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Niederursel: Kerbeumzug mit Eseln

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Von: Gernot Gottwals

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Der Kerbebaum wird am Gerätehaus der Freiwilligen-Feuerwehr aufgestellt. Rainer Rüffer
Der Kerbebaum wird am Gerätehaus der Freiwilligen-Feuerwehr aufgestellt. Rainer Rüffer © Rainer Rüffer

Nach zwei Jahren Corona-Pause geht es wieder durch den alten Ortskern.

Lange, bevor sich der Kerbe-Umzug am „Lahmen Esel“ aufstellt, heizt Wolfgang Möller seinen Ofen vor der Gustav-Adolf-Kirche an. „Den habe ich aus einem früheren Kohlesäurebehälter aus dem Nordwestkrankenhaus für Flammkuchen umgebaut“, erklärt er. Denn zusammen mit dem Weinstand im Kirchgarten bildet er eine weitere Attraktion neben dem Umzug mit zwei leibhaftigen Grautieren.

„Andere Stadtteile haben eine Gickelkerb mit Gickelschmiss, wir haben dafür eine Eselskerb“, scherzt Karin Kuhn, stellvertretende Vorsitzende im Bürgerverein. Dies sei aber nicht nur eine Hommage an den Gasthof und seinen Ableger, die „Eselei“ im Nordwestzentrum als Sponsoren, sondern liege auch am Naturpädagogischen Zentrum Schilasmühle, die sich mit ihren Nutztieren am Umzug beteilige.

Zehn Zugnummern

„Esel sind manchmal etwas beharrliche, aber eben auch geduldige Reittiere, ideal für Kinder“, unterstreicht Sandra Brinkmann von der Schilasmühle, während Jonas und Tino neben ihr hertraben. Zehn Zugnummern kommen zusammen, angeführt vom Bürgerverein und der Freiwilligen Feuerwehr und Nele I., der diesjährigen Müllerin von Ursella.

Rund 1000 Besucherinnen und Besucher kommen zur Niederurseler Kerb an drei Tagen. Mit zur Tradition gehören dabei auch der sonntägliche Kerbegottesdienst im Kirchgarten und das Traktor-Pulling der Freiwilligen Feuerwehr, bei dem es darum geht, in Teamstärke einen Traktor in wenigen Minuten mit Seil über die Ziellinie zu ziehen. „Solche Aktionen gelingen mit Anfeuern, Applaus und Freude, dass die Kerb nach zwei Jahren endlich wieder steigt“, sagt Kuhn.

Auch wenn Corona hier und da noch Spuren hinterlässt – so muss die Drumband Wölfersheim kurzfristig absagen, auch mancher Schausteller fehlt am Straßenrand – auf Niederursels Gassen gibt es eine freudige Begrüßung. In die Bresche springen auch die Niederurseler Landfrauen mit 40 Blechkuchen: „Von Apfelstreusel bis zur Mandel-Cappuccino-Torte ist alles dabei“, schwärmt Helene Wentzel.

Mit einem ordentlichen „Humba täterä“ sorgt der Musikzug Klaa Paris für Stimmung. „Ohne die Kerb fehlt einfach etwas in unserem Dorf“, stellt Anwohnerin Birgit Bimming fest. „Aber gibt’s denn gar keine Rosen?“ Aber natürlich- Nele I. überreicht ihr sogar höchstpersönlich die Niederurseler Wappenblume. „Ich freue mich, dass ihr da seid und die Kerb endlich wieder stattfinden kann“, grüßt Nele I. das Kerbevolk und trifft zum Fassanstich mit drei Schlägen.

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