigt war und die Bombe jeden Augenblick hätte explodieren können, wurde sie kurzfristig unter Tonnen von Sand gesprengt. Rund 25 000 Anwohner:innen im Umkreis von 700 Metern um den Fundort herum mussten ihre Häuser verlassen. bos

Die Firma begleitet weiterhin die Arbeiten am Bunker, sagt Sebastian Fellner von der Kommunikationsfirma des Investors. So werde etwa der Sand, der für die Sprengung über der Bombe aufgeschüttet worden ist, nach Kampfmittelresten abgesucht. Die Fundamente des Bunkers und der angrenzenden Häuser lasse der Bauherr zudem von Statikern kontrollieren, um zu sehen, wie sich die Explosion auf diese ausgewirkt hat.

Das hat auch die Bürgerinitiative gefordert. Sie fragt sich, ob die in den Boden abgeleitete Druckwelle den Bunker destabilisiert haben könnte. Die Mitglieder befürchten, dass beim Abriss „unerwartet große Teile aus den Wänden herabstürzen wie beim Abbruch des Bunkers in der Freiligrathstraße“. Im Ostend war Anfang 2020 ein Mauerstück gebrochen und hatte ein Gerüst beschädigt. Am Glauburgbunker sei die Gefahr ungleich größer, so die BI, da dort Kita, Schule und ein Spielplatz betroffen wären.

Die Bürgerinitiative fordert zudem, dass das Abbruchkonzept überarbeitet wird. Es sei nicht auszuschließen, dass es weitere Blindgänger gebe, vor allem, da der Bunker gegen Kriegsende von der Wehrmacht als Hauptquartier für Frankfurt genutzt worden sei. Beim Bunkerabriss dürften nicht wie geplant „Lockerungssprengungen“ vorgenommen werden, um nicht alte, nicht detonierte Kampfmittel zur Explosion zu bringen. Bauherr und Behörden müssten sämtliche Recherchemöglichkeiten ausschöpfen, um „eine umfassende Sondierung mit modernen geophysikalischen Verfahren durchführen zu können“.

Für Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) ist es wichtig, dass das geplante Schutzgerüst, das zehn Meter hoch rund um den Bunker angebracht werden soll, „auch wirklich sicher ist“. Am Dienstag habe ihr der stellvertretende Leiter der Bauaufsicht mitgeteilt, dass das Abbruchkonzept noch einmal überarbeitet worden sei und jetzt vom TÜV untersucht werde. Für die FR war er nicht zu erreichen.

Die Bombe war bei Baggerarbeiten am Glauburgplatz gefunden worden. Dort wird ein Fundament für einen Kran bebaut, der für den Abbruch des Glauburgbunkers benötigt wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare