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Bis März sollen die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sein. Dann startet der eigentliche Abriss des Glauburgbunkers im Frankfurter Nordend. Foto: Christoph Boeckheler
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Bis März sollen die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sein. Dann startet der eigentliche Abriss des Glauburgbunkers im Frankfurter Nordend. Foto: Christoph Boeckheler

Nordend

Eltern besorgt über Abriss des Glauburgbunkers

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die Arbeiten am Luftschutzbunker am Glauburgplatz starten kommenden Mittwoch – mitten in der Coronazeit. Mütter und Väter der nahen Schwarzburgschule befürchten, dass die Schule dann nicht mehr lüften kann.

Die monatelange Ruhe um den Glauburgbunker wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch enden. Dann will der Bauherr, die Delom GmbH, mit den vorbereitenden Arbeiten loslegen. Ab April soll der eigentliche Abriss des Betonkolosses beginnen, der einer Wohnbebauung weichen soll. Viele sind überrascht von der Ankündigung, die seit Dienstag die Runde macht.

Ab dem 27 Januar soll die Baustelle eingerichtet werden, heißt es seit gestern auf der Homepage des Kommunikationsunternehmens des Bauherrn. Bis Ende März werden Zäune gestellt, die Treppe und Mauern entfernt und das Innere des Bunkers entkernt. Anschließend werde mit dem Abriss des Bunkerkörpers begonnen.

Die Eltern in der Schwarzburgschule, die sich wie eine Kita direkt neben dem Gebäude aus dem Zweiten Weltkrieg befindet, sind befremdet, dass die Arbeiten in der für Kinder ohnehin schwierigen Corona-Zeit beginnen. Schon vorher haben sie sich dafür ausgesprochen, dass die Grundschule während des wenigstens neun Monate dauernden Abbruchs ausgelagert wird. Durch Corona verschärfe sich alles, „das ist echt bitter“, sagt Andrea Teuscher, die Vorsitzende des Schulelternbeirats. „Wie soll es jetzt möglich sein, regelmäßig zu lüften?“

Die Mütter und Väter befürchten, dass während der Bauarbeiten kein regulärer Unterricht möglich ist. In der Grundschule sei die sprachliche Entwicklung noch nicht abgeschlossen, so Teuscher. Sie dürfe nicht durch monatelangen Baulärm gestört werden. Auch Sprengungen soll es geben, hatte der Bauherr angekündigt. Derzeit seien nur wenige Kinder in der Schule. Doch im April, wenn der eigentliche Abriss beginnen soll, ist wieder Regelunterricht vorgesehen. Die Eltern planen Lärmmessungen in den Klassenzimmern.

Sorge bereitet Müttern und Vätern auch, wie der Abriss des Bunkers in der Freiligrathstraße im Ostend läuft, den derselbe Abbruchunternehmer ausführt, so Teuscher. Dort stürzte während der Bauarbeiten ein großes Stück Mauer herab. „Das gibt einem ein ungutes Gefühl.“

Die Schule werde die Arbeiten und die Belastung für Lehrer:innen und Kinder genau beobachten, sagt der Abwesenheitsvertreter der Schulleitung, Moritz Wachendörfer. Auch ob sich das Corona-Hygiene-Konzept, alle 20 Minuten zu lüften, umsetzen lasse. „Sollte es zu laut werden und es eine Gesundheitsgefährdung geben, werden wir alle Hebel in Bewegung setzen.“

Hilfe werde das Stadtschulamt der Schwarzburgschule anbieten, sagt Jetta Lüdecke vom Bildungsdezernat. Da die Behörde erst kurzfristig über den Abriss informiert worden sei, werde sie in der kommenden Woche mit der Schule in Kontakt treten, „ob sie Unterstützung braucht. Wir werden dafür sorgen, dass die Schüler geschützt sind.“

Die Bürgerinitiative Glauburgbunker, die den Abriss ablehnt, fühlt sich überrumpelt vom angekündigten Baustart, sagt Ulrich Rathgeb. Die BI müsse jetzt schauen, wie sie der Schule und der Kita helfen könne. Auch werde sie die Bauarbeiten im Blick behalten, dass es nicht zu laut wird.

Der Ortsbeirat 3 erwarte vom Bauherrn, dass er „transparent und vorzeitig“ informiere, wie er es zugesichert habe, sagt die Vorsteherin Karin Guder (Grüne). Die Bauaufsicht müsse das Projekt regelmäßig kontrollieren. Auch sie sei überrascht, dass es jetzt losgehen soll. Jetzt müsse der Bauherr seinen Zeitplan öffentlich machen. Mit der Bauaufsicht wolle sie klären, ob eine weitere Vorstellung im Ortsbeirat oder für die Presse sinnvoll sei. Sie erwarte, dass das Kommunikationsunternehmen eine Hotline schaltet, über die sich Bürger:innen informieren können.

Infos zur Baustelle unter www.baustelle-lortzingstrasse.de

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