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Im Frühling 2018 demonstrierte die Schulgemeinde der IGS Nordend für den Verbleib des Mensabetreibers.

Frankfurt

Die IGS Nordend in Frankfurt bekommt einen neuen Caterer

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Vor zwei Jahren halfen die Proteste gegen Sodexo nichts. Nun aber schreibt die Stadt den Betrieb der Schulmensa neu aus.

Der Großcaterer Sodexo wird die IGS Nordend vom Sommer 2020 an nicht mehr mit Essen beliefern. Nach FR-Informationen wird die Stadt Frankfurt den Vertrag über den Betrieb der Mensa an der Gesamtschule am Prüfling nicht verlängern und eine neue Ausschreibung starten. Daran wird sich Sodexo nicht beteiligen.

Sodexo hatte die Mensa nach den Sommerferien 2018 übernommen. Das Unternehmen hatte sich in einer Ausschreibung der Stadt gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt. Eltern, Schüler und Lehrer waren empört. Sie wollten unbedingt den bisherigen Catererer, die Cantina Buen Barrio, behalten. Deren Chefin Sandra Beimfohr war in die Schulgemeinde integriert und sehr beliebt. Schüler und Lehrer lobten die Qualität des frisch gekochten Essens. Immer wieder argumentierten Eltern, ein Großcaterer passe nicht zur Schule ihrer Kinder. Doch alle Proteste halfen nichts. Im August 2018 bot erstmals Sodexo Essen an.

Mit dem Wechsel des Betreibers habe die Mensa immens an Attraktivität verloren, sagte Monika Mutzbauer, die Vorsitzende des Mensaausschusses, auf Anfrage der FR. In einer Umfrage hätten nur 70 Kinder angegeben, überhaupt für die Mittagsverpflegung angemeldet zu sein. 50 von ihnen erklärten, regelmäßig in der Mensa zu essen. Unterrichtet werden an der IGS Nordend 600 Schülerinnen und Schüler. Sodexo äußerte sich zur Akzeptanz des Angebots nicht. Man habe eine Beteiligung an der neuen Ausschreibung „im Detail geprüft“, sich aber dagegen entschieden, teilte der Caterer auf FR-Anfrage mit.

Protest zeigte Wirkung

Dass es nach zwei Jahren zu einer neuen Ausschreibung kommt, ist überraschend. Die Verträge der Stadt mit Caterern beinhalten eine Option auf eine Verlängerung um ein Jahr. Diese tritt in den meisten Fällen in Kraft, sofern sich der Anbieter nicht vertragswidrig verhält. Dies habe Sodexo nicht getan, betonte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD): „Es gab keine massiven Mängel.“ Dass sich die Stadt gegen eine Verlängerung des Vertrags entschieden habe, sei auch „im Lichte der Diskussion vor zwei Jahren“ zu verstehen.

Die IGS Nordend hat nun bis Mitte Januar Zeit, dem Bildungsdezernat mitzuteilen, auf welche Punkte sie bei der Ausschreibung besonderen Wert legt. Die Kriterien für die Essensversorgung wurden vom Dezernat und einer extra dafür eingerichteten Arbeitsgruppe überarbeitet. In Zukunft sollen Anbieter aus der Region bessere Chancen haben. Eine entsprechende Magistratsvorlage will Weber am 20. Dezember vorlegen. Sie hofft darauf, dass die Entscheidung für den Caterer an der IGS Nordend schon nach den neuen Richtlinien erfolgt.

An der Schule wünschen sich viele eine Rückkehr der Cantina Buen Barrio. Ob Sandra Beimfohr dafür zur Verfügung steht, blieb am Mittwoch offen. „Wir sind aber nicht auf einen Caterer festgelegt“, sagte Monika Mutzbauer. Wichtig sei, dass der Essensversorger ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit der Schule habe.

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