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Frühstück im Café Walden

Frühstück

Noch ein Brötchen?

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Frühstück und Brunch sind angesagter denn je – für jeden Geschmack, für jede Szene gibt es in Frankfurt und der Region die richtige Adresse

Ihr macht doch wieder euren Brunch am ersten Advent?“ Erst vor wenigen Tagen hat meine Freundin Marlies mir diese Frage gestellt und, als sie meinen erstaunten Blick sah, entschuldigend hinzugefügt: „Ich weiß, es ist noch lange hin, aber ich will mir den Termin unbedingt freihalten.“

Seit Jahren macht unser Adventsbrunch bei Freunden und Familie Furore. Erst war es nur ein ausgiebiges Frühstück mit frischen Brötchen, Wurst, Käse, Nutella für die Kinder und Lachs für die Erwachsenen, einem Gläschen Sekt und selbst gebackenem Kuchen. Mittlerweile verlässt keiner der Gäste mehr vor fünf Uhr nachmittags unser Haus. Es gibt auch selbst gemachte Rindsuppe, diverse Salate, mit Schinken gefüllte Croissants, Gulasch mit Spätzle und Eis mit heißen Himbeeren.

Wir zelebrieren dieses Frühstück, das sich bis in den Nachmittag zieht immer wieder. Selten sitzen wir so entspannt zusammen. Jeder hat Zeit. Keiner guckt auf die Uhr. Es ist ja noch früh, auch wenn schon die Dämmerung hereinbricht.

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittag essen wie ein König, Abend essen wie ein Bettler – so gibt ein bekanntes Sprichwort die Linie für den perfekten kulinarischen Tagesablauf vor. Gekrönte Häupter scheinen sich schon immer daran gehalten zu haben: Mehr als 60 Speisen standen beispielsweise auf der Frühstückstafel, die 1913 anlässlich der Hochzeit der Tochter Kaiser Wilhelms II. in Berlin aufgefahren wurde. Und zum Jagdfrühstück, das der König von Großbritannien und Irland, Edwards VII., 1907 kredenzen ließ, gab’s unter anderem indische Currysuppe, Geflügelpastete, gebratenen Fasan, Lammkoteletts und Pfirsichkompott.

Keine Frage, es gibt Tage, da muss es morgens schnell gehen. Ein Kaffee im Stehen, ein Croissant dazu, fertig gemischtes Müsli aus der Packung und Milch drauf. Es bleibt noch nicht mal Zeit, einen Banane oder einen Apfel zu schnippeln. Es sind diese Tage, an denen schon kurz nach elf Uhr vormittags der Magen knurrt, die Konzentration nachlässt. Der Pariser geht dann ins Bistro, um Croissants in Café au lait zu tauchen. In Madrid landen Churros in heißer Schokolade, der Italiener trinkt einen Cappuccino und isst einen Panino, in Wien kommen Butterkipferl und Melange auf den Kaffeehaustisch.

Und wo geht man in Frankfurt hin, wenn fürs Frühstück in den eigenen vier Wänden keine Zeit war, man keine Lust hatte, alle Zutaten für einen ausgiebigen Start in den Tag zu besorgen?

Keine Bange, es gibt genügend Möglichkeiten. „Frühstücken und Brunchen sind angesagter denn je – in allen Szenen, bei Singles und Paaren und in Familien“, haben die beiden Autorinnen Ingrid Schick und Barbara Goerlich festgestellt und ein Buch geschrieben, das „Frühstück & Brunch Frankfurt“ heißt.

Mehr als 200 Frühstücksadressen in Frankfurt und der Region sind darin genannt – vom hippen Café Walden, wo üppige Frühstückskreationen bis 18 Uhr zu haben sind, über Klassiker wie das Café Karin, das seine Frühstücksvariationen nach Frankfurter Stadtteilen benannt hat, bis hin zu Cafés, in denen Eltern ihre Kinder mitbringen können, ohne fürchten zu müssen, dass Frühstück oder Brunch zum Fiasko werden, weil es den Nachwuchs nicht allzu langen auf dem Stuhl hält.

Den Länder-Frühstücken in der Multikulti-Metropole Frankfurt widmet sich ein Kapitel, ein anderes listet ein halbes Dutzend Kaffeehäuser auf, in denen man genüsslich in den Tag starten kann – mal schlicht und einfach mit Kaffee, Brötchen und Marmelade, mal verschwenderisch mit Wurst- und Käseplatte, Spiegel- und Rührei und frisch gepresstem Orangensaft.

In diese Kategorie gehört auch das Café Maldaner in Wiesbaden. Das 1859 gegründete Kaffeehaus ist eine Institution in der Landeshauptstadt. Durch eine Holzdrehtür tritt man ein und ist umgeben von historischem Mobiliar, rot-gold gestreiften Sofas und viel Plüsch. Die Kellnerinnen tragen weiße Spitzenhäubchen, die Ober schwarze Fliegen. Auf den Tischen stehen Sträuße roter Seidenrosen, in Amphoren grünen Palmen und Farne.

Hier zu frühstücken ist eine Pracht, speziell wenn „zwei, die sich mögen“ das Maldaner Frühstück bestellen – mit Käse, Schinken, Wurst, Räucherlachs, Kräuterquark, Butter, Honig, Marmelade, Brötchen, Eiern – gekocht oder gebraten – und einem Gläschen Sekt. Bis 14 Uhr werden neun Frühstücksvarianten serviert. Später am Tag ist die riesige Kuchen- und Tortenvitrine das Highlight.

Frühstücken im Maldaner – immer wenn wir in Wiesbaden sind, tun wir’s. Es ist einfach zu schön.

Am ersten Sonntag im August können wir uns den Ausflug schenken. Marlies hat uns eingeladen – zum Brunch im eigenen Garten, zwischen Rosen und Lavendel und bei Regen unterm Pavillon. Mit Beginn um 11 Uhr und open end.

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