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Niederursel: Studie verunsichert Lehrer und Eltern

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Die Stadt prüft, die Europaschule auf dem Areal der Ernst-Reuter-Schule zu erweitern. Die IGS am Hammarskjöldring hat davon aus der Presse erfahren.

Unmut und Irritation herrschen bei Schulleitung und Eltern der Ernst-Reuter-Schulen (ERS) I + II sowie im Ortsbeirat 8. Grund: Im Dezernat für Bauen und Immobilien ist eine neue Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der benachbarten Europaschule auf dem Gelände in der Nordweststadt erstellt worden.

Über die neuen Pläne haben Schulvertreter und Gremiumsmitglieder durch die Presse erfahren und fühlen sich übergangen. „Wir können uns derzeit dazu noch nicht öffentlich äußern“, sagt Günter Murr vom Baudezernat. Genau das aber fordert Erik Harbach (Grüne) per Dringlichkeitsantrag in der Sitzung am Donnerstag. Der Magistrat solle unverzüglich die neue Studie dem Ortsbeirat vorlegen, Dezernent Jan Schneider (CDU) wird aufgefordert, die Pläne in der nächsten Sitzung vorzustellen.

„Durch die Erweiterung der Europaschule wird der ERS Gelände entzogen“, sorgt sich Schulleiter Gerhard Schneider. Damit seien die Pläne zur dringend nötigen Sanierung und Erweiterung seiner Schule in Gefahr. Fast schon perfide sei es, dass die Schulleitung weder über die Studie noch über die Besichtigung des Areals durch eine größere Delegation während der Herbstferien informiert worden sei. Dies hätte er durch Kollegen erfahren.

Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die ERS saniert und erweitert werden muss. Konkrete Maßnahmen wurden immer wieder aufgeschoben. Die benachbarte Europaschule sollte ursprünglich einen neuen Standort erhalten, eine ältere Machbarkeitsstudie hatte eine Erweiterung auf dem bisherigen Gelände ausgeschlossen.

Ortsbeirat zeigt Verständnis für Sorge

2016 bis 2017 wurde im Auftrag der Stadt vom Büro trapez-Architektur ein Konzept zur Erweiterung der ERS I + II erstellt. An der Zukunftswerkstatt waren Schüler, Lehrer, Elternbeirat, Planungs- und Schulamt sowie der Denkmalschutz beteiligt. Einige der 60er-Jahre-Gebäude sind denkmalgeschützt. „Der hierbei erarbeitete Minimalkonsens darf nicht angetastet werden“, fordert die stellvertretende Schulleiterin Monika Weber-Backhaus.

Im Widerspruch zu der neuen Machbarkeitsstudie steht, dass die Stadt im August diesen Jahres die Planungsleistungen für eben diesen erreichten Konsens ausgeschrieben hat. In der Ausschreibung wird der Zeitplan mit einer Fertigstellung bis 2029 festgelegt. Hierzu hat Jürgen Schmidt (SPD) bereits in einen Antrag gefordert, die Baumaßnahmen deutlich früher abzuschließen. Ebenso seien die für die Sanierung und Erweiterung der ERS notwendigen Flächen planungsrechtlich zu sichern.

Die von Schulleitung, Lehrern und Elternbeirat vorgetragene Sorge und die Bitte um Unterstützung fanden bei allen Fraktionen des Ortsbeirats 8 große Zustimmung. Anträge von Grüne und SPD wurden zu interfraktionellen Vorlagen und einstimmig auf den Weg gebracht.

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