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Peter Glanz von der Videothek Video-City in der Freiligrathstraße 28 zwischen seinen Regalen, die voll mit Hüllen sind.
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Peter Glanz von der Videothek Video-City in der Freiligrathstraße 28 zwischen seinen Regalen, die voll mit Hüllen sind.

Bornheim

Star Wars für die Weihnachtszeit

  • vonSabine Schramek
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Video-City ist die letzte große Videothek in Frankfurt. Der kleine Laden in der Freiligrathstraße in Bornheim hält 60.000 Filme bereit – auch während der Pandemie. Das Archiv reicht bis ins Jahr 1920.

Ein Klopfen am Fenster reicht und Peter Glanz öffnet die Scheibe zu seinem Filmreich namens „Video-City“ in der Freiligrathstraße 28. Noch geht das, auch wenn viele Geschäfte offiziell geschlossen haben, aber genauso wie Buchhandlungen oder Haushaltswarengeschäfte weiterhin an ihrer Tür oder an einer separaten Lieferstelle ihre Produkte verkaufen dürfen, bietet auch der 55-Jährige neben einem Paketservice nach wie vor seine Filme zum Ausleihen und Kaufen an. 60 000 Filme sind es insgesamt. Der Laden ist der letzte seiner Art in Frankfurt.

„Vor fünf Jahren sind wir aus dem Sandweg hierher gezogen. Hier war vorher ein Schachcafé“, sagt Glanz. In seinem Laden gibt es jetzt fast alles, was auf Videokassette, DVD und Blue Ray gezogen wurde. „Viele kommen für Filme, die nicht im Streaming sind“, so Glanz. „Von zehn der beliebtesten Filme gibt es nur zwei im Streaming“, sagt er erleichtert.

Schon vor dem zweiten Lockdown galt bei ihm das Prinzip: Wer weiß, was er will, kann sich die gewünschten Filme am Fenster aushändigen lassen. Wer im Laden stöbern will, muss Maske tragen. Jetzt bleibt der Rollladen unten, das Fenster hingegen geöffnet. Im Inneren sind die Regale voll mit Hüllen. Sortiert nach Regisseuren, den Top 10 aus dem Kino, nach Genres, Ländern, Oldies, Filmgeschichte, TV-Serien, Disneyfilmen und Raritäten. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. „Nur Pornos habe ich keine“, sagt Glanz und lacht. Eine Vitrine beherbergt Schätze wie „Irren ist männlich“ und der Film „Nur aus Liebe“. Sie sind die teuersten Filme, die mit je 44,95 Euro auf DVD zum Verkauf stehen.

Corona hat der Videothek Auftrieb gegeben

„Die meisten Kunden kommen nicht, um zu kaufen, sondern um sich Filme auszuleihen“, so Glanz. Zehn Filme können als Paket für je drei Tage für 33 Euro ausgeliehen werden. Oder einzeln für 1,80 Euro und 2,20 Euro. Corona hat der Videothek Auftrieb gegeben. „Als die Kinos geschlossen wurden, haben sich auch junge Leute überlegt, nostalgische Abende zu Hause zu machen“, sagt Glanz und grinst. Sie hätten die Videorekorder und DVD-Player ihrer Verwandtschaft zwar belächelt, aber herausgefunden, dass man damit Spaß haben kann.

„Die Zeiten waren lange richtig hart“, sagt der gelernte Verlagskaufmann, der 2003 als Aushilfe bei Video-City angefangen hat und sie seit 2014 alleine betreibt. 20 Videotheken gab es in Frankfurt. Jetzt ist nur noch er da. „Mittlerweile sind die Leute wieder etwas sensibler geworden. Stromverbrauch und Datensicherheit interessiert sie.“ Glanz verteilt Zettel, auf denen steht, dass jedes Jahr 200 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Streaming verbraucht werden. So viel wie der Verbrauch aller Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen. „Das ist so“, sagt Glanz. Die Zahlen hat er von einem Stromanbieter. „Einige wollen auch nicht, dass Daten beim Streaming gesammelt werden, und kommen deswegen auf meine Filme zum Ausleihen zurück.“

Ältere Frankfurter nutzten ohnehin noch ihre Player zum Filme gucken. In den Regalen stehen die Hüllen, in großen Schubladen stecken die sortierten Scheiben. Glanz gibt gerne Auskunft über sein Sortiment. Einen Überblick findet sich auch auf seiner Homepage im Internet unter www.video-city.de. Das Filmarchiv reicht von den 1920er Jahren bis zu den neuesten Streifen.

„Star Wars geht immer. Kinderfilme von den Minions und die Eisprinzessin sind sehr beliebt und alles, was mit Thriller und Science Fiction zu tun hat“, beobachtet Glanz. Neue Kinofilme seien ebenfalls sehr gefragt. „Bei uns erscheinen sie ein halbes Jahr nach Spielbeginn.“ Zu Anfang der Pandemie habe es noch neue Kinofilme gegeben. Mittlerweile wurden viele Dreharbeiten verschoben, somit auch die Kinostarts. Bis zu den Neuheiten gibt es Klassiker und Raritäten zum Ausleihen. Vorerst. „Man weiß ja nie, wie sich das Ganze noch entwickelt“, räumt Glanz mit Blick auf Corona ein. „Daher rate ich, vorher mal hier anzurufen.“ Doch solange es geht, will er seine Filme zum Verleih bereit halten. mit dit

Video-City , Freiligrathstraße 28, hat derzeit von 13 bis 20 Uhr das Fenster geöffnet. An Heiligabend von 10 bis 17 Uhr, Erster Feiertag ist zu, Zweiter Feiertag, 14 bis 20 Uhr, Silvester 10 bis 18 Uhr, Neujahr, 14 bis 20 Uhr. Vom 24. bis zum 28.12. gilt: Fünf Tage leihen, nur zwei zahlen. Informationen unter Telefon 493 01 30 und www.video-city.de.

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