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Malerpaar Helge Hommes und Saxana Schötschel haben mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit im Hambacher Wald gemalt. Jetzt waren sie in der Grünen Lunge am Gütnthersburgpark zugange.

Kunst

Frankfurt: Malen als Protest gegen das Neubaugebiet Günthersburghöfe

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Ein Künstlerpaar engagiert sich gegen das Neubaugebiet Günthersburghöfe. Es porträtiert Bäume, die in ihrer Existenz bedroht sind - 2018 im Hambacher Forst.

Der alte, knotige Kirschbaum steht im Mittelpunkt des Gemäldes von Helge Hommes. Im Hintergrund sind Hochhäuser zu erkennen, auch der Messeturm. „Baum und Gebäude – beides sind Habitate“, sagt der Maler. Beide beherbergen Leben und haben dementsprechend eine Existenzberechtigung. Mehr noch. „Wir müssen unsere alten Werte überdenken. Jetzt gibt die Natur den Takt an.“

Für den Leipziger Künstler steht es deshalb außer Frage, dass das geplante Neubaugebiet Günthersburghöfe nicht realisiert werden kann. Die Bürgerinitiative Grüne Lunge, die sich gegen das Projekt einsetzt, hatte Hommes und die Malerin Saxana Schötschel eingeladen. An drei Tagen war das Künstlerpaar Anfang der Woche in den Kleingärten zwischen Günthersburgpark und Dortelweiler Straße zugegen – und malten mit Ölfarben mehrere Baumporträts.

Es sind nicht die ersten Bilder dieser Art. Bekannt ist das Künstlerpaar vor allem durch sein Schaffen im Hambacher Forst geworden, wo es 2018 nach dem Motto „Malen im Widerstand“ über Wochen direkt im Wald Gemälde von Bäumen malte. Auch im Reinhardswald im Landkreis Kassel, der einem Windpark weichen soll, bauten sie ihre Staffeleien auf. Hommes und Schötschel haben ihren Fokus auf Bäume gelegt, die bedroht sind. Kunst als friedlicher Protest.

Klein, aber nicht weniger schützenswert

Im Vergleich zum Hambacher Forst ist das bedrohte Gebiet im Frankfurter Nordend sehr klein. Doch für die Künstler nicht weniger schützenswert. Die Grünfläche sei ein „Kleinod“, in dem es viele tolle Schätze“ gebe, sagt Saxana Schötschel und erzählt etwa von einem Feigenbaum, den sie entdeckt und dessen süße Früchte sie gegessen habe. Mit seinem alten Baumbestand sei das Areal „viel Wert, das kann man mit Geld gar nicht bemessen“, sagt Hommes. „Es ist ein wichtiges Element für das Klima und das Soziale in Frankfurt.“

Mit ihren Bildern möchten sie für das Thema sensibilisieren und auf den Protest vor Ort aufmerksam machen. „Der Mensch kann zwar Städte bauen. Doch was ein Baum leistet, dafür kann er keine Maschine schaffen“, sagt Saxana Schötschel. Schließlich gebe es keinen Zauberer wie Miraculix in dem Comic Asterix & Obelix, der Bäume aus dem Boden schießen lassen kann.

Die in Frankfurt entstandenen Bilder des Künstlerpaares sind ebenso wie die aus dem Hambacher Forst Teil der Reihe „Du“ , einer Hommage an den britischen Künstler David Hockney. Im kommenden Jahr sollen die Werke auf einer Ausstellungstour zu sehen sein. In dieser soll die Verknüpfung zwischen Kunst und Seine-Stimme-Erheben deutlich werden. Geplant sei deshalb auch ein Ausstellungsbuch, in dem die Werke, aber auch der Entstehungsprozess und die verschiedenen Bürgerinitiativen genannt werden.

Bislang sei Frankfurt noch keine Station, sagt Hommes. „Es wäre aber schön, wenn wir überall da ausstellen könnten, wo wir aktiv waren.“ Der Künstler ist sicher, dass es nicht der letzte Besuch in der Grünen Lunge gewesen war. „Wir haben uns in die Gärten und die Bäume hier verliebt.“ Deshalb wollten sie ihre Staffeleien noch einmal im Nordend aufstellen, „es sei denn, hier rücken vorher die Bagger an“.

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