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Debatte über Oeder Weg-Sperre

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Da die Autos nicht mehr stadteinwärts den Oeder Weg nehmen können, staut sich der Verkehr in der Cronstettenstraße.
Da die Autos nicht mehr stadteinwärts den Oeder Weg nehmen können, staut sich der Verkehr in der Cronstettenstraße. © Peter Jülich

Anwohnende beklagen bei einem Vor-Ort-Termin, dass der Verkehr durch die Umgestaltung des Oeder Wegs in den Seitenstraßen zugenommen habe. Die Stadt präsentierte eine Zählung und eine Idee, die für Abhilfe sorgen könnte.

Die Umgestaltung des Oeder Wegs in eine fahrradfreundliche Nebenstraße hat Auswirkungen auf die umliegenden Seitenstraßen. In mehreren habe der Verkehr deutlich zugenommen, beklagten Anwohnerinnen und Anwohner bei einem Termin des Ortsbeirats 3 (Nordend) am Donnerstag an der Cronstettenstraße. Sie forderten vor allem eine zeitnahe Entlastung. Vertreter der Stadt präsentierten erste Zahlen, wie sich der Verkehr in dem Quartier verändert habe.

Ende September habe die Stadt an einem Tag unter der Woche den motorisierten Verkehr an zwölf Stellen gezählt, sagte Markus Stenzel vom Straßenverkehrsamt. Neben Punkten im Oeder Weg etwa in der Holzhausen-, Schwarzburg- und Cronstettenstraße sowie in der Eckenheimer. Die Zahlen seien „ganz frisch“, weshalb sie noch nicht final ausgewertet seien.

Im Vergleich zu einer Zählung vom Sommer 2021 seien auf dem Oeder Weg etwa 40 Prozent weniger Kraftfahrzeuge gefahren, berichtete Stenzel. Im Gegenzug seien dort 60 Prozent mehr Menschen mit Fahrrädern unterwegs gewesen. Weniger Autos seien in der Holzhausenstraße notiert worden. Dort fuhren nur 2300 statt wie ein Jahr zuvor 6700. Auch in der Wolfsgangstraße sei der Verkehr zurückgegangen.

Zugenommen habe er dagegen in mehreren Seitenstraßen. Etwa in der Schwarzburgstraße, was aber der Baustelle in der Glauburgstraße geschuldet sei. In der östlichen Cronstettenstraße seien 3077 Fahrzeuge gezählt worden – 942 mehr als 2021. Für eine Tempo-30-Zone sei das „eine ganze Menge“, so Stenzel. Dass die Zahl in der Eckenheimer gestiegen ist (von 7700 auf etwa 9700), war hingegen „so geplant“.

Mehrere Anwohnende kritisierten, dass die Zahlen nur an einem Tag erhoben worden sind und auch nicht an verschiedenen Stellen. Für eine „derartige Entscheidung“ wäre das nötig gewesen, sagte ein Mann. Auch bezweifelten einige die Richtigkeit und verwiesen darauf, das bei eigenen Erhebungen deutlich mehr Fahrzeuge gezählt worden seien.

Fahrradfreundliche Nebenstraße

Der Umbau des Oeder Wegs zur fahrradfreundlichen Nebenstraße wurde von der Bürgerinitiative „Radentscheid“ angestoßen und basiert auf einem Stadtverordnetenbeschluss aus dem Jahr 2019. Insgesamt elf Straßen sollen umgestaltet und sicherer für Radfahrer:innen sowie lebenswerter werden. Der Oeder Weg ist die erste Straße, in der provisorische Maßnahmen umgesetzt werden.

Im Sommer vergangenen Jahres wurden zunächst rote Markierungen aufgetragen, seit August 2021 ist die Zufahrt mit dem Kraftfahrzeug aus der Innenstadt durch eine Schranke verwehrt. Ostern 2022 hat die Stadt die Durchfahrt im Oeder Weg an der Holzhausenstraße gesperrt und damit auch die Ost-West-Verbindung unterbrochen.

Bis Ende des Jahres werden Pflanzkübel auf dem Oeder Weg aufgestellt.

Begleitet wird das Projekt durch eine Studie der Fachhochschule. Die Auswertung soll 2024 erfolgen. bos

Schuld an der Zunahme ist nach Ansicht mehrerer Anlieger:innen vor allem die sogenannte Diagonalsperre in Höhe der Holzhausenstraße, die die Zufahrt in den Oeder Weg für den motorisierten Verkehr verhindert. Dank dieser sei der Verkehr für die Bewohner:innen im Viertel „furchtbar“, kritisierte ein Anwohner, der forderte, dass der Ortsbeirat das Projekt beendet.

Dass befürwortete auch ein Bewohner der Falkensteinerstraße. Da der Verkehr allenfalls verdrängt werde, sei es sinnvoller, den Menschen das Fahren zu vergällen, etwa durch Tempo-20-Zonen und festinstallierte Blitzer. Stenzel erwiderte, dass in der Cronstettenstraße in diesem Jahr bereits 17 Messungen mit einer Übertretungsquote von nur elf Prozent gegeben habe.

Andere Teilnehmer des Treffens begrüßten die Umgestaltung des Oeder Wegs. Es müsse jedoch etwas gegen die Verkehrszunahme in den Seitenstraße getan werden. Eine erste Idee, wie die Situation in der Cronstettenstraße entschärft werden kann, präsentierte Stenzel. Möglich sei, an der Kreuzung zur Falkensteinerstraße einen weiteren Filter zu errichten, der die Ost-West-Verbindung für Kraftfahrzeuge unterbinde. Zusätzlich könnte eine Sperre die Ein- und Ausfahrt in die Humbrachtstraße verhindern. Über den Vorschlag soll der Ortsbeirat in einer Sitzung beraten. Anwohner:innen kritisierten bereits, dass dann der Verkehr in anderen Straßen zunehmen werde. Auch seien längere Umwege nötig.

Der Termin war durch einen Antrag der FDP im Ortsbeirat 3 zustande gekommen. Anwohner:innen kritisierten, dass sie nur zufällig davon gehört hätten.

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