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Ein Nilgansküken für den Günthersburgpark

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Zwei Künstlerinnen gestalten das Gärtnerhäuschen in der Grünanlage neu. Die bunten Wände waren von Graffiti verunstaltet worden.

Die farbige Wand mit dem großen Nilgansküken mitten im Grün des Günthersburgparks trifft auf große Begeisterung. Eine Gruppe Kinder im Kindergartenalter steht aufgereiht davor und hält Peace-Zeichen in die Kamera ihrer Erzieherin – „Cheese!“, rufen sie strahlend. Michaela Heidlas-May und Nicole Wächtler, die direkt danebenstehen, stellen sich kurz als die Künstlerinnen hinter dem Projekt vor. Die Erzieherin schaut erstaunt. „Das ist ja toll, es fällt einem direkt ins Auge“, sagt sie, bevor sie mit den Kindern zum Spielplatz verschwindet.

„Das Feedback, das wir bekommen, ist durchweg super“, sagt Heidlas-May. „Wenn man Dankbarkeit und Freude in Geld umtauschen könnte, wären wir jetzt Millionäre.“ 2015 hatten sie die grauen Wände des Gärtnerhäuschens unweit der Wetteraustraße das erste Mal bemalt. Damals war noch Figurenkünstlerin Pia Grambart-Delalic an dem Projekt beteiligt. Sie sei aber inzwischen beruflich anderweitig eingebunden.

„Über die Jahre hat das Häuschen für die Parkbesucher auch an Bedeutung dazugewonnen. Für manche hat das Eichhörnchen zum Beispiel einen Namen“, sagt Heidlas-May und deutet auf eine der gemalten Figuren. Das liege auch daran, dass die Malereien den Lebensraum der Menschen abbilden. „Wir nehmen das auf, was vorhanden ist, und setzen es künstlerisch um“, sagt Wächtler. An den Wänden sind etwa Eichhörnchen, ein Fuchs und ein Grünspecht zu finden. Alle drei haben ihren Lebensraum im Günthersburgpark. Wenn man genauer hinsieht, fallen auch weniger offensichtliche Elemente auf, etwa verschiedene Blattformen und Kastanien.

Dass die Wände jetzt neu gestaltet wurden, hat einen unerfreulichen Grund. Mitten in der Corona-Pandemie entdeckte die Partyszene den Park für sich und es kam zu großen Polizeieinsätzen. In dieser Zeit wurde auch die Kunst am Gärtnerhäuschen mit Graffiti zerstört. In den Jahren davor habe es kaum Vandalismus gegeben, sagt Wächtler traurig. Nachdem die Wände so verunreinigt wurden, seien Parkbesucherer und -besucherinnen auf den Ortsbeirat zugekommen mit dem Wunsch nach einer Neugestaltung. Diese wird nun vom Grünflächenamt und dem Stadtteilgremium finanziell unterstützt.

Teile des Gärtnerhäuschens, die nicht so stark beschmiert waren, wurden lediglich restauriert. Drei der großen Wände waren jedoch fast komplett unkenntlich gemacht worden. Dort sind neue Figuren und Formen entstanden, zum Beispiel das Nilgansküken auf der einen und seine Mutter auf der anderen Seite. Damit die Kunst nicht erneut zerstört wird, wurde nun vorgebeugt. Die Künstlerinnen haben die fertigen Wände mit einem Lack überstrichen, durch den sich Graffiti leicht mit einem Schwamm wieder entfernen lässt. (Kiki Bruder)

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