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Schutz vor Überschwemmungen in Niederursel

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Von: Pia Henderkes-Loeckle

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Der Urselbach fließt idyllisch – und birgt doch Gefahren.
Der Urselbach fließt idyllisch – und birgt doch Gefahren. © Renate Hoyer

Der SPD-Ortsverein diskutiert mit einem Experten aus Oberursel über den Urselbach und die Hochwassergefahr. Auch Anwohner und Anwohnerinnen machen Vorschläge.

Der SPD-Ortsverein Niederursel hat zum dritten Anwohnertreffen zum Hochwasserschutz am Montagabend Peter Cornel von der Lokalen Oberurseler Klimainitiative (LOK e.V.) eingeladen, um über die von der LOK ausgearbeiteten Maßnahmen in der Gemarkung Oberursel zum Schutz vor Überschwemmungen am Urselbach zu berichten. Auch für Niederursel wurden dabei von Anwohnerinnen und Anwohnern erste konkrete Vorschläge gemacht. Die Wassermassen sollen zum Beispiel durch Rinnen oder kleine Dämme vermehrt auf die Wiesenflächen gelenkt werden, um dort langsam zu versickern. Auf abschüssigem Gelände sind auch kleine Mulden als Rückhalt denkbar.

„Der wichtigste Ansatz ist allerdings die Entsiegelung von Grundstücksflächen und der Bau von Zisternen mit Versickerungsablauf“, erklärte Gastreferent Peter Cornel den Anwesenden im Gemeindehaus der Gustav-Adolf-Kirche. Das Regenwasser von Dachflächen gehört seiner Meinung nach nicht in die Kanalisation. Bei Starkregenereignissen wie im September diesen Jahres stiegen die Wassermassen innerhalb kürzester Zeit immens an, weshalb es wichtig sei, Retensionsflächen zu schaffen, auf denen sich das Wasser verteilen und langsam versickern kann. „Das mindert einerseits die Wassermassen, andererseits erfolgt damit eine Grundwasserrückgewinnung“, sagte Cornel.

In Oberursel strebt die Klimainitiative an, das Regenwasser durch Querrinnen, Regenauffanggruben und Unterqueren der Wege durch Rohre bereits im Wald oberhalb der Hohemark zu halten. Im Haidtränktal sollen halbdurchlässige Dämme Rückhaltebecken schaffen und im Maasgrund durch Dämme das Wasser auf die Wiesen geleitet werden, erläuterte Cornel.

Alles Maßnahmen, die auch Niederursel helfen, weil dadurch weniger Wasser im Ortsteil ankommt. Dennoch sehen die Anwohnerinnen und Anwohner für ihren Ortsteil Handlungsbedarf. So könnte der Urselbach renaturiert und die Durchläufe an der Untermühle vergrößert werden. Ebenso könnte durch Dämme mehr Wasser in die Wiesenau abgeleitet werden. Eine Anwohnerin schlug vor, Wiesengräben anzulegen. Ein wichtiger Faktor, da waren sich alle einig, sei die Entsiegeln von Flächen; die weitere Versiegelung in den Überschwemmungsgebieten soll verhindert werden.

„Und nach Niederursel kommt Heddernheim“, sagte SPD-Mitglied Johannes Loheide. Denn laut Starkregen- und Hochwasserkarten ist im weiteren Verlauf des Urselbachs das Mertonviertel massiv betroffen. Deshalb will er auf der politischen Ebene den Ortsbeirat 8 (Hedddernheim, Niederursel, Nordweststadt) zur Unterstützung mit ins Boot holen. Das Thema sei ja keine Parteiangelegenheit der SPD, sondern ein parteiübergreifendes Anliegen, das alle Ortsteile betreffe. Roger Bohn, Fraktionsvorsitzender der SPD, will deshalb dem Gremium vorschlagen, Peter Cornel zu einer Sitzung einzuladen.

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