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Sorgen wegen Modernisierung in Niederrad

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In diesen Häusern sollen kommendes Jahr Modernisierungen stattfinden.
In diesen Häusern sollen kommendes Jahr Modernisierungen stattfinden. © Christoph Boeckheler

Eine neu gegründete Mietergemeinschaft in der Adolf-Miersch-Straße stellt Forderungen an die Nassauische Heimstätte. Sie will individuelle Vereinbarungen erreichen.

In der Adolf-Miersch-Straße in Niederrad sollen mehrere Wohnungen modernisiert werden. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch genau deswegen machen sich die Bewohnerinnen und Bewohner Sorgen. Daher hat sich eine Mietergemeinschaft gegründet, die Forderungen an die Nassauische Heimstätte (NH) gestellt hat. Ihr gehören die Häuser, in der sich die Wohnungen befinden.

Die Häuser mit den Hausnummern 36-40b sollen im Frühjahr modernisiert werden. Laut eines Schreibens der NH an die Mieter und Mieterinnen werden dabei unter anderem eine Zentralheizung eingebaut, die Bäder modernisiert, Bodenbeläge in Küchen und Fluren erneuert, eine Gegensprechanlage angebracht, die Fenster ausgetauscht und die Balkone saniert.

Doch diese Ankündigung löst bei den Menschen, die in den Häusern wohnen, eher Unbehagen aus. Hintergrund seien schlechte Erfahrungen mit den Sanierungen in der Jugenheimer Straße und in der eigenen Siedlung, ebenfalls durch die Nassauische Heimstätte. Denn dabei seien die Interessen der Mieter:innen massiv übergangen worden.

Das aber soll in der Adolf-Miersch-Straße nicht passieren. Daher hat die Mietergemeinschaft gemeinsam mit der Nachbarschaftsinitiative Nordend, Bornheim, Ostend (NBO) sowie der Mietergewerkschaft Frankfurt ein Schreiben formuliert, das an die NH adressiert wurde.

Darin fordert die Mietergemeinschaft Ersatzwohnraum, für den die Nassauische Heimstätte sorgen soll, „da die Baumaßnahmen die Nutzung von Küche und Bad unmöglich machen“. Des Weiteren soll die NH die Mietkosten für den Zeitraum der Modernisierung in voller Höhe erlassen, auch alle anfallenden Kosten für Gas, Strom und Internet sollen in Höhe von 100 Prozent erstattet werden. Die NH soll zudem die Einlagerung der Möbel übernehmen. Nach Ende der Arbeiten soll eine Grundreinigung stattfinden. Die Miete soll anschließend nur um maximal 50 Euro steigen.

Alle Forderungen münden in dem Vorhaben, dass die NH mit allen unterzeichnenden Mieter:innen – 56 an der Zahl – eine sogenannnte Modernisierungsvereinbarung trifft, in der alles geregelt wird. Wilfried Michel von der NBO sagt, dass diese individuellen Vereinbarungen nötig seien, „denn manche Wohnungen sind so gut in Schuss, dass dort eine Instandsetzung reicht“.

Die NH bestätigt den Eingang des Schreibens. Sprecherin Isabelle Stier weist aber zugleich darauf hin, dass das Unternehmen die Mieter und Mieterinnen mit den wichtigsten Informationen zum Umfang der Modernisierungarbeiten und den zuständigen Ansprechstellen versorgt habe. Dennoch soll es individuelle Gespräche mit den Bewohnern und Bewohnerinnen geben, in denen gemeinsame Lösungen gesucht werden sollen.

Am kommenden Freitag findet außerdem eine Informationsveranstaltung vor den betroffenen Häusern statt. Dabei sollen die Bewohner:innen ihre Fragen und Anliegen vortragen können. Dieses Treffen will die Mietergemeinschaft jetzt erst einmal abwarten, bevor sie überlegt, wie es weitergeht.

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