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Oeder Weg in Frankfurt: Abriss von Baumängel-Haus – Neubau billiger als Instandsetzung

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Von: Boris Schlepper

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Der Gebäude-Komplex am Oeder Weg 74-78.
Der Gebäude-Komplex am Oeder Weg 74-78. © Michael Schick

Der weiße Wohnblock im Frankfurter Nordend steht seit Jahren leer: Nun soll das Gebäude am Oeder Weg 74-78 bald abgerissen werden und einem Neubau weichen.

Frankfurt – Der marode Wohnblock Oeder Weg 74-78 in Frankfurt könnte demnächst abgerissen werden und Platz für einen Neubau machen. Nach Aussage der städtischen Bauaufsicht steht einem Bauantrag „nichts mehr im Wege“, sagt Amtsleiterin Simone Zapke auf Anfrage der FR. Die Eigentümerin, die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit Sitz in Karlsruhe, kann jedoch noch nicht abschätzen, wann mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Derzeit befinde sich die VBL in der Planungsphase beziehungsweise Fertigstellung des Bauantrags, teilt Frauke Becker aus dem Vorstandsstab mit. Nachdem die Stadt Frankfurt Ende 2019 eine erste Bauvoranfrage negativ beschieden hatte, musste die Versorgungsanstalt eine Neuplanung beginnen, die inzwischen fast abgeschlossen sei. Bevor der Bauantrag eingereicht werden könne, müssten noch einige Themen bearbeitet werden, „die außerhalb des Wirkungskreises der Bauaufsicht liegen“, sagt Becker.

Abriss und Neubau am Oeder Weg in Frankfurt billiger als Instandsetzung

Dazu gehöre zum Beispiel die Energieberatung mit der Planung der gebäudetechnischen Ausstattung. Einen großen Raum nehme dabei das Thema nicht fossile Brennstoffe ein. Momentan werde ein Energiekonzept erarbeitet, auf dem der Platzbedarf der technischen Anlagen aufbaut, die in die Planung einfließen müsse, so Frauke Becker. Dazu müssten verschiedene Fachingenieure und Fachingenieurinnen hinzugezogen werden. Doch verzögere „die allgemeine Überlastung“ der Büros eine zeitnahe Erstellung der Gutachten und Konzeptionen, die wiederum in den Bauantrag eingearbeitet werden.

Statische Mängel an Wohnhaus in Frankfurt festgestellt

Schon jetzt stehe jedoch fest, dass auch der Neubau auf dem Areal zwischen Adlerflycht- und Hermannstraße fünf Vollgeschosse erhalten soll, sagt Becker. Insgesamt sind dort 34 Wohnungen geplant, vor allem Zwei-Zimmerwohnungen (20), acht Drei- und sechs Vier-Zimmerwohnungen. Das vorgesehene Mansardendach soll ausgebaut werden, so dass mit insgesamt 2400 Quadratmetern Wohnfläche rund ein Viertel mehr Platz entsteht als in den derzeitigen Gebäuden. Genutzt werden können die drei Häuser nicht mehr. Die Instandsetzung sei so aufwendig, dass der Abriss und der Neubau billiger sei, sagt Bauaufsichtsleiterin Zapke. Seit 2018 schon stehen sämtliche 29 Wohnungen leer. 2016 fand die VBL in den Häusern statische Mängel, die Mieterinnen und Mieter mussten ausziehen. Inzwischen sind die Gebäude mit Stahlstützen gesichert, die durch die Fenster von der Straße aus zu sehen sind. Dadurch bestehe keine Einsturzgefahr.

Für die Liegenschaft gilt laut Planungsdezernat eine Satzung, die sich mit dem Erhalt der städtebaulichen Eigenart befasst. Auch gebe es eine Milieuschutzsatzung. Der Umbau des Oeder Wegs zur fahrradfreundlichen Nebenstraße schränke die geplante Bebauung laut Zapke nicht ein. (Boris Schlepper)

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