1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Niederrad

Verhärtete Fronten bei Modernisierung in der Adolf-Miersch-Straße

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Dieser Wohnblock soll 2023 modernisiert werden.
Dieser Wohnblock soll 2023 modernisiert werden. © Christoph Boeckheler

Der Streit zwischen der Mietergemeinschaft und der Nassauischen Heimstätte geht weiter. Auch eine Infoveranstaltung kann die Wogen nicht glätten.

Im Streit um die Modernisierung der Häuser in der Adolf-Miersch-Straße 36-40b scheinen die Fronten verhärtet zu sein. Bei einer Infoveranstaltung der Nassauischen Heimstätte (NH) auf einer Grünfläche vor den betroffenen Häusern am Freitagnachmittag ging es bisweilen hoch her.

Die innerhalb der Bewohnerschaft gegründete Mietergemeinschaft Niederrad nutzte den Termin, um – gemeinsam mit der Nachbarschaftinitiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) und der Mietergewerkschaft Frankfurt – ihre bereits schriftlich übermittelten Forderungen (die FR berichtete) noch einmal mündlich und im direkten Gespräch vorzutragen.

Wirklich sachlich war die Diskussion im Anschluss nicht immer. Es fing mit Unverständnis an, warum die NH die Veranstaltung im Freien und nicht einem angemieteten Raum ansetze, und ging weiter mit gegenseitigen Vorwürfen, dass man die jeweils andere Seite nicht ausreden lassen.

Ein Mitarbeiter der NH war „erschüttert“ über die „Propaganda“, ihm wiederum wurde eine „Märchenstunde“ attestiert, während ein anderer Vertreter der Naussauischen Heimstätte der NBO und der Mietergewerkschaft vorwarf, „dass es ihr Geschäft ist, mit den Ängsten der Leute zu spielen“.

Harte Worte. Aber die Positionen beider Seiten stehen sich auch derzeit unversöhnlich gegenüber. Aus Sicht der Nassauischen Heimstätte, einer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft, die mehrheitlich dem Land Hessen gehört, stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Man habe den Mietern und Mieterinnen eine energetische Modernisierung im kommenden Jahr angekündigt. Dabei sollen unter anderem eine Zentralheizung eingebaut, die Bäder modernisiert, Bodenbeläge in Küchen und Fluren erneuert, eine Gegensprechanlage angebracht, die Fenster ausgetauscht und die Balkone saniert werden.

Die Mietparteien müssen dem nicht zustimmen, im schlimmsten Fall findet die Modernisierung dann nicht statt. Sollten Bewohner oder Bewohnerinnen im Einzelfall Gesprächbedarf haben, „kommen wir dem selbstverständlich nach“, wie Holger Lack, Regionalcenterleiter der NH, am Freitag betonte.

Auf Seiten der Mieter:innen sieht man das Ganze etwas anders. Man sei nicht kategorisch gegen die Modernisierung, erklärte Daniel Katzenmeier von der Mietergewerkschaft. Aber man wolle eine Modernisierungsvereinbarung mit der NH, in der Rahmenbedingungen festgelegt sind, die dann eingehalten werden müssten. Dazu zählen beispielsweise Ersatzwohnraum, Erlassung der Mietkosten, Einlagerung der Möbel und die Zusage, dass nach den Arbeiten die Miete maximal um 50 Euro steigt.

Forderungen, die die NH wiederum nicht kategorisch ablehnt. „Wenn so etwas bei den individuellen Gesprächen herauskommt, sperren wir uns nicht dagegen“, so Holger Lack. „Aber wir werden keine allgemeine Vereinbarung mit einer Mietergemeinschaft treffen.“

Auch interessant

Kommentare