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Dass an der Ecke Mercator-/Hebelstraße nur ein Fahrradständer Platz findet, können nicht alle nachvollziehen.

Nordend

Nordend: Ein Fahrradbügel ist zu wenig

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Anwohner kritisieren, dass die Stadt eine Kreuzung mit Pollern sichert. Sie fordern mehr Abstellflächen für Räder.

Seit Jahren klagen Bürger rund um die Mercator-, Hebel- und Gaußstraße, dass es zu wenig Stellplätze für Fahrräder gibt. Anwohner und Gäste der Hotels und Lokale kämpften um wenige Geländer. Eigentlich hätten sich Enikö Barna und Roland Hoede freuen müssen, als die Stadt dort vor kurzem aktiv wurde. Doch über das Ergebnis können die FR-Leser nur den Kopf schütteln.

Mit großem Aufwand habe die Stadt die Markierungen der schraffierten Ecke an der Kreuzung Mercator- / Hebelstraße abgekratzt. Dafür setzten die Mitarbeiter Pfosten – und einen Bügel für Fahrräder. Für Barna und Hoede erinnert die Aktion an einen Schildbürgerstreich. Schon vorher sei die Ecke durch die Linien für Autos Tabu gewesen. Und statt eines Bügels hätten dort besser sechs bis acht montiert werden können, sind sie überzeugt. „An wen kann man sich wenden, um solchem Irrsinn zukünftig zumindest Einhalt zu gebieten?“, fragt Hoede.

Doch dahinter verbirgt sich keineswegs Bösartigkeit oder eine Fehlplanung. „Ziel der Maßnahme war es, die Kreuzung durch die Poller vor dem Parken zu schützen“, erläutert die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, Michaela Kraft. Eine Schraffierung genüge oft nicht, sagt Joachim Hochstein vom Radfahrbüro im Straßenverkehrsamt. „Die werden von den meisten Autofahrern ignoriert.“

Auf der noch verfügbaren, freien Fläche wurde ein Fahrradbügel montiert. Dass dort nicht gleich mehrere angebracht wurden, liege daran, „die Laufachsen der Fußgänger frei zu halten und diese nicht durch die Fahrradbügel zu versperren“, sagt Kraft. „Auch die Barrierefreiheit behalten wir dabei im Blick.“ Schließlich sollten Radfahrer nicht gegen Fußgänger ausgespielt werden, ergänzt Hochstein.

Aus diesem Grund eignet sich die Fläche zwischen Gehweg und Pollern nicht vollständig für das Setzen von Radbügeln, sagt die Amtsleiterin. „In dem konkreten Fall ist die verfügbare Fläche gering, so dass nur ein Fahrradbügel montiert werden konnte.“ Das Straßenbauamt wolle die Kritik zum Anlass nehmen, die Situation vor Ort nochmals zu überprüfen.

Enikö Barna und Roland Hoede haben ihr Anliegen auch an Vertreter des Ortsbeirats 3 geschickt. Mit der Hoffnung, dass dieser sich bei ihnen um mehr Bügel für Räder kümmert. Platz gibt es in ihrem Kiez ihrer Ansicht nach ausreichend. Etwa in der Gaußstraße vor dem Hotel Mercator. Dort sei der Gehweg sehr breit und biete Platz für bis zu sechs Bügel. Auf der Mercatorstraße könnte vor dem Zebrastreifen Radständer angebracht werden – auch, um das illegale Parken direkt am Überweg zu verhindern. Noch besser, so Barna und Hoede: Die drei Parkplätze an dem Fußgängerweg zugunsten von abschließbaren Fahrradboxen zu opfern.

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