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Neuer Stadtteil: Sorge um Kaltluftflächen

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Von: Pia Henderkes-Loeckle

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Östlich der A5 sollen 6800 Wohneinheiten für bis zu 17 000 Menschen und rund 5300 Arbeitsplätze in einem Mischgebiet für niedrigschwelliges Gewerbe entstehen. Westlich der A5 sind nur noch Sport- und Freizeitanlagen geplant.
Östlich der A5 sollen 6800 Wohneinheiten für bis zu 17 000 Menschen und rund 5300 Arbeitsplätze in einem Mischgebiet für niedrigschwelliges Gewerbe entstehen. Westlich der A5 sind nur noch Sport- und Freizeitanlagen geplant. © Michael Schick

Drei neue Quartiere sollen auf der östliche Seite der A5 entstehen. Die Voruntersuchung zum neuen Stadtteil wird kontrovers diskutiert in den Ortsbeiräten.

Die Voruntersuchungen zum neuen Stadtteil an der A5 mit den drei Quartieren Produktives Praunheim, Lachgrabenquartier und Neu-Westhausen wurden am Donnerstag dem Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) von Vertretern des Stadtplanungsamtes vorgestellt. Östlich der A5 sollen 6800 Wohneinheiten für bis zu 17 000 Menschen und rund 5300 Arbeitsplätze in einem Mischgebiet für niedrigschwelliges Gewerbe entstehen. Westlich der A5 sind nur noch Sport- und Freizeitanlagen geplant.

Vor fünf Jahren hatte der Magistrat beschlossen, den Bau eines Stadtteils im Nordwesten Frankfurts prüfen zu lassen. CDU, SPD und Grüne präsentierten das Areal als Alternative zur Bebauung des Pfingstberges. „Die Voruntersuchungen sind so etwas wie eine Machbarkeitsstudie“, erklärte Peter Kreisl, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung in der Ortsbeiratssitzung. Nun stehe die politische Entscheidung an. Im Idealfall sei mit einem Baubeginn ab 2028/29 zu rechnen.

„Der Flächenkonzeptplan sieht fünf- bis siebengeschossige Baukörper mit Grün- und Freiflächen dazwischen vor“, erläuterte Stefan Kornmann vom Architekturbüro Albert-Speer-und-Partner. Auch seien vereinzelt Hochhäuser mit bis zu elf Geschossen zur optimalen Flächennutzung denkbar. Drei Kaltluftleitbahnen entlang des Lachgraben, Urselbach und Steinbach sind freizuhalten, die angrenzenden Gebäude sollen den Strömungslinien angepasst werden. Die Hochspannungsleitung östlich der A5 muss nach Westen verlegt werden, da der Abstand zur Wohnbebauung 400 Meter betragen muss. „Ebenso sind Retensionsflächen und Rückhaltebereiche für Starkregenereignisse eingeplant“, sagte Kornmann.

Die Quartiere würden durch die Regionaltangente West mit einer Verlängerung zur Nordweststadt und einer Verlängerung der U7 gut an den ÖPNV angeschlossen. „Für den Autoverkehr wird eine Stadtstraße von Praunheim kommend die Wohngebiete erschließen“, so Kreisl. Eine Anbindung aus nördlicher Richtung sei nicht vorgesehen.

Karlheinz Grabmann (Freie Wähler) und Yvonne Gondolf (Grüne) im Ortsbeirat 8 sprechen sich wegen der hohen Bodenwertigkeit der Felder und der Reduzierung von Kaltluftflächen gegen die Bebauung aus. „Auch wenn Sie berechnet haben, dass Kaltluft von Westen her zufließt, mit dem Lachgrabenquartier fällt östlich der A5 das Kaltluftgebiet komplett weg“, unterstützte Hansen die Einwände.

Auch im Ortsbeirat 7 werden die Pläne zum neuen Stadtteil kritisch gesehen. Insbesondere die Erschließungsstraße durch Praunheim sorgt für Unmut, da damit die geforderte Ortsumfahrung für Praunheim wegfällt. Zudem widersprächen sich die Planung als autoarmes Quartier und die errechnete Zunahme von 30 Prozent mehr motorisiertem Verkehr.

Diesen Punkt griff Rüdiger Hansen, Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes, im Ortsbeirat 8 auf. „Laut Ihrem Gutachten werden an der Stadtstraße 62 bis 70 Dezibel Lärm errechnet, da kann niemand wohnen“, sagte er. „Wenn da gewohnt wird, dürfen die Werte so nicht bleiben“, räumte Kreisl ein. Dass Frankfurt dringend Wohnraum braucht, sagte Bauoberrat Antonius Schulze Mönking. Dem schloss sich SPD-Fraktionschef Roger Bohn an und plädierte für die Quartiere. Der Ortsbeirat 8 will erst im Januar darüber abstimmen.

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