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Schafe, Hühner, Esel: Viele Tiere leben in der umgestalteten Schilasmühle, Oberurseler Weg 11.
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Schafe, Hühner, Esel: Viele Tiere leben in der umgestalteten Schilasmühle, Oberurseler Weg 11.

Niederursel

Traditionelles Handwerk auf Naturfarm in Niederurseler

  • VonPia Henderkes-Loeckle
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Auf dem historischen Vierseithof gibt es jetzt auch eine Werkstatt, die der Verein Schilasmühle betreibt.

Lediglich zwei steinerne Abflussrinnen am Boden zeugen noch von der ehemaligen Nutzung als Kuhstall. In dem Raum mit der alten Ziegelgewölbedecke und den im original erhaltenen Eisenträgern ist eine moderne Werkstatt entstanden. Für das Arbeiten mit Holz stehen zwei große Werkbänke bereit, Industrielampen sorgen für ausreichend Licht. Daneben gibt es mit zwei Kardierbänken einen Bereich für die Verarbeitung von Wolle und kindgerechte Arbeitstische für Filz- und Bastelarbeiten.

„Wir wollen traditionelle handwerkliche Fertigkeiten und Fähigkeiten weitergeben“, erklärt Verena Holly, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Schilasmühle. Dazu gehöre auch, kaputte Gegenstände zu reparieren oder aus vorhandenen alten Materialien Neues zu schaffen. Wie der Arbeitstisch für Kinder, der mit zwei Rädern versehen auch als Schubkarre funktioniert. „Das war mal eine alte Holzkommode“, begeistert sich Holly und macht damit den Stellenwert der Nachhaltigkeit im Gesamtkonzept deutlich.

Die Schilasmühle

1776 wird die Schilasmühle in Niederursel am Urselbach erbaut und bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Walkmühle zur Herstellung von Loden und Filz betrieben.

In den 1920er-Jahren wird das Areal verkauft und landwirtschaftlich genutzt. Der Reitclub Niederursel pachtet das Anwesen in den 1980er-Jahren und betreibt bis 2015 einen Reiterhof.

2017 pachtet der ein Jahr zuvor gegründete Verein Schilasmühle e.V. den Vierseithof inklusive der dazugehörenden Nutzflächen und betreibt hier seither ein naturpädagogisches Zentrum.

Der Verein gehört zum Dachverband „Der hof niederursel e.V.“. Das naturpädagogische Zentrum ist derzeit aufgrund der Corona-Pandemie für die Öffentlichkeit geschlossen, jedoch nach Anmeldung für Hort-, Kindergarten- oder Schulgruppen geöffnet.

Ab Freitag, 23. April , beginnt wieder die „Esel-Zeit“. Hierfür kann sich jeweils ein Haushalt anmelden. Neu angeboten wird geführtes Eselreiten für Kinder. Informationen unter www.der-hof.de/schilasmuehle. phl

Seit 2017 hat der Verein Schilasmühle e.V. den gleichnamigen historischen Vierseithof gepachtet und betreibt hier auf Grundlage eines natur-, tier- und umweltpädagogischen Konzeptes eine Naturfarm für Kinder und Erwachsene: Mit Tierhaltung (Hühner, Schafe, Esel, Pferde, Kaninchen), Garten und Landwirtschaft und nun auch mit einer Werkstatt für traditionelles Handwerk. Das Naturfarm-Projekt wird ausschließlich mit Spenden, ehrenamtlicher Tätigkeit und Eigenleistung gestemmt. „Der Ausbau des ehemaligen Kuhstalls zur Werkstatt wurde vor allem durch die Stiftungsgelder der Postcode-Lotterie und der Institution Anstiftung möglich“, sagt Holly.

Weiterhin haben private Spenden, viel Eigenleistung und ehrenamtliches Engagement zur Umsetzung beigetragen. „Wir bekamen auch Hilfe von einer Abteilung der EZB“, freut sich Holly. Im Rahmen eines „Social day“ hätten zwei Schichten mit jeweils zehn Personen den alten Putz in dem Kuhstall abgekratzt.

Noch picken im Innenhof freilaufende Hühner Körner auf, aus den Paddocks schauen neugierig Schafe und ein Esel. Die Tiere werden aber demnächst aus dem Hof in die bereits eingezäunten Außenanlagen samt Ställen umziehen. Der Verein verwirklicht in der Schilasmühle parallel zur Naturfarm ein großes Bauprojekt. „Das Wohnhaus und das Mühlengebäude werden saniert und umgebaut“, erzählt Bernhard Zander, Vorsitzender des Vereins. Nach der Fertigstellung ziehen hier als Mieter zwei Gruppen des Naturkindergartens vom Verein „Mit Kindern leben“ und eine Hortgruppe des Vereins „Die Gaukler“ ein. Die Zusammenarbeit mit Bauamt und Stadtschulamt habe sehr gut funktioniert, sodass die Baugenehmigung und die Betriebsgenehmigung „Hand in Hand laufen“. Das sei wichtig, weil das Bauprojekt neben Zuschüssen und Spenden vor allem über Kredite finanziert wird. „Wir hoffen, dieses Frühjahr mit dem Umbau beginnen zu können“, gibt sich Zander optimistisch. Er rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren und hofft auf den Einzug der Gruppen bis Ende 2022.

Aber auch für die Naturfarm gibt es ein neues Projekt. „Wir wollen neben der Werkstatt eine alte Farmküche einrichten, um die Ernte aus unseren Beeten zu verarbeiten und einzukochen“, sagt Holly. Dafür hat sie bereits neue Stiftungsgelder beantragt. Die Vorhaben ließen sich nur soweit verwirklichen, wie Gelder zur Verfügung stünden, ergänzt Zander.

Verena Holly im Inneren der Mühle.

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