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Anwohnende der Ernst-May-Siedlung sorgen sich um ihre denkmalgeschützten Häuser.
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Anwohnende der Ernst-May-Siedlung sorgen sich um ihre denkmalgeschützten Häuser.

Niederrad

Wohnen hinter der zehn Meter hohe Mauer

  • VonStefanie Wehr
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Die Deutsche Bahn baut eine temporäre Lärmschutzwand an der Ernst-May-Siedlung an der Donnersbergstraße – zum Schrecken der Anwohnenden. Die Rodung soll bereits im Januar beginnen.

Fast drei Stunden Zeit nahmen sich Mitarbeiter der Bahn jüngst, um Anwohnende der Donnersberg- und Kalmitstraße über die künftige Baustelle aufzuklären. Wie berichtet, hatten die Anlieger:innen herausgefunden, dass es zum Ausbau des Knotenpunkts Frankfurt Stadion bereits 2014/15 eine Planänderung gab, die eine Lärmschutzwand direkt an den Gärten der Donnersbergstraße 20 bis 60 vorsieht, für die viele Bäume und Büsche gerodet werden müssen.

Marko Asseng von der DB Netz sagte: „Wir werden nicht so bauen, wie es in der Planänderung, die Sie gesehen haben, steht. Wir werden weniger Bäume roden, als wir dürften, damit Sie weiterhin Ausblick ins Grüne haben.“ Geplant sei der Bau der Wand am unteren Ende der Böschung auf Bahngelände – zurzeit sind dort Gärten der DB Landwirtschaft, die verpachtet sind, aber gekündigt werden.

Dort wird der rund vier Meter in die Höhe ragende Unterbau der Wand entstehen, worauf die lärmabsorbierende Schutzwand errichtet wird. Diese soll zusätzliche sechs Meter hoch sein. „Das klingt monströs, und das ist es auch, wir bauen selten so hohe Lärmschutzwände“, so Asseng. „Doch Sie werden eines Tages froh sein, dass diese Wand dort steht.“

Denn auch dies wurde den meisten Anwohner:innen im Gespräch erst klar: Das Gelände oberhalb ihrer Grundstücke wird zu einer mindestens zehn Jahre währenden Großbaustelle – auch nachts. Dort wird in dieser Zeit die neue Stabbogenbrücke vormontiert, die anschließend per Schwimmpontons über den Main gelegt wird.

Zudem soll von dort aus der Gleisausbau Richtung Süden angedient werden, der viel Zeit in Anspruch nimmt, weil der reguläre Bahnverkehr weiterlaufen soll. „Bis 2030 soll alles fertig sein, so lange wird die Wand dort stehen und Sie vor dem Baulärm schützen“, so Asseng. Später werde sie abgebaut und durch eine reguläre Lärmschutzwand ersetzt. Die Böschung werde schon Anfang Januar gerodet. Nicht vor Mai werde dann mit dem Bau der Mauer begonnen, kündigte Asseng an. Etwa ein halbes Jahr lang dauere es, bis die Mauer stehe.

Anwohnende sorgten sich um die 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Ernst-May-Häuser an der Donnersberg- und Kalmitstraße. „Wir befürchten, dass die Bautätigkeit Schäden an den Häusern verursacht. Jetzt schon spüren wir es, wenn ein Güterzug oben auf den Gleisen fährt, dann schlagen die Gläser im Schrank aneinander“, sagt Anwohnerin Katja Apelt. Die Bahn werde Gutachter zwecks Beweissicherungsverfahren in jedes Haus schicken, versicherte Asseng. „Sollten Schäden entstehen, kommt die Bahn dafür auf.“

„Wir sind schon beruhigt, dass nicht so viele Bäume gerodet werden“, sagte Apelt. Doch der Verlust des grünen Dickichts, in dem die vielen Kinder aus der Nachbarschaft so gern spielten, sei herb. „Wir hoffen, dass der Platz vor der Mauer begrünt werden kann.“

Für die Zukunft gelobte die Bahn Besserung in der Kommunikation. Das Treffen bezeichneten beide Seiten deshalb als Startschuss für die künftige Zusammenarbeit. Als Nächstes will Asseng bei einem Onlinetreffen Karten und Pläne erläutern.

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