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Eltern der Mosaikschule sind verunsichert

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Von: Pia Henderkes-Loeckle

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Bisher wurden die Kinder der Mosaikschule in Niederursel mit Bussen befördert. Künftig sollen Taxis die Fahrten übernehmen. Das sorgt für Unmut.

Bisher wurden die Kinder der Mosaikschule, eine Schule mit Förderungsschwerpunkt geistige Entwicklung, in Niederursel von Bussen der Firma Köhler Transfer und einigen Schulbussen der FES (Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH) befördert. Nach einer vergaberechtlich notwendigen Ausschreibung hat das Stadtschulamt den Auftrag ab Januar 2022 vornehmlich an das Unternehmen Taxivereinigung Frankfurt e.V. gegeben. Die Busse der FES werden zwar weiter eingesetzt. Dennoch zeigt sich Schulleiter Peter Walter und Elternbeiratsvorsitzende Nikolina Kotalla besorgt über diese Entscheidung. Auch die Eltern sind verunsichert.

Neben fremden, ständig wechselnden Fahrerinnen und Fahrern, die im Umgang mit den teils schwer eingeschränkten Schüler:innen nicht geübt seien, werde sich aufgrund der kleineren Fahrzeuge das Verkehrsaufkommen auf dem Schulgelände massiv erhöhen, befürchten sie. Auch der für Niederursel zuständige Ortsbeirat 8 hat sich jetzt mit dem Thema beschäftigt. In einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und FDP fordert das Gremium die Stadt um ergänzende Maßnahmen.

Seit vielen Jahren fährt das Unternehmen Köhler mit 18 roten, die FES mit sechs weißen Bussen die Kinder mit zum Teil schwerem Handicap zu ihrer Schule. „Mein Sohn Phillip erkennt die roten Busse und freut sich jedes Mal“, erzählt Nikolina Kotalla. Die Busfahrer:innen seien den Schüler:innen vertraut. „Für Kinder mit autistischem Bild ist das extrem wichtig.“ Die bisherigen Fahrer:innen seien im Umgang mit den behinderten Kindern geübt. „Ist das bei den Taxifahrern auch gegeben?“, fragt sich Kotalla. Schulleiter Peter Walter sorgt sich um die Verkehrssicherheit seiner Schüler:innen. „Von 160 müssen rund 140 befördert werden“, sagt er. Die Großraumtaxis seien kleiner als behindertengerechte Schulbusse, es müssten mehr Fahrzeuge eingesetzt werden. „Wir haben 24 Parkplätze und stoßen schon jetzt an unsere Grenzen. Die Busse hatten einen festen Platz“, erklärt er. Die Schüler:innen wussten, wo ihr Bus steht. Bisher habe ein Mitarbeiter der Firma Köhler am Schuleingang die An- und Abfahrten koordiniert. Das falle ab Januar nun weg.

Koordination muss sein

Der Ortsbeirat fordert die Stadt auf, eine Fachkraft morgens und nachmittags für die Koordinierung der An- und Abfahrten bereit zu stellen. Aufgeklärt werden möchte das Gremium auch über die Leistungsbeschreibung für die Beförderung eingeschränkt wegefähiger Schüler:innen zur Mosaikschule. Zudem soll geprüft werden, ob weitere Zuschlagskriterien als „niedrigster Preis“ zulässig wären.

„Vergaberechtlich müssen alle Leistungen, die die öffentliche Hand beauftragt, ausgeschrieben werden“, teilt Jan Pasternack, Referent von Bildungsdezernentin Sylvia Weber, mit. Die Ausschreibungsunterlagen seien mit dem städtischen Rechtsamt und unter Beteiligung der Schule entwickelt worden. Das Stadtschulamt will prüfen, welche Möglichkeiten es für die An- und Abfahrtskoordination gibt.

Pasternack ist zuversichtlich, dass der Fahrdienst bemüht und erfahren genug ist, dies auf jeden Fall zu Beginn zu übernehmen. Im Wendehammer würden Längsparkplätze markiert und ausgeschildert.

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