Nordend

Frankfurt: Liedersingen vom Balkon

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Nachbarn im Frankfurter Nordend verabreden sich zum Singen vom eigenen Balkon aus.

Alle Vöglein sind schon da“, tönt es durch die obere Gün-thersburgallee. Oder jedenfalls ein paar Meter weit. Zwei Handvoll Menschen haben sich an den Fenstern und Balkonen der Häuser mit den Nummern 75 bis 79 versammelt – zum gemeinsamen Singen. Ein Textblatt wird von oben heruntergeworfen, verfehlt aber den Adressaten und landet im Vorgarten.

Was man bereits von Videos aus Italien kennt, wird im Frankfurter Nordend am Donnerstagabend noch in kleinem Rahmen leise und ohne Verstärker praktiziert. Auf der Plattform Nebenan.de hatte Ruth die Aktion angekündigt. Doch allzu viele Nachbarn haben den Aufruf wohl noch nicht gesehen.

Als Nächstes wird „Oh wie wohl ist mir am Abend“ angestimmt. „Du musst den Text verteilen“, ruft eine Frau zum Nachbarhaus. „Kennst du den nicht?“ „Nein.“ „Aber die Melodie schon, oder?“ „Ja.“ Um die Texte künftig besser zu beherrschen, werden E-Mail-Adressen von Fenster zu Fenster ausgetauscht. „Wie wäre es mal mit einem Kanon“, schlägt eine Frau vor. Das sei vielleicht zu anspruchsvoll, befürchtet eine andere. Doch die Sänger versuchen es, zuerst singen sie „Der Hahn ist tot“ und anschließend „Frère Jacques“ - und es klappt.

Manche Nachbarn gucken aus ihren Fenstern, einige Spaziergänger und Jogger blicken hoch. Ein wenig Applaus gibt es auch. „Ich frag mich schon, ob die Situation gerade nicht auch Potenzial hat“, sagt eine Passantin zu ihrer Begleitung. Etwa, seinen Nachbarn näherzukommen.

Die Nachbarn wollen nun jeden Abend um 18 Uhr gemeinsam singen, alle sind eingeladen mitzumachen.

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