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Dieter Wolf hat sich mit Gitarre eingefunden. Er spielt unter anderem Parodien bekannter 80er-Jahre-Hits wie „Skandal um Josef“ und „Das alles würde ich machen, wenn ich König vom Nordend wär.“ Foto: Rolf Oeser
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Dieter Wolf hat sich mit Gitarre eingefunden. Er spielt unter anderem Parodien bekannter 80er-Jahre-Hits wie „Skandal um Josef“ und „Das alles würde ich machen, wenn ich König vom Nordend wär.“

Nordend

Erhaltenswerte Wildnis

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Initiativen laden zum Tag der offenen Gärten in die „Grüne Lunge“ am Günthersburgpark ein. Ursprünglich sollte das Areal bebaut werden.

Wer noch nie unter den alten Bäumen über die verschlungenen Trampelpfade gestreift ist, kann sich wohl kaum vorstellen, was die „Grüne Lunge“ genau ist. Zum „Tag der offenen Gärten“ besuchen Jessica und Gabriele Müller aus Seckbach erstmals das wilde Idyll nördlich des Günthersburgparks. „Ich habe mir vorher etwas wie einen alternativen Kleingartenverein vorgestellt“, sagt Jessica. Den gibt es zwar auch. Aber auf dem 16,5 Hektar großen Areal sind noch weitaus mehr Menschen aktiv.

Da gibt es die Gruppe der „GemüseheldInnen“, die neben alten Gemüsesorten eine Wildwiese gesät haben. „Schafgarbe und Wiesen-Storchschnabel, Margeriten und Sauerampfer wachsen dort“, berichtet Chris Kircher. Die 57-jährige Botanikerin ist Mitglied der Gruppe. Ihr Partner spielt im Garten gegenüber Gitarre und singt mit weiblicher Begleitung. Musik ist an diesem Tag immer wieder durch die grünen Blätterwände zu hören.

In einem Liegestuhl sonnt sich ein Mann, hinter einem Zaun wird gegossen und Unkraut gejätet. Es gibt viel zu entdecken. „Nett und erfrischend“, findet Jessica Müller, was sie mit ihrer Mutter vorgefunden hat. Die 35-Jährige fügt hinzu: „Jede und jeder wird hier akzeptiert.“ Gabriele Müller sagt: „Solche Flächen sind für Frankfurt überlebensnotwendig.“

Vor fünf Jahren hat die „Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark“ zum ersten Mal einen Tag der offenen Gärten veranstaltet. „Tausende Leute haben wir seitdem durchgeführt“, sagt Folkhard Funk. „Und alle politischen Parteien“, ergänzt Thomas Jasny. Beide sind im Vorstand der BI und nach den letzten Kommunalwahlen vorsichtig optimistisch, was den Fortbestand angeht.

„Im Grunde ist es erstmal gut, dass die Fläche im Kern erhalten bleiben soll“, sagt Jasny. Anfangs habe es viele Diskussionen gegeben, erläutert Funk. Vor allem mit fehlendem Wohnraum sei gegen die Grüne Lunge argumentiert worden. Seit dem ersten Hitzesommer 2018 sei diese kritische Haltung gekippt.

„Durch Verwahrlosung wird hier Artenvielfalt entwickelt“, sagt Funk. Selten gewordene Vögel wie der Gartenrotschwanz und Fledermäuse hätten sich wieder angesiedelt. Außerdem seien Regenwürmer zurück gekommen, nachdem er und seine Partnerin den Boden in ihrem „freien Garten“ nicht mehr umgegraben hätten, berichtet Klaus Graf.

Unter einem Baum, in dessen Krone ein Baumhaus gezimmert wurde, sitzt Aktivistin Carla in einer Hängematte. Die Jurastudentin spricht mit Besucher Alexander über ihre klimapolitischen Aktionen. Auch die Bremerhavenerin ist nur zu Gast. „Die Mischung aus wilden und angelegten Gärten, aus Bürgern und Besetzern“, gefalle ihr. „Wie ein Dschungel mit großen Bäumen“, kommt Alexander das Areal vor. Bislang habe er nur den Günthersburgpark gekannt, sagt der 30-jährige Nordendler.

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