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Straßenmarkierungen in der Querstraße Richtung Eschersheimer Landstraße als Vorbereitung zur Schranke zum Oederweg, die im Laufe der nächsten Woche installiert werden soll.
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Straßenmarkierungen in der Querstraße Richtung Eschersheimer Landstraße als Vorbereitung zur Schranke zum Oederweg, die im Laufe der nächsten Woche installiert werden soll.

Nordend

Flanieren auf dem Oeder Weg

Die Stadt Frankfurt hat mit dem Umbau der Einkaufsmeile in eine lebenswerte und fahrradfreundliche Straße begonnen. Während das Projekt viele Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, freut, ist der Einzelhandel in Sorge.

Mehr Platz für Menschen, die zu Fuß oder mit Fahrrädern unterwegs sind, dafür weniger Raum für Autos: Seit gestern wird der Oeder Weg im Nordend in eine fahrradfreundliche Nebenstraße umgestaltet. In Höhe des Hotels Fleming an der Eschenheimer Anlage wird eine Schranke montiert, die die Einfahrt in die Einkaufsstraße für den motorisierten Verkehr verhindert. In der Querstraße werden Markierungen ausgetauscht, so dass das dortige Parkhaus künftig auch von der Eschersheimer Landstraße aus angesteuert werden kann. Am Wochenende sollen dann die Straße gesperrt und Radwege markiert werden.

Auf dem Oeder Weg ist davon am Montag nichts zu sehen. „Geht das schon los?“, fragt eine Frau, die mit dem Lastenrad aus dem Westend zum Einkaufen gekommen ist. Sie dachte, das Projekt befinde sich noch in der Planung. Doch dass der Weg zwischen Holzhausenstraße und Eschenheimer Anlage – zunächst provisorisch – bis Herbst lebenswerter und fahrradfreundlicher wird, ist beschlossen. Die Fahrbahn wird verkleinert, mehr als 70 Parkplätze fallen weg. Dafür werden Radwege markiert und sogenannte Multifunktionsstreifen eingerichtet. In diesen wird es etwa Platz für Außengastronomie, Fahrradständer und begrünte Verweilflächen geben.

Die Westendlerin begrüßt das Konzept. Derzeit sei es schwierig, mit dem Rad unterwegs zu sein. Überall parkten Autos, viele Fahrer:innen würden Radfahrenden die Vorfahrt nehmen. Auch sei es schön, wenn es mehr Plätze gebe, an denen man sich hinsetzen könne. Nötig sei ein grundlegender Wandel in Frankfurt, der Oeder Weg dürfe nur der erste Schritt sein. Auch Anwohnerin Katrin F. begrüßt die Umgestaltung. Sie finde es reizvoll, wenn der Oeder Weg ein Ort werde, „wo man richtig flanieren und bummeln kann“. Frankfurt sei so klein, da könne man alles problemlos mit dem Rad erreichen.

Ähnlich sieht es ein Mitarbeiter des kleinen Lokals „Purple Soul“. Auch sei der ÖPNV in Frankfurt sehr gut. Sollte es auf dem Bürgersteig vor dem Bistro künftig mehr Platz geben, wäre das positiv. Derzeit werde es immer wieder recht eng dort. Sein Kollege findet, dass auch an Kunden:innen gedacht werden müsse, die mit dem Auto unterwegs sind. Ein Ausgleich könnte etwa sein, die Gebühr im Parkhaus zu senken.

Christoph Ursprung, Inhaber des Geschäfts Blumen-Ursprung, befürchtet, dass unter der Umgestaltung der Einzelhandel leiden wird. Pendlern sei es egal, ob es weniger Parkplätze gebe. Dass der Oeder Weg schmaler werde, werde sie allenfalls in andere Straßen verdrängen, „dadurch wird keiner auf den ÖPNV umsteigen“. Die Läden des Oeder Wegs seien jedoch auch auf Kund:innen angewiesen, die mit dem Pkw kommen, um ihren Wocheneinkauf zu erledigen. Im schlimmsten Fall kauften diese künftig woanders ein.

Nachteile sehen auch Mitarbeiter des Parkhauses in der Querstraße, vor dem am Montag die Markierungen ausgetauscht wurden. Autos dürfen jetzt auch von der Eschersheimer einfahren. Dirk Herzberg, der sich um die Technik kümmert, hält nichts davon. Künftig kreuzten sich ein- und ausfahrende Pkw, „das wird ein Chaos geben“. Er befürchtet, dass langfristig Mieter:innen in andere Häuser auswichen. Ärgerlich sei auch, dass sie niemand informiert habe.

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