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Im Oktober hat es im Lager des beliebten Kiosk gebrannt. Darum bleibt er noch zu. 

Nordend

Café im Günthersburgpark: Warten auf die Wiedereröffnung

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Eigentlich würde der Kiosk im Günthersburgpark schon wieder Getränke und Snacks verkaufen, aber nach dem Brand im Herbst wird noch saniert, im April sollen die Arbeiten fertig sein.

Die kleine Treppe steht noch vor dem weißen Gebäude. Doch Kinder klettern sie derzeit nicht empor, um sich ein Vanille- oder Schokoladeneis im Café im Günthersburgpark zu holen. Denn seit dem Feuer Ende vergangenen Jahres hat der Kiosk geschlossen. Derzeit wird das Haus saniert. Mitte April sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die beiden Wirte sind bereit. „Von uns aus kann’s losgehen“, sagt Cherif Bouzenna, der das Lokal mit seinem Kompagnon Christo Mintzas betreibt.

Ende Oktober hatten Unbekannte im Lager hinter dem Café Feuer gelegt. Fast alle Tische, Bänke und Stühle und einige technische Geräte fielen den Flammen zum Opfer. Darüber hinaus richtete der Rauch im Inneren große Schäden an, sämtliche Fliesen wurden abgeklopft: „Das ganze Gebäude ist entkernt worden“, sagt Bouzenna. „Jetzt müssen wir alles neu aufbauen.“ Lediglich die Kühlzelle und die öffentlichen Toiletten, die während der Öffnungszeiten des Cafés zugänglich sind, blieben weitestgehend unversehrt.

Vier große Container mit Brandschutt und Abfall mussten für etwa 10 000 Euro entsorgt werden, sagt Andreas Schmidt vom Grünflächenamt. Die Behörde schätze, dass der Gesamtschaden bei etwa 25 000 Euro liege. Abgewickelt werde dieser von der Versicherung, die auch die Handwerker direkt beauftrage, wodurch die Arbeiten schneller angegangen werden könnten. Allerdings sei es derzeit schwierig, Firmen zu finden, die Zeit haben, so Schmidt. Der Projektleiter habe jedoch angekündigt, dass die Sanierung Anfang kommender Woche beginnen werde und bis Mitte April abgeschlossen sein soll. „Es wäre fatal, wenn es sich noch weiter verzögert.“

Ursprünglich hätte das Café im Januar fertiggestellt werden sollen, sagt Bouzenna. Dann hätten die Wirte wie in den vergangenen Jahren Anfang März beginnen können. Da sich der Termin verschiebt, hatte das Duo überlegt, vorübergehend eine Art Imbiss-Wagen zu mieten, um die Parkbesucher mit Kaffee und Toast versorgen zu können. Doch wegen der hohen Kosten hätten sie davon Abstand genommen.

Jetzt hoffen sie auf die baldige Fertigstellung. Sämtliche Tische, Stühle und Geräte könnten sofort geliefert werden. „Wir möchten keinen Tag verlieren“, sagt Cherif Bouzenna. Am Konzept werde nichts geändert, allenfalls Kleinigkeiten. Auch künftig wird außer Kaffee etwa Bier, Schafskäse und griechischer Salat und natürlich Eiscreme über die Theke gehen.

Seit 25 Jahren arbeitet Bouzenna in dem Café im Günthersburgpark. Dass das Gebäude angezündet wurde, sei ihm sehr nahe gegangen. Einbrüche und Schäden durch Vandalismus hätten sie immer wieder zu beklagen gehabt, erinnert sich der Wirt. Doch ein Feuer sei eine andere Qualität. Glück hätten sie nur gehabt, dass der Brand zum Ende der Saison gelegt wurde.

Künftig wollen sie das Lager besser sichern: Metallplatten sollen den Anbau vor Brandstiftung schützen. Die Idee von Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne), den Park durch zusätzliche Parkwächter oder Polizeistreifen sicherer zu machen, begrüßt Bouzenna. „Doch unsere Präsenz war viel effektiver.“ Denn bis vor einigen Jahren gab es am Kiosk bis spät abends Getränke. „Durch die soziale Kontrolle hatten wir keine Probleme. Die Polizei war glücklich und Frauen konnten auch nachts noch joggen.“ Wegen einer Anwohnerbeschwerde reduzierte die Stadt die Öffnungszeit von 1 Uhr auf 22 Uhr.

Doch nur wenige stören sich an dem Café. Das Mitgefühl und die Empathie nach dem Feuer bei den Menschen im Stadtteil sei sehr groß gewesen, sagt Wirt Bouzenna. Mehrere hätten sogar angeboten, Spenden zu sammeln, „das war wirklich toll“. Aber er lehnte ab, die Versicherung bezahle ja. Andere hätten gefordert, dass die Stadt wenigstens vorübergehend mobile Toiletten aufstellt, bis das Café wieder in Betrieb geht.

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